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Mit Ausnahme von Leukämie Immer mehr Menschen überleben Krebs

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Zu den 18 Krebsarten, die von den Forschern ausgewertet wurden, gehört auch Hautkrebs.

picture alliance / Karl-Josef Hi

Krebs ist eine der schrecklichsten Diagnosen überhaupt. Für Betroffene sind die Chancen, die Krankheit zu überstehen, aber heute besser - auch in Deutschland. Eine neue Studie soll nun dabei helfen, bessere Strategien zur Krebsbekämpfung zu entwickeln.

Die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, sind seit dem Jahr 2000 weltweit gestiegen. Allerdings bestehen weiterhin große Unterschiede nach Ländern und nach Krebsarten. Das geht aus der internationalen Studie Concord-3 hervor, die in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde. Eine Gruppe um Claudia Allemani von der London School of Hygiene & Tropical Medicine hat dazu Daten von 322 Krebsregistern aus 71 Ländern und Regionen zusammengetragen und ausgewertet. Auch in Deutschland sind die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose bei fast allen untersuchten Krebsarten gestiegen.

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Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland.

(Foto: dpa)

Die Forscher machten die Daten vergleichbar und ordneten sie in Zeiträume von je fünf Jahren ein: 2000 bis 2004, 2005 bis 2009 und 2010 bis 2014. Für jeden dieser Zeiträume ermittelten sie die durchschnittliche Rate derjenigen Patienten, die fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch lebten. "Die kontinuierliche Beobachtung der globalen Trends beim Überleben von Krebserkrankungen ist von entscheidender Bedeutung, um die allgemeine Wirksamkeit von Gesundheitssystemen weltweit zu bewerten und politischen Entscheidungsträgern dabei zu helfen, bessere Strategien zur Krebsbekämpfung zu planen", wird Allemani in einer Mitteilung von "The Lancet" zitiert.

Die Studie umfasst 18 Krebsarten oder -gruppen, die etwa drei Viertel aller Krebserkrankungen ausmachen: Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Mastdarm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Lunge, Brust (bei Frauen), Gebärmutterhals, Eierstock, Prostata und Melanom der Haut bei Erwachsenen sowie Hirntumoren, Leukämien und Lymphome bei Erwachsenen und Kindern.

Bessere Überlebenschancen

Bei der Heilung all dieser Erkrankungen haben sich die Überlebenschancen in Deutschland von 2000 bis 2014 verbessert. Eine Ausnahme gibt es: Bei der akuten lymphatischen Leukämie, einer Blutkrebserkrankung bei Kindern, sank die Rate der Überlebenden von 94 auf 91,1 Prozent. Fortschritte gab es in Deutschland beispielsweise bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Überlebensrate stieg von acht auf 10,7 Prozent, was immerhin einer Steigerung um ein Drittel entspricht.

Auch beim Speiseröhrenkrebs (von 16,6 auf 20,8 Prozent) und beim Lungenkrebs (von 14,9 auf 18,3 Prozent) gibt es verhältnismäßig große Fortschritte. Dennoch bleiben sie die tödlichsten Krebsarten. Die Zahlen haben eine eingeschränkte Aussagekraft, weil die Krebsregister nur 36,8 Prozent der deutschen Einwohner repräsentieren. Unter anderem fehlen die Daten aus den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

USA und Kanada ganz vorn

Im weltweiten Vergleich steht Deutschland überwiegend im oberen Drittel der 71 untersuchten Staaten. Weltweit die größten Chancen, eine Krebserkrankung zu überstehen, gibt es in den USA und in Kanada, in Australien und Neuseeland sowie in den nordeuropäischen Ländern Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Dänemark hat in den untersuchten Jahren große Steigerungsraten erzielt und zu den anderen skandinavischen Ländern aufgeschlossen.

Erreicht haben dies unsere nördlichen Nachbarn durch bessere Investitionen, beschleunigte Patientenwege und die Überwachung der Einhaltung von Wartezeiten durch Krankenhäuser. Den weltweit größten Unterschied gibt es bei Hirntumoren im Kindesalter: Während die aktuelle Überlebensrate in Brasilien nur 28,9 Prozent beträgt, liegt sie in Schweden bei fast 80 Prozent.

Quelle: n-tv.de, ca/dpa

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