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Mythos hält sich hartnäckig Zucker ist gar kein Glücklichmacher

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Zucker in seiner reinen Form macht müde.

(Foto: www.imago-images.de)

Naht die Mittagsstunde, greifen viele zu Schokoriegeln, Keksen oder Kuchen, um leistungsfähig zu bleiben. Der Zucker in den Süßigkeiten bringt jedoch gar nicht den erhofften Effekt, wie Forscher jetzt nachweisen.

In Softdrinks, Keksen oder Fertiggerichten: Zucker ist fast überall drin. Er gilt als Wachmacher und Stimmungsaufheller. Ob der Konsum des süßen Stoffes in seiner reinen Form wirklich solche Effekte hat, haben Forscher der Humboldt-Universität in Berlin untersucht. Das Team um Konstantinos Mantantzis schaute sich dafür 31 veröffentlichte Studien an, bei denen insgesamt 1259 Probanden Fragen zum Einfluss von Zucker auf ihr Befinden beantworten sollten. Die Studienteilnehmer sollten einschätzen, ob sie sich nach dem Konsum von Zucker eher wach, müde, aufmerksam, depressiv oder müde fühlten.

Nachdem sich die Forscher diese Daten angeschaut und ausgewertet hatten, konnten sie jedoch nicht die gängigen Auffassungen vom Zucker als Glücklichmacher bestätigen. Die Analysedaten weisen eher darauf hin, dass Zucker gar keinen positiven Effekt auf die Stimmung oder die Leistungsfähigkeit der Probanden hatte. Im Gegenteil: Diejenigen, die bei den Untersuchungen Zucker bekamen, gaben an, sich nach einiger Zeit eher müde zu fühlen. Die Gruppe der Probanden hingegen, die ein Placebo erhielten, klagten nicht über diesen Effekt. Selbst bei den Studienteilnehmern, die nach der Zuckeraufnahme Sport trieben oder etwas anderes Anstrengendes machten, wurde durch den süßen Stoff zwar Energie zur Verfügung gestellt, auf die Stimmung hingegen gab es keinen nachweisbaren Einfluss.

Das Märchen vom Zuckerschub

Die Forscher sind sich aufgrund ihrer Ergebnisse sicher, dass es den wachmachenden und stimmungsaufhellenden Zuckerschub gar nicht gibt. Sie gehen sogar davon aus, dass Zucker eher negative Auswirkungen auf Laune und Gesundheit hat. Klar ist ja bereits, dass ein zu hoher Konsum von Zucker zu Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies führt.

Die Studie weist auch einige Schwächen auf. In ihrer Meta-Analyse haben sich die Forscher ausschließlich auf den Zucker und seine Auswirkungen konzentriert. Möglich ist, dass die anderen Zutaten in Süßigkeiten wie Fette, Nüsse, Kakao oder Koffein oder die Mischung daraus die spürbaren Effekte liefern, die immer wieder so viele Menschen zum süßen Snack als Stimmungsaufheller greifen lässt. Der Zucker in reiner Form ist es jedenfalls nicht.

Die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin "Neuroscience & Biobehaviorial Reviews".

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Quelle: n-tv.de, jaz

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