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Heikler Moment der Mission Weltraumteleskop James Webb entfaltet Schirm

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Was auf der Erde funktionierte, klappte nun auch im All: Der Sonnenschild des Weltraumteleskops James Webb ist geöffnet.

(Foto: AP)

Das Teleskop James Webb soll so tief ins Weltall blicken wie noch kein menschliches Forschungsinstrument zuvor. Doch zuvor müssen die empfindlichen Sensoren mit einem gewaltigen Segel geschützt werden. Mit dessen korrekter Positionierung steht und fällt die Mission.

Das Weihnachten gestartete Weltraumteleskop James Webb hat in einer wichtigen und komplizierten Etappe seinen riesigen Sonnenschild voll entfaltet. "Alle fünf Schichten des Sonnenschilds sind vollständig gespannt", sagte eine NASA-Mitarbeiterin im Kontrollzentrum in der US-Stadt Baltimore, während ihre Kollegen in Jubel ausbrachen. Mit dem Ausfahren des Schilds war am Vortag begonnen worden.

Der wie ein Segel geformte Sonnenschild von der Größe eines Tennisplatzes schützt das Teleskop und seine sensiblen Instrumente vor Wärme und Licht. Seine haarfeinen Membrane bestehen aus Kapton, einem Material, das für seine Hitze- und Kältebeständigkeit bekannt ist.

Weil das Teleskop zu groß für die Ariane-5-Rakete war, hatte es vor dem Start zusammengefaltet werden müssen. Das Entfalten im Weltraum war dann ein komplexer und riskanter Vorgang, der den NASA-Verantwortlichen viele Sorgen bereitet hatte. "Wenn ich gefragt werde, was mich nachts wach hält, dann das Ausfahren des Sonnenschilds", sagte Projektmanager Bill Ochs vor der Operation.

Blick in die Frühzeit des Universums

Eine Ariane-5-Rakete hatte den Nachfolger des legendären Hubble-Teleskops am ersten Weihnachtstag vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana aus ins All gebracht. Das James-Webb-Teleskop soll die Frühzeit des Universums vor 13 Milliarden Jahren und damit nur wenige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall erforschen. Astronomen versprechen sich Rückschlüsse auf die Bildung der ersten Sterne und Galaxien.

Das nach einem ehemaligen Direktor der US-Raumfahrtbehörde benannte Teleskop wurde gemeinsam von der NASA, der europäischen Weltraumorganisation ESA und der kanadischen Weltraumagentur CSA entwickelt. Auch das Max-Planck-Institut für Astronomie, die Universität Köln sowie mehrere deutsche Unternehmen beteiligten sich.

Das 1989 gestartete Projekt sollte ursprünglich Anfang der 2000er-Jahre in Betrieb gehen. Immer neue Probleme verzögerten das Vorhaben jedoch jahrelang, die Kosten verdreifachten sich auf fast 10 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Auch der Start musste dann mehrfach verschoben werden.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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