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Schon wieder was vergessen? Was Sie über Alzheimer wissen sollten

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Der Gedächtnisverlust, mit dem die Alzheimer-Erkrankung einhergeht, birgt Gefahren.

(Foto: imago/McPHOTO)

Vergesslichkeit kennt jeder. Mal liegt der Schlüssel nicht da, wo man ihn vermutet, ein andermal geht einem ein Termin durch die Lappen. Doch wenn man sich nicht mehr daran erinnert, diesen Termin überhaupt vereinbart zu haben, kann eine Erkrankung dahinterstecken.

Für das Vergessen kann es viele ganz unterschiedliche Gründe geben: Stress oder Schlafmangel können schuld sein, denn sie beeinträchtigen das Konzentrationsvermögen. Auch wenn das Wassertrinken zu kurz kommt, kann sich das auf die Denkleistung auswirken. Daneben können leichte Durchblutungsstörungen, wie sie im Alter häufig vorkommen, das Gedächtnis beeinträchtigen, ebenso Schilddrüsenstörungen und Depressionen. Es muss also nicht gleich Alzheimer sein. Dennoch ist Fakt, dass in Deutschland eine Million Menschen von dieser Krankheit betroffen sind – Tendenz steigend. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Woran erkennt man Alzheimer?

Vergesslichkeit ist die wohl bekannteste Auswirkung der Alzheimer-Erkrankung; hinzu kommt, dass die Lernfähigkeit nachlässt und es schwerer fällt, sich zu orientieren. Auch Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit gehören zu den Symptomen. Die Persönlichkeit verändert sich, das Urteilsvermögen kann beeinträchtigt sein und Sprachprobleme können auftreten.

Wohin wendet man sich bei einem Verdacht auf Alzheimer?

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Der überweist dann vielleicht in eine Gedächtnisambulanz. Dort wird eine genaue Diagnose von Hirnleistungsstörungen vorgenommen. Gedächtnisambulanzen sind auf die Früherkennung von Demenz spezialisiert. Weitere Anlaufstellen listet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. auf.

Alzheimer und Demenz – wo ist der Unterschied?

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen, die durch den allmählichen Verlust geistiger Fähigkeiten wie Denken, Erinnern und Orientieren gekennzeichnet sind und die dazu führen, dass der Patient alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig bewältigen kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz. Rund 60 Prozent aller Demenzen werden durch Alzheimer hervorgerufen. Eine andere Form ist zum Beispiel die vaskuläre Demenz. Ihr liegen Durchblutungsausfälle im Gehirn zugrunde. Bei einigen Formen von Demenz weiß man noch nicht sicher, wie sie entstehen.

Was geschieht bei Alzheimer im Gehirn?

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Computer Tomographie bei einem an Alzheimer erkrankten Patienten: Die hellen Stellen und der hellblaue Rand zeigen an, wie viel Hirnmasse bereits verloren gegangen ist.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Nervenzellen und Nervenzellkontakte sterben nach und nach ab, das Gehirn kann um bis zu 20 Prozent schrumpfen. Gleichzeitig bilden sich abnorm veränderte Eiweiße, die als Ablagerungen im Gehirn erkennbar sind. Der Botenstoff Acetylcholin liegt nicht mehr in ausreichendem Maße vor; das führt zu einer allgemeinen Leistungsschwäche des Gehirns.

Was begünstigt Alzheimer?

Das größte bekannte Alzheimer-Risiko ist das Alter. Alzheimer tritt normalerweise bei Menschen auf, die älter sind als 65 Jahre. Daneben führen Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin-Werte und Diabetes zu einem erhöhten Alzheimer-Risiko. Letztlich spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle.

Kann man Alzheimer vorbeugen?

Eine Garantie, nicht an Alzheimer zu erkranken, gibt es nicht. Aber es ist möglich, das Risiko deutlich zu senken. Vier große Bausteine bilden das Fundament für geistige Fitness im Alter: Bewegung, ausgewogene Ernährung, stetes Lernen und Geselligkeit. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Treppen laufen, täglich 30 Minuten walken, schwimmen oder radfahren; oft Fisch essen, außerdem viel Gemüse und Obst; eine Sprache lernen oder musizieren; Nachbarn zum Kaffee einladen oder zur Tanzschule gehen. Alzheimer-Prävention kann Spaß machen.

Ist Alzheimer behandelbar?

Alzheimer ist eine fortschreitende Erkrankung und kann bislang nicht geheilt werden. Eine medikamentöse Behandlung sowie Krankengymnastik, Sprachtherapie und Biografiearbeit können den Verlauf der Krankheit verzögern und die Lebensqualität der Betroffenen steigern. Je früher damit begonnen wird, umso besser.

Wieso gibt es kein Medikament, das Alzheimer heilt?

Alzheimer ist eine äußerst komplexe Erkrankung. Noch ist nicht vollständig geklärt, welche Mechanismen genau zum Absterben der Nervenzellen führen. Das macht die Entwicklung eines Medikaments schwierig. Fest steht, dass die ersten Veränderungen im Gehirn schon 20 Jahre vor dem Auftreten der Symptome stattfinden können. Neue Wirkstoffe wurden meist Patienten verabreicht, die bereits Alzheimer-Symptome hatten. Möglicherweise - so beschreibt es die Alzheimer Forschung Initiative e.V. - waren die Veränderungen da bereits so weit fortgeschritten, dass eine positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs nicht mehr möglich war. Die Hoffnung der Forscher liegt daher darauf, Alzheimer im Frühstadium zu bremsen.

Quelle: n-tv.de, asc

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