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Transporter stürzt gen Erde Russischer Raumfrachter ist außer Kontrolle

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Die Sojus-Rakete samt Raumfrachter beim Start am 28. April.

(Foto: dpa)

Krimi im All: Der Start einer russischen Sojus-Rakete läuft gehörig schief. Eigentlich sollte sie einen Transporter auf den Weg zur ISS schicken - doch sie verpasst die korrekte Umlaufbahn. Die Kontrollstation verliert den Kontakt, der Raumfrachter ist verloren.

Der auf dem Weg zur Internationalen Raumstation (ISS) in Schwierigkeiten geratene russischer Raumfrachter "Progress M-27M" ist endgültig außer Kontrolle. "Nur ein Wunder kann noch helfen", sagte ein Vertreter der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos. Damit ist klar: Der unbemannte Frachter stürzt gen Erde, er wird in der Atmosphäre verglühen.

Zuvor hatte die Leitzentrale in Moskau versucht, den Transporter anzufunken und eine Kurskorrektur vorzunehmen. Doch aus dem All kam keine Reaktion. Der Transporter mit rund 2,4 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS bewegt sich auf einer falschen Umlaufbahn. Es wird damit gerechnet, dass er deshalb zwischen dem 7. und 11. Mai unkontrolliert abstürzen und in der Atmosphäre vollständig verglühen wird. "Falls dies geschieht, können wir einige Stunden vorher sagen, wohin mögliche Trümmer fallen", sagte ein Roskosmos-Experte. Durch den Verlust entstehe ein Schaden von etwa 88 Millionen Euro.

Die Panne ist beunruhigend, da sie bei einer Sojus-Rakete aufgetreten ist, die auch für bemannte Flüge genutzt wird. Möglicherweise wird nun auch der für den 26. Mai geplante Start von drei Raumfahrern zur ISS verschoben, um den Fehlschlag zunächst genau zu analysieren, hieß es.

Die Sojus hatte am Dienstag nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur die vorgesehene Umlaufbahn deutlich verfehlt. Hauptgrund war vermutlich ein Defekt an der dritten Stufe. Roskosmos zufolge hat die Raumstation vorerst noch genug Lebensmittel und technisches Material an Bord. Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten derzeit sechs Besatzungsmitglieder.

Quelle: n-tv.de, fma/AFP/dpa

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