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Gute oder böse Keime? ISS von Bakterien heimgesucht

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Auf der Internationalen Raumstation kreisen seit 15 Jahren Astronauten in solchen Räumen um die Erde.

(Foto: ESA)

Wo Menschen sind, sind auch Bakterien. Forscher weisen diese nun auch in der Luft der ISS nach. Welche Gefahren von ihnen ausgehen können, muss jedoch erst noch geklärt werden.

Nasa-Wissenschaftler haben mit hochmoderner Technik die mikrobielle Ausstattung auf der Internationalen Raumstation untersucht und die Ergebnisse mit dem Zustand in sogenannten Reinräumen verglichen. Dabei fanden sie Bakterien. Zwar gelten diese auf der Erde als harmlos - für Astronauten, die wochenlang im Weltraum unter extremen Bedingungen leben, könnten sie allerdings gefährlich werden. Der Grund: Diese Bakterien suchen ihrem Wesen nach nach einer Möglichkeit, sich auszubreiten und krank zu machen. Doch niemand kann bisher genau vorhersagen, ob und wie sich das Verhalten der Mikroorganismen in der Schwerelosigkeit verändert.

Die Forscher um Dr. Kasthuri Venkateswaran vom Nasa Jet Propulsion Laboratory nahmen für ihre Untersuchung Proben aus einem Luftfilter der Raumstation und aus Vakuum-Staubbeuteln ganz genau unter die Lupe. "Die Untersuchung der mikrobiellen Gemeinschaft auf der Raumstation hilft uns besser zu verstehen, welche Bakterien möglicherweise Geräte beschädigen oder die Gesundheit der Astronauten bedrohen. Sie hilft uns außerdem, Bereiche zu identifizieren, die eine gründlichere Reinigung benötigen", erklärt der Mikrobiologe Venkateswaran.

Mit Hilfe von hochmodernen DNA-Tests konnten die Forscher verschiedene Bakterienarten identifizieren. Sie fanden einen größeren Anteil von sogenannten Coryne- und Propionibacterium in der Raumstation als in den Reinräumen auf der Erde. Die gefundenen Keime sind ein Bestandteil der menschlichen Haut, spielen aber auch bei der Entstehung von Akne eine Rolle. Sogenannte Staphylokokken traten dagegen in der Raumstation im All weniger auf.

Bakterien im All sind nicht neu

Dass es auf der Raumstation Bakterien gibt, ist allerdings nicht neu. Die Menschen, die ständig auf der ISS leben, tragen natürlicherweise Milliarden von Bakterien in und an sich. Die meisten davon sind harmlos. Neu ist allerdings die Art und Weise, wie die Luft auf der Raumstation untersucht wird.

Mit den neuen Sequenzierungstechnologien könnten Forscher auch in Zukunft untersuchen, wie sich die besonderen Verhältnisse der ISS - Schwerelosigkeit, kosmische Strahlung, erhöhter Kohlendioxidanteil, ständige Anwesenheit von Menschen - auf Bakterien in der Luft der Raumstation auswirkt. Diese Untersuchungen sind wichtig, da man aus den Erkenntnissen Vorsichtsmaßnahmen für künftige Missionen ableiten könnte, wie zum Beispiel für die geplante Reise zum Mars.

Quelle: n-tv.de, jaz

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