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Größtes gelegtes Feuer im All Raumkapsel "Cygnus" in Brand gesetzt

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"Cygnus" (li.) beim Verlassen der ISS am 14. Juni 2016 (Aufnahme von NASA TV).

(Foto: REUTERS)

Mit zwei Tonnen Müll dockt "Cygnus" von der Raumstation ISS ab. Doch bevor sie in der kommenden Woche in der Erdatmosphäre verglüht, hat die Kapsel noch einen letzten Dienst zu erfüllen: Sie soll im Dienst der Wissenschaft brennen.

Die unbemannte Kapsel "Cygnus" ist nach dem Verlassen der Internationalen Raumstation (ISS) zu Forschungszwecken im Weltall in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa handelte es sich um das bislang größte Feuer, das von Menschen im All ausgelöst wurde. Die Daten des Experiments sollen dafür genutzt werden, neue Brandschutzanlagen für Raumfahrzeuge sowie Brandschutzausrüstungen für Astronauten zu entwickeln.

"Cygnus" war am 14. Juni mit zwei Tonnen Müll an Bord von der ISS abgedockt worden. Etwa fünf Stunden später und in sicherer Entfernung von der Raumstation lösten die Nasa-Techniker dann das Feuer aus. Dabei wurde nach Angaben der Raumfahrtbehörde innerhalb eines abgeschlossenen Raums ein 1,00 Meter langes und 0,40 Meter breites Objekt aus Glasfaser und Baumwelle mittels eines glühenden Drahtes in Brand gesetzt.

Erst ein Feuer, dann Verglühen

Durch das Experiment wollte die Nasa Erkenntnisse darüber gewinnen, wie groß Flammen unter den Bedingungen der sogenannten Mikroschwerkraft werden, wie schnell sich das Feuer ausbreitet, wie heiß es wird und welche Menge an schädlichen Gasen entsteht. Die Nasa hatte in der Vergangenheit schon sehr kleine Feuer im All entfacht, aber noch nie die Entwicklung größerer Feuer erforscht.

"Cygnus" soll noch bis Mittwoch kommender Woche im All bleiben, um schließlich beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Pazifik zu verglühen. Die Kapsel war Ende März an der ISS eingetroffen. Sie war mit 3,6 Tonnen an Vorräten und Kleidern für die sechs Astronauten sowie Ausrüstung und Materialien für 250 Experimente beladen.

Seit Ende des Space-Shuttle-Programms der Nasa organisieren zwei private US-Firmen die Lieferung von Nachschub zur ISS. Dabei gab es mehrere Rückschläge. Die derzeitige "Cygnus"-Mission ist der insgesamt fünfte Transport des privaten Nasa-Partners Orbital ATK zur ISS und der zweite, seit im Oktober 2014 eine Orbital-Rakete kurz nach dem Start explodiert war. Damals wurde tonnenweise Ausrüstung für die ISS zerstört.

Orbital ATK soll im Rahmen eines 1,9 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) schweren Vertrags mit der Nasa dieses Jahr noch zwei weitere Transporte zur ISS übernehmen.

Quelle: n-tv.de, Daniel Jahn, AFP

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