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Schwacher Mond, klarer Himmel Lyriden-Regen fast überall gut zu sehen

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Verschiedene Flugobjekte rund um die Milchstraße während des Lyriden-Meteorschauers am Nachthimmel über Fehmarn (Bild vom April 2018).

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit etwa 180.000 Kilometern je Stunde rasen die Sternschnuppen der Lyriden in die Erdatmosphäre und verglühen am Himmel. Den Höhepunkt erreicht der Schwarm der Himmelskörper in der Nacht auf den 22. April. Pro Stunde gibt es dann 20 Sternschnuppen - und wer sie sehen will, hat diesmal Glück.

Wenn in der Nacht vom 21. zum 22. April die Sternschnuppen der Lyriden auftauchen, können sich Hobbyastronomen über einen dunklen Himmel freuen. Denn nur zwei Tage später ist Neumond, so dass unser Trabant den Nachthimmel nicht aufhellt und auch schwächere Sternschnuppen zu sehen sein werden, wie die Vereinigung der Sternfreunde und das Heidelberger Haus der Astronomie mitteilten.

Und es wird größtenteils sternenklar: Einen meist wolkenfreien Himmel über Deutschland prognostizierte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag für die kommenden Nächte. Nur im Süden und Südwesten gebe es teilweise eine Wolkendecke, die Sternschnuppen könnten dennoch gut beobachtet werden, so der Sprecher.

Namensgeber: Sternbild Lyra

Die Lyriden wurden nach dem Sternbild der Leier (lateinisch Lyra) benannt, aus dem sie zu kommen scheinen. Das ist allerdings nur ein perspektivischer Effekt, ähnlich wie bei einer Autofahrt durch Schneegestöber. Auf ihrer Reise um die Sonne kreuzt die Erde den Angaben zufolge zu dieser Zeit Reste des im Jahr 1861 entdeckten Kometen Thatcher.

50 Kilometer pro Sekunde

Die kleinen Teilchen auf der Kometenbahn kollidieren dann mit rund 50 Kilometern pro Sekunde mit der Erdatmosphäre - das entspricht rasanten 180.000 Kilometern je Stunde. Die Teilchen werden stark erhitzt und bringen die umgebende Luft zum Leuchten. Dies erzeugt die Lichterscheinung, die Sternschnuppe genannt wird.

Strahlende Wega

Die Leier ist zwar nur ein kleines Sternbild, aber ihr auffälliger Hauptstern Wega ist der hellste Stern am nördlichen Himmel. Vier lichtschwächere Sterne bilden ein Parallelogramm, dazu kommt rechts oben die strahlende Wega. Im Jahreslauf gilt die Leier den Astronomen zufolge als Sommersternbild, daher kann man sie im April erst in den späten Abendstunden und dann bis zum Morgen sehen.

Nach Osten blicken

Von Nordosten her steigt das Sternbild auf und steht bis zum Beginn des Morgengrauens hoch über dem südöstlichen Horizont. Somit tauchen auch die Sternschnuppen der Lyriden demnach erst spät am Abend oder nach Mitternacht auf. Beobachter sollten dabei ihren Blick nach Osten richten.

20 Sternschnuppen pro Stunde

Üblicherweise sind der Vereinigung der Sternfreunde und dem Haus der Astronomie zufolge pro Stunde rund 20 Lyriden-Sternschnuppen zu sehen - also immerhin eine alle drei Minuten. Laut den Prognosen von Meteorexperten ist in diesem Jahr zwar nicht mit einem verstärkten Aufkommen zu rechnen, doch die nahe Neumondnacht macht es demnach Nachtschwärmern leichter, nach den Lyriden Ausschau zu halten.

Dunklen Standort suchen

Um besonders viele Sternschnuppen zu sehen, sollte allerdings einen Beobachtungsort fern von lichtdurchfluteten Städten aufgesucht werden. Denn dort ist der Himmel dunkler, so dass auch lichtschwächere Sternschnuppen durchs Blickfeld der Himmelsgucker huschen können.

Quelle: ntv.de, abe/AFP/dpa

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