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Vor allem bei Männern Ende 50 Wenn Sex mit dem Tod endet

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Etwa 2 von 1000 Menschen trifft der Liebestod.

(Foto: imago/allOver-MEV)

Es sollte die schönste Sache der Welt sein. Doch manche Menschen überleben das Liebesspiel nicht. Vor allem Männer Ende 50 mit einer Vorerkrankung, die sich nicht mit ihrer Ehefrau vergnügen, sind gefährdet, wie eine Untersuchung zeigt.

Sex ist gesund. Er setzt Glückshormone frei, kurbelt die Immunabwehr an und stärkt das Herz. Dass Sex jedoch auch ein Auslöser für einen natürlichen Tod sein kann, vor allem, wenn es Schädigungen oder Vorerkrankungen im Herz-Kreislaufsystem gibt, zeigt eine Untersuchung von Rechtsmedizinern des Universitätsklinikums der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Das Team um Lena Lange und Markus Parzeller durchforstete die Daten von insgesamt 38.000 Autopsien aus 45 Jahren, um "Liebestote" ausfindig zu machen – und fanden 99 Fälle, also 0,26 Prozent, bei denen Sex als Auslöser für den Tod im Raum stand. Zudem sind es vor allem Männer, die den Liebestod sterben. In nur 8 der 99 Fälle handelte es sich um Frauen. Das durchschnittliche Alter der Männer lag bei 57,2 Jahren, der Frauen bei 45 Jahren. 30 der Männer waren, deutet man die Situation des Auffindens richtig, durch Masturbation gestorben. Von den übrigen 61 Liebestoten hatten 43 Sex mit einer Geliebten oder einer Prostituierten. Neun Männer starben während oder nach dem Sex mit der Ehefrau. Fünf Männer überlebten homosexuelle Kontakte nicht.

Zu große Belastung

Die sexuelle Aktivität scheint in diesen Fällen zu viel Stress ausgelöst zu haben und eine zu große körperliche Belastung gewesen zu sein. Als Todesursachen werden hauptsächlich koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkte oder Hirnblutungen angegeben. Daneben werden aber auch geplatzte Aneurysmen oder krankhaft erweiterte Schlagadern als Gründe für den Liebestod genannt. Die meisten Fälle gab es im Sommer und im Frühling. Der Großteil ereignete sich im eigenen Haushalt.

Die Forscher gehen davon aus, dass es insgesamt noch viel mehr Liebestote gibt. Wenn der Liebestod innerhalb einer Ehe oder stabilen Lebensgemeinschaft auftritt, wird er als solcher von den Behörden nicht aufgenommen oder untersucht. Aus diesem Grund raten sie Ärzten dazu, Menschen mit spezifischen Vorerkrankungen über mögliche Risiken, einen Liebestod zu sterben, aufzuklären. Lebens- oder Ehepartner, die auf diese Weise ihren Partner verlieren, könnten psychologische Unterstützung benötigen.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of Sexual Medicine".

Quelle: n-tv.de, jaz

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