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Der Erde ganz nah Supervollmond ist kaum zu unterscheiden

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Am 14. November tritt exakt um 14.52 Uhr die Vollmondphase ein. Nur drei Stunden zuvor kommt der Mond mit nur 356.509 Kilometern Distanz in extreme Erdnähe.

(Foto: imago/blickwinkel)

Der Vollmond, der am Montagnachmittag aufgehen wird, ist größer und heller als sonst und soll ein wahres Naturschauspiel sein. Dabei kann man mit bloßem Auge die Unterschiede gar nicht gut erkennen.

Der nächste Vollmond am 14. November wird ein ganz besonderer sein, denn der Mond kommt der Erde so nah wie selten. Genau genommen wird er dann nur 356.509 Kilometer von der Erde entfernt sein. Das ist so dicht wie seit Langem nicht mehr. Grund für das Auftreten des  sogenannten Supermondes sind zwei Ereignisse im All, die zeitgleich auftreten.

Zum einen entstehen die unterschiedlichen Abstände zwischen beiden Himmelskörpern durch die elliptische Umlaufbahn des Mondes um die Erde. Die Extrempunkte auf dieser Bahn werden als Apsiden bezeichnet. Der erdnächste Punkt, das Perigäum, hat eine Distanz von rund 360.000 Kilometern. Der erdfernste Punkt, das Apogäum, liegt bei rund 406.000 Kilometern. Dabei werden die Entfernungen zwischen den Mittelpunkten des Mondes und der Erde gemessen. Weil sich im All alles bewegt, variieren auch die Extrempunkte in ihren Distanzen. Der geringste Abstand, der entstehen kann, beträgt 356.410 und der größte 406.740 Kilometer.

Zum anderen trifft am 14. November ein Perigäum nahezu zeitgleich auf einen Vollmond. Bei diesen Konstellationen kann der Mond rund 10 Prozent größer und rund 15 Prozent heller scheinen als ein Vollmond mit mittlerer Distanz. Da der Mond genau um 14.52 Uhr in die Vollmondphase eintritt, das Perigäum schon drei Stunden vorher erreicht und in unseren Breiten erst gegen 18 Uhr aufgeht, hat er sich schon wieder ein wenig von der Erde entfernt. Doch das ist nicht ausschlaggebend dafür, dass man als Laie mit bloßem Auge den Größenunterschied mit einem Blick in den Himmel gar nicht genau sehen kann, denn es fehlt ja jeglicher Vergleich. Mit Teleskopen und Fotoapparaten, die mit speziellen Objektiven ausgestattet sind, lässt sich der Unterschied im Durchmesser durchaus sichtbar machen, wenn man das Mondbild im Perigäum gegen eines hält, das ein halbes Jahr alt und damit aus der Zeit stammt, als der Mond besonders erdfern stand. Dennoch wird es am Montag dort, wo man den Mond aufgehen sieht, ein faszinierendes Bild geben.  

Optische Täuschung am Horizont

Der als besonders groß empfundene Vollmond, der am Horizont aufsteigt, ist das Ergebnis aus mehreren Faktoren. Der sogenannte Supervollmond an sich - ein Begriff, der erst 2011 vom Astrologen Richard Nolle geprägt wurde und in der wissenschaftlichen Astronomie gar nicht verwendet wird - hat damit kaum zu tun. Es ist eher das, was mit der sogenannten Mondtäuschung bezeichnet wird. Bei dieser sieht man den aufgehenden Mond am Horizont um einiges größer als später hoch am Himmel. Die Ursache dieser optischen Täuschung ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Dazu kommt, dass es bereits im vergangenen Monat einen erdnahen Vollmond gab. Dieser war im Vergleich zum nun angekündigten Supervollmond gerade mal 0,5 Prozent kleiner. Sogar der Vollmond im Dezember wird nur rund ein Prozent kleiner sein als der im November. Die Unterschiede fallen also ziemlich gering aus.

Lichtverschmutzung trübt den Schein

Selbst die besondere Helligkeit des Supervollmondes kann der Laie mit bloßem Auge nicht wahrnehmen. Zudem hängt sie vor allem von der Transparenz der Atmosphäre ab. Das bedeutet, dass bereits dünne Wolkenschichten zu größeren Unterschieden in der Helligkeit des Mondes führen als die wechselnden Abstände zur Erde. Aus diesem Grund sind auch Wintervollmonde heller als die im Sommer, denn kalte Luft ist tendenziell klarer als warme. Auch die sogenannte Lichtverschmutzung durch Straßenlaternen oder andere künstliche Lichtquellen reichen aus, um die tatsächlichen Helligkeitsschwankungen des Mondes zu überdecken.

Wer also am 14. November Richtung Horizont und später gen Himmel schaut, wird dann wissen, dass dieser sogenannte Supervollmond weniger wegen seines Aussehens, sondern vielmehr wegen seiner Nähe zur Erde etwas Besonderes ist. Den letzten Vollmond mit vergleichbarer Distanz zur Erde gab es vor 68 Jahren, am 26. Januar 1948. Dieser stand der Erde sogar ganze 63 Kilometer näher, was einen Größenunterschied von 0,02 Prozent ausmacht. Den nächsten Vollmond, der als Supermond bezeichnet werden kann, wird es erst wieder am 25. November 2034 geben. Dieser ist dann 356.448 Kilometer von der Erde entfernt.

Obwohl sich der Mond pro Jahr rund 4 Zentimeter von der Erde entfernt, geht es noch näher. Am 6. Dezember 2052 wird der Vollmond der Erde sogar rund 80 Kilometer näher sein, als er es in diesem Jahr ist.

Quelle: ntv.de, jaz