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Rätselhaftes Aussterben Fiel der Megalodon dem Weißen Hai zum Opfer?

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Riesiger Räuber - doch womöglich musste sich der Megalodon einem Konkurrenten geschlagen geben.

(Foto: imago/StockTrek Images)

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Rund 20 Millionen Jahre lang herrscht der Megalodon über die Ozeane - ein gigantischer Riesenhai mit bis zu 20 Metern Länge. Doch dann verschwand der Riese plötzlich. Lange haben Forscher über sein Aussterben gerätselt. Mit einer neuen Methode gerät nun ein möglicher Verursacher in den Fokus.

Bis vor wenigen Millionen Jahren trieb ein Riesenhai sein Unwesen in den Weltmeeren: Der ausgewachsene Megalodon (Otodus megalodon) konnte eine Länge von bis zu 20 Metern erreichen. Die größten heute lebenden Weißen Haie sind mit einer Gesamtlänge von sechs Metern nur etwa ein Drittel so groß. Doch dann verschwand Megalodon vor 3,6 Millionen Jahren, nach zuvor rund 20 Millionen Jahren Herrschaft. Das Aussterben des Raubtiers galt lange als Rätsel. Nun haben Forscher neue Hinweise entdeckt - und ausgerechnet der kleinere Weiße Hai könnte dabei eine Rolle gespielt haben.

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Vergleich der Zahngröße zwischen einem Zahn des ausgestorbenen Megalodons und dem eines modernen Weißen Hais.

(Foto: MPI f. evolutionäre Anthropologie)

Indizien fanden Forscher in den Zähne der Meeresräuber. Ein internationales Forschungsteam untersuchte moderne und Fossilien in Form von Haifischzähnen aus der ganzen Welt - darunter Zähne des Megalodons sowie von modernen und fossilen Weißen Haien - auf das Verhältnis stabiler Isotope des Elements Zink. Mit dieser neuen Methode kann bestimmt werden, welchen Platz in der Nahrungskette (trophische Ebene) ein Tier einnahm. Die Forscher wollten so herausfinden, welche Wechselwirkungen es zwischen den Haiarten und ihrem Ökosystem gegeben haben könnte.

Der Megalodon war weit oben in der Nahrungskette

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass sowohl der Megalodon als auch sein Vorfahre in der Tat Spitzenprädatoren waren, die sich weit oben in ihrer jeweiligen Nahrungskette ernährten", sagt Michael Griffiths, Professor an der William Paterson University, laut einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. "Aber was wirklich bemerkens wert ist: Die Zink-Isotopenwerte von Haizähnen aus dem frühen Pliozän aus North Carolina deuten darauf hin, dass sich die trophischen Ebenen der frühen weißen Haie und des viel größeren Megalodon weitgehend überschneiden."

Konkurrierte Megalodon mit Weißen Haien um Nahrung?

Das deutet darauf hin, dass der Megalodon in der Urzeit mit Weißen Haien um Nahrung konkurrierte. "Unsere Ergebnisse deuten zumindest auf eine gewisse Überschneidung der von beiden Haiarten gejagten Beute hin", erklärt Kenshu Shimada, Professor an der DePaul University in Chicago. "Obwohl das Thema noch weiter erforscht werden sollte, zeigen unsere Ergebnisse die Möglichkeit eines Nahrungswettbewerbs zwischen Megalodon und den ebenfalls im frühen Pliozän lebenden weißen Haien auf."

Das Aussterben des Urzeit-Hais könnte also mit der Konkurrenz zum Weißen Hai zu tun haben, schreiben die Forscher in ihrer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie, aber auch mit anderen Konkurrenten wie Zahnwalen, die jedoch nicht Gegenstand der Analyse waren. Allerdings könnten auch weitere Faktoren wie etwa ein Klimawandel oder das Verschwinden von Beutetieren dazu beigetragen haben, die Herrschaft des Riesenhais zu beenden.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 01. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, kst

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