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Testflug ist geglückt "Starliner" von ISS wieder zurück auf der Erde

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Die "Starliner"-Kapsel im Landeflug über dem Weltraumhafen von White Sands Missile Range in New Mexico.

(Foto: picture alliance/dpa/NASA/AP)

SpaceX und Co. sollten eigentlich schon längst einen Konkurrenten haben. Aber der "Starliner" von Boeing hinkt seinem Zeitplan wegen etlicher Pannen hinterher. Jetzt ist erstmals ein Testflug zur ISS und wieder zurück gelungen.

Das von Boeing im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA entwickelte "Starliner"-Raumschiff hat erstmals einen erfolgreichen Testflug zur Internationalen Raumstation ISS absolviert. Nach rund vier Tagen an der ISS dockte das unbemannte Raumschiff planmäßig wieder von der Raumstation ab und landete wenige Stunden später im US-Bundesstaat New Mexico, wie Boeing und NASA mitteilten.

Es handelte sich um einen wichtigen Test für den krisengeplagten "Starliner". Das Raumschiff soll künftig - als Alternative zur "Crew Dragon"-Raumkapsel von SpaceX - Astronauten zur ISS transportieren. Wegen einer Reihe von Problemen liegt das Projekt allerdings weit hinter dem Zeitplan. Eigentlich hätte der "Starliner" schon längst Astronauten von und zur ISS transportieren sollen, aber bei einem ersten Test im Dezember 2019 hatte es das Raumschiff - unter anderem wegen eines Problems mit der automatischen Zündung der Antriebe - nicht zur ISS geschafft.

Die Kapsel hatte rund 230 Kilogramm Fracht wie Lebensmittel, Kleidung und Schlafsäcke zur Raumstation gebracht. An Bord war auch eine Puppe namens Rosie, die mit Sensoren ausgestattet war und während des Flugs Daten sammeln sollte. Auf dem Rückflug hatte die Kapsel rund 270 Kilogramm Fracht dabei, darunter wiederverwendbare Atemluftbehälter. Bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre hatte die Raumkapsel ihren Antrieb abgeworfen, der in der Atmosphäre verglühen sollte. Die Kapsel selbst musste beim Wiedereintritt Temperaturen von bis zu 1650 Grad Celsius standhalten.

"Starliner"-Mission nicht ganz reibungslos

Die Mission verlief nicht ganz ohne Probleme. Nach NASA-Angaben hatten beim Start von der Erde zwei der insgesamt zwölf Triebwerke zur Steuerung der Flugbahn nicht funktioniert. Dennoch wurde die Kapsel mithilfe eines Ersatztriebwerks auf den richtigen Kurs gebracht. Am Tag des Andockens verpasste das Schiff die geplante Kontaktzeit um mehr als eine Stunde, nachdem ein Ring, der für das Einklinken in die Station verantwortlich war, nicht korrekt ausgefahren werden konnte. Insgesamt waren Vertreter von NASA und Boeing aber mit dem Test zufrieden.

Im vergangenen Jahr wurden die Tests mehrfach verschoben - und dann musste der "Starliner" schließlich wegen Ventil-Problemen komplett zurück in die Werkstatt. Die NASA hatte den geglückten Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in der vergangenen Woche als "Meilenstein" bezeichnet. An Bord des Raumschiffs waren über 300 Kilogramm Fracht, darunter Vorräte für die Besatzung der ISS. Der "Starliner" ist ein teilweise wiederverwendbares Raumfahrzeug, das aus einer Kapsel für die Besatzung und einem Servicemodul besteht, das mit einer Rakete gestartet werden kann. Nach der Zulassung für den Transport von Menschen kann es bis zu vier Besatzungsmitglieder zur ISS befördern.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP

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