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Forscherteam schließt Zufälle aus Klimawandel verschärft El Niño

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Das El Niño-Phänomen im Pazifik.

Reuters

Was bisher eine Annahme war, belegen nun Untersuchungen an den Jahresringen von Bäumen. Die Erderwärmung wirkt sich auf das Klimaphänomen El Niño aus. Die deutlichen Schwankungen sind längst kein Zufall mehr.

Die Erderwärmung hat das Klimaphänomen El Niño in den vergangenen Jahrzehnten einer Studie zufolge verstärkt. Neue Daten von Baum-Jahresringen hätten ergeben, dass El Niño im späten 20. Jahrhundert deutlich aktiver gewesen sei, als in den sieben Jahrhunderten zuvor, berichtete ein internationales Forscherteam um Jinbao Li and Shang-Ping Xie von der Universität Hawaii.

Für den im Fachblatt "Nature Climate Change" veröffentlichten Artikel werteten die Wissenschaftler mehr als 2000 Jahresring-Chronologien von Bäumen auf allen Seiten des Pazifiks aus und konnten damit nach eigenen Angaben den bislang präzisesten Verlauf der Aktivität von El Niño darstellen. Da die Dicke der Jahresringe durch Klimafaktoren wie Niederschläge und Temperaturen beeinflusst wird, lässt sich an ihnen ablesen, wie das Klima in dem betreffenden Jahr war. Die Auswertung von 2.222 Jahresringen ermöglichte es den Forschern so, Stärke und Häufigkeit des El Niño-Zyklus mit bisher unerreichter Genauigkeit zu rekonstruieren

Mehr Wetterextreme

Das Ergebnis: Vor 1900 entsprechen die Schwankungen des El Niño und der Kaltphase La Niña einer zufälligen Verteilung, wie die Forscher berichten. In einem Großteil des 20. Jahrhunderts aber wich die Aktivität von zufälligen Schwankungen ab: Der Wechsel der Warm- und Kaltphasen wurde extremer und häufiger. Das deute darauf hin, dass dieses Klimaphänomen auf die globale Erwärmung reagiere. "Wenn dieser Trend anhält, dann müssen wir künftig mit mehr Wetterextremen wie Überschwemmungen und Dürren rechnen", sagt Koautor Xie von der University of Hawaii in Manoa.

El Niño tritt meist gegen Jahresende auf und führt unter anderem dazu, dass der Pazifik vor der Westküste Südamerikas wärmer wird und vor der Ostküste Australiens und Indonesiens kälter. Dies kann unter anderem starke Regenfälle in Südamerika und anhaltende Dürren in Australien hervorrufen.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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