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Stress statt Einkehr und Ruhe Was Weihnachten mit Europäern macht

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Der Stress vor Weihnachten kann selbst dem Weihnachtsmann zu viel werden.

(Foto: imago stock&people)

Lichterglanz und Tannenbaum: In der Weihnachtszeit sollte man sich besonders wohlfühlen. Doch dieses Gefühl stellt sich bei der Mehrzahl der Europäer nicht ein - im Gegenteil, mit einer Ausnahme.

Für viele Menschen in Europa bringt die Weihnachtszeit alles andere als Ruhe und Einkehr. Was genau die Tage ums Fest mit Europäern macht, haben Forscher der Universität Göttingen analysiert.

In ihrer Studie wertete das Team um Professor Michael Mutz große Datenmengen der europäischen Sozialstudie (European Social Survey) aus. Diese kamen aus insgesamt elf europäischen Ländern christlicher Prägung, also aus Belgien, Estland, Deutschland, Ungarn, Irland, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien und stammen aus zwei Umfragerunden.

Christen fühlen sich wohler

Alle Teilnehmer wurden dazu befragt, wie zufrieden sie mit ihrem Leben seien und wie sie ihren emotionalen Zustand beurteilen würden. Im Allgemeinen fühlten sich die Befragten in der Weihnachtszeit wesentlich unwohler und unzufriedener als sonst, mit einer Ausnahme: "Christen, vor allem jene, die sich selbst als sehr religiös einstufen, sind in der Vorweihnachtsphase positiver eingestellt und zufriedener mit ihrem Leben", resümiert Prof. Michael Mutz von der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Institut für Sportwissenschaften. Das Wohlbefinden bei Christen werde in dieser Phase weniger negativ beeinflusst als bei Nicht-Christen, so Mutz weiter.

Die Gründe dafür könnten am vorweihnachtlichen Trubel und an der ständig wachsenden Ausrichtung auf materiellen Konsum liegen. "Viele fühlen sich gestresst durch den Druck, rechtzeitig Geschenke kaufen und die mit den Feiertagen verbundenen gesellschaftlichen Verpflichtungen erfüllen zu müssen. Finanzielle Sorgen werden oft als zusätzliche Belastung empfunden", so Mutz. Bei Christen, die in der Vorweihnachtszeit möglicherweise weniger materialistisch und konsumorientiert handeln, könnte das auch zu weniger gefühltem Stress und damit zu mehr subjektiven Wohlbefinden führen.

Quelle: n-tv.de, jaz

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