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Außerirdisches Leben? "In zehn Jahren könnte es Klarheit geben"

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Proxima-b kreist in der habitablen Zone um seinen Stern. Damit gilt er als potenziell bewohnbar.

ESO/M. Kornmesser/ESO/Nature/dpa

Planeten, die potenziell bewohnbar sind - da kennen Astronomen einige Kandidaten. Doch außerirdischem Leben auf die Spur zu kommen, ist nicht einfach. Mit der neuesten Teleskop-Generation könnte der Nachweis gelingen.

Die kürzliche Entdeckung mehrerer möglicherweise bewohnbarer Exoplaneten hat nicht nur Astronomen begeistert. Nach Ansicht des Chefs der Europäischen Südsternwarte Eso, Tim de Zeeuw, könnte es bereits in den kommenden zehn Jahren Klarheit darüber geben, ob es auf den Exoplaneten um den Roten Zwergstern Trappist-1 oder auf Proxima-b außerirdisches Leben gibt.

"Ich sage nicht, dass es aussehen muss wie bei uns", sagte De Zeeuw. "Wenn man sich die Geschichte der Erde ansieht, gab es während der längsten Zeit nur einzelliges Leben."

Die Eso-Teleskope in der chilenischen Atacama-Wüste waren maßgeblich an der Entdeckung der sieben Exoplaneten um den Roten Zwergstern Trappist-1 und des Planeten Proxima-b beteiligt. Proxima-b im erdnahen System Proxima Centauri ist vermutlich ein Gesteinsplanet wie die Erde, wie De Zeeuw erklärt. Sollte es dort Wasser geben, könnte es flüssig sein - eine Voraussetzung für Leben. Die Chancen dafür schätzt er aber gering ein.

Auch einige der Trappist-Planeten befinden sich in der habitablen Zone. Dort könnte Leben möglich sein. Dies herauszufinden sei "Detektivarbeit". Mit sehr großen Teleskopen könnten Wasser, Sauerstoff und Ozon - allesamt Hinweise auf mögliches Leben - in der Atmosphäre eines Planeten nachgewiesen werden. Noch gibt es solche Teleskope nicht. Aber in Chile beginnen im Mai die Bauarbeiten für das European Extremely Large Telescope der Eso. Mit einem Spiegel von 39 Metern Durchmesser wird es das größte optische Teleskop der Welt. Damit könnte der Nachweis von Spuren außerirdischen Lebens gelingen.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa

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