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Metabolisches Syndrom Übergewicht ist für Männer riskanter

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Übergewicht belastet Herzen von Männern stärker.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Übergewicht muss nicht automatisch Krankheit bedeuten. Wie sich die überschüssigen Kilos tatsächlich auf die Herzgesundheit auswirken, untersuchen Forscher und stellen Unterschiede zwischen Frauen und Männern fest.

Menschen mit Übergewicht schleppen nicht nur überschüssige Pfunde, sondern auch eine Reihe an Gesundheitsrisiken mit sich herum. Das Herz zum Beispiel wird durch jedes überschüssige Kilogramm Körpergewicht stark belastet. Wie sehr sich Übergewicht auf die Herzgesundheit auswirkt, haben Forscher aus München und Regensburg untersucht.

Metabolisches Syndrom

Für das metabolische Syndrom (deadly quartet)  gibt es keine einheitliche Definition. Es ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Kombination aus mehreren Krankheiten und Symptomen. Dazu gehören: Übergewicht, ein gestörter Fett- und Cholesterinhaushalt, Bluthochdruck und ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel durch zu geringe Insulinwirkung.

Alle herangezogenen Faktoren werden maßgeblich durch den Lebensstil beeinflusst. Das metabolische Syndrom ist vor allem in Industrienationen verbreitet. Es gilt als wichtigster Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. In Deutschland bekommt es jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens.

Dafür wurden verschiedene Werte von insgesamt 377 Personen, davon 301 mit Übergewicht und 76 mit normalem Körpergewicht, erhoben. Die Forscher maßen den Taillenumfang, die Triglyzerid-Werte, den Blutdruck und die Glukosewerte im Blut im nüchternen Zustand. Sie gingen zudem von einem sogenanntem metabolischen Syndrom aus, wenn drei der Messwerte über einem vorher festgelegten Wert lagen: Taillenumfang bei Männern 102, bei Frauen 88 Zentimeter, Triglycerid 150 Milligramm/Deziliter, Nüchternglukose 110 Milligramm/Deziliter, Blutdruck 130 systolisch zu 85 diastolisch.

Mehr Fett, aber bessere Werte

Die Frauen der Untersuchung waren dreimal öfter metabolisch gesund als die Männer, obwohl übergewichtige Frauen einen höheren Körperfettanteil haben als übergewichtige Männer. Trotz normaler Werte sollte das Konzept des metabolisch gesunden Übergewichts in Bezug auf die Herzgesundheit nicht überschätzt werden, warnen die Forscher, die im zweiten Teil ihrer Untersuchung auch die Leberfunktion und die Insulinresistenz der metabolisch gesunden Probanden unter die Lupe nahmen.

Hatten zuvor 8,1 Prozent der übergewichtigen Personen (11,2 Prozent der Frauen und 3,3 Prozent der Männer) metabolisch gesundes Übergewicht, blieben nach der Erhebung der Daten zu Leberfunktion und Insulinresistenz nur 4,3 Prozent der Probanden übrig – alle weiblich. Außerdem untersuchten die Forscher die Probanden mit metabolisch gesundem Übergewicht nach im Durchschnitt 6,2 Jahren erneut. Bei ganzen 30 Prozent wurde nun einen Bluthochdruck festgestellt, bei 12 Prozent ein Diabetes mellitus Typ 2. Zudem hatten sich eine Reihe weiterer Risikofaktoren ungünstig entwickelt. "Metabolische Gesundheit" bei Übergewicht sei also weniger harmlos als häufig gedacht, betonen die Forscher. Die Studienergebnisse wurden auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) vorgestellt.

Quelle: ntv.de, jaz