Frage & Antwort

Verwirrung um Zitrusfrüchte Sind Grapefruit und Pampelmuse dasselbe?

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Beliebtes Frühstücksobst - die Grapefruit.

(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Es ist nicht so richtig klar: Grapefruit oder Pampelmuse - handelt es sich dabei um dasselbe Obst? Oder sind es zwei unterschiedliche Sorten? ntv.de fragt bei einem Ernährungsexperten nach.

Sie schmeckt bitter, irgendwie auch süß und gilt als Superfood: die Grapefruit. Wie Orangen, Mandarinen und Zitronen zählt sie zu den Zitrusfrüchten. Aber Moment mal: Gibt es nicht auch die Pampelmuse? Oder ist eine Pampelmuse dasselbe wie eine Grapefruit?

"Nein", sagte Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), zu ntv.de. "Die Pampelmuse ist eine eigene Art. Die Grapefruit hingegen ist eine Mischung aus Pampelmuse und Orange." Bei der Grapefruit handele es sich um eine natürliche Kreuzung. "Das war reiner Zufall", so Seitz. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts sei die Grapefruit auf der Insel Barbados entdeckt worden. Die Pampelmuse wiederum stammt aus Thailand und Malaysia.

Und es gibt gewaltige Unterschiede zwischen beiden Zitrusfrüchten: "Eine Pampelmuse ist viel größer als eine Grapefruit", so der Ernährungswissenschaftler. Sie könne bis zu zwei Kilogramm schwer werden und einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Grapefruits hingegen wögen zwischen 150 und 350 Gramm.

Pampelmusen eher birnenförmig

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Die birnenförmige Pampelmuse - ihr wissenschaftlicher Name lautet Citrus maxima, die "größte Zitrone".

(Foto: imago images/netsuthep)

Auch bei der Form kann man beide Obstsorten gut voneinander unterscheiden. Pampelmusen sind eher birnenförmig, Grapefruits hingegen eher rundlich. Die Schale bei Pampelmusen kann glatt, aber auch fein genoppt sein. Farblich variiert sie von grünlich gelb, hellgelb bis gelborange. Bei Grapefruits ist die Schale ebenfalls glatt, aber hellgelb bis rötlich gelb gefärbt. Anders als die Pampelmuse wächst die Grapefruit in Trauben, daher auch ihr Name, der auf Deutsch "Traubenfrucht" bedeutet.

Grapefruits sind als Obst zum Frühstück beliebt. Dafür reicht es, sie einfach in zwei Hälften zu schneiden, die Segmente heraustrennen und auslöffeln. Die Pampelmuse dagegen muss geschält werden, was je nach Sorte mehr oder weniger schwierig ist. Anschließend bricht man die einzelnen Segmente auseinander, entfernt die bitteren Häute und gibt Stücke davon in den Fruchtsalat.

Und was ist eine Pomelo? "Hier wird es ein bisschen schwierig", so Seitz. "Die Pomelo ist eine Sorte der Pampelmuse, hat aber auch einen Erbanteil der Grapefruit, die ihrerseits eine Sorte der Pampelmuse ist." Was das Ganze noch verwirrender macht: "Im Spanischen werden alle drei, also Pomelo, Pampelmuse und Grapefruit als Pomelo bezeichnet", sagt Seitz.

Bitterstoffe nicht unproblematisch

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Kleiner als eine Pampelmuse und eher rundlich: die Pomelo.

(Foto: PantherMedia / Yann Song Tang)

Ähnlich sind die drei Zitrusfrüchte sich auch, was ihre Inhaltsstoffe angeht. "Alle drei sind sehr reich an Vitamin C und haben eine Bitternote, die ihr vor allem durch den Bitterstoff Naringin verliehen wird", erklärt Seitz. Vitamin C stärke im Zusammenspiel mit den anderen enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium das Immunsystem. "Der Bitterstoff Naringin regt die Verdauung an und sorgt gleichzeitig für ein Sättigungsgefühl", so Seitz. Daher seien Grapefruits auch bei Diäten beliebt, denn gleichzeitig seien sie kalorienarm.

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Doch die Bitterstoffe haben auch einen Nachteil: "Sie können zum Problem für Menschen werden, die regelmäßig Medikamente einnehmen." Der Grund: Die Bitterstoffe blockieren in der Leber ein Enzym, das eigentlich für den Abbau der Wirkstoffe bestimmter Arzneimitteln verantwortlich ist. "Das kann Nebenwirkungen von Medikamenten verstärken." Seitz rät daher Menschen, die Medikamente einnehmen müssen, vor dem Verzehr von Grapefruit, Pampelmuse und Pomelo einen Arzt zurate zu ziehen.

Übrigens: Auch Orangen stammen von Pampelmusen ab. Sie sind eine verschlungene Kreuzung zwischen Pampelmuse und Mandarine. Genanalysen ergaben laut einer Studie aus dem Jahr 2018, dass in Orangen das Erbgut zu 42 Prozent aus der Pampelmuse und zu 58 Prozent aus der Mandarine stammt. Es gibt auch die Bitterorange, die vermutlich eine direkte Kreuzung zwischen Mandarine und Pampelmuse ist. Von ihr wiederum stammt durch eine weitere Kreuzung mit der Urzitrone Cedrat die heute gebräuchliche Zitrone ab. Eine komplizierte Familie, diese Zitrusfrüchte.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 03. Dezember 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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