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Laut Save the Children erleben 80 Prozent der Kinder, die an einer Lungenentzündung sterben, nicht einmal ihren zweiten Geburtstag.
Laut Save the Children erleben 80 Prozent der Kinder, die an einer Lungenentzündung sterben, nicht einmal ihren zweiten Geburtstag.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Samstag, 11. November 2017

Hilfsorganisation schlägt Alarm: Lungenentzündung tötet Millionen Kinder

Jede Minute sterben zwei Kinder an Lungenentzündung: Laut einem neuen Bericht ist Pneumonie somit die tödlichste Krankheit für Kinder weltweit - obwohl sie schon lange vermeidbar ist. Vor allem die Kleinsten und Ärmsten sind betroffen.

Lungenentzündungen sind behandelbar – dennoch sterben an der Krankheit jedes Jahr mehr Kinder als an Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen. Laut einem Bericht der Kinderrechtsorganisation Save the Children verlieren jedes Jahr fast eine Million Kinder unter fünf Jahren durch eine Lungenentzündung ihr Leben. Betroffen sind fast ausschließlich Kinder in den ärmsten Ländern, die keinen Zugang zu den erforderlichen Medikamenten und Impfstoffen haben.

Somit sei Lungenentzündung eine "Armutskrankheit", laut dem aktuellen Bericht "Fighting for Breath" (Kampf um jeden Atemzug), den Save the Children anlässlich des Welttags zur Bekämpfung von Lungenentzündung veröffentlicht. Demnach starben im Jahr 2015 insgesamt 920.000 Kinder unter fünf Jahren an Pneumonie - zwei Kinder jede Minute. 99 Prozent der Todesfälle würden in den ärmsten Ländern der Welt verzeichnet. Die meisten Kinder, die an Lungenentzündung erkranken, erleben dem Bericht zufolge nicht einmal ihren zweiten Geburtstag.

Die kleinsten Kinder seien bei einer Infektion besonders gefährdet: Viele von ihnen hätten durch Mangelernährung oder eine unzureichende Versorgung mit Muttermilch ohnehin ein geschwächtes Immunsystem. "Die Krankheit lässt die betroffenen Kinder fürchterlich um Atem ringen und ihre Eltern oft vor Angst verzweifeln", beschreibt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, die Situation. "Es ist nicht hinnehmbar, dass wir so viele junge Leben von einer Krankheit zerstören lassen, von der wir wissen, wie sie sich vermeiden und behandeln lässt."

"Der Fortschritt ist zu langsam"

Laut des Kinderhilfswerks kostet eine Behandlung mit Antibiotika lediglich 34 Cent und kann ein erkranktes Kind in drei bis fünf Tagen heilen. Neben einem besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung fordert die Organisation zudem die Investition in Impfprogramme. Um Millionen Kinderleben zu retten, müssten weltweit 166 Millionen Kinder unter zwei Jahren immunisiert werden, heißt es in dem Bericht. Zudem müsse für 400 Millionen Kinder der Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessert werden. Zwar sei die Zahl der Todesfälle zwischen den Jahren 2000 und 2015 um 47 Prozent zurückgegangen, aber der Fortschritt sei "zu langsam".

Neueste Forschungsergebnisse ließen zudem eine erneute Verschlimmerung der Lage befürchten: Bis zum Jahr 2030 könnten demnach 735.000 weitere Kinder an Lungenentzündung sterben, wenn "das aktuelle Schritttempo beibehalten wird", heißt es in dem Bericht. Die Organisation verweist darauf, dass die Weltgemeinschaft damit ihr vor zwei Jahren in der Agenda 2030 vereinbartes Ziel verfehlt, dass bis zum Jahr 2030 kein Kind mehr an einer vermeidbaren Krankheit stirbt.

Save the Children appellierte an Staats- und Regierungschefs weltweit, die Bekämpfung von Lungenentzündungen oben auf die politische Tagesordnung zu setzen. Außerdem müssten die Preise für Impfstoffe sinken. Die Regierungen der besonders betroffenen Staaten und Geber müssten gemeinschaftlich dafür sorgen, dass lebensrettende Antibiotika jederzeit und überall verfügbar seien.

Quelle: n-tv.de

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