Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 373 Helfen Atemschutzmasken bei Smog?

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Staubschutzmasken des Typs EN149 wehren einen Großteil des Feinstaubs ab.

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Ich sehe immer wieder Leute mit Atemmaske im Straßenverkehr. Hilft das wirklich gegen Feinstaub? Und weil ich im Frühjahr immer heftig niesen muss, frage ich mich außerdem, ob man die auch gegen Pollen tragen könnte.
(fragt Georg S. aus München)

In asiatischen Großstädten gehört sie quasi zum Stadtbild: die Atemschutzmaske. Ob medizinisch weiß, gestreift, einfarbig, mit Vampirzähnen oder im gleichen Muster wie die Jacke – fast mutet sie wie ein modisches Accessoire an. Ob sie aber tatsächlich etwas bringt, wird dort lieber nicht hinterfragt.

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Allergiker haben es nicht leicht, wenn Pollen durch die Lüfte wirbeln.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wir haben es im Leserauftrag doch getan und eine erstaunliche Antwort bekommen: Karl Christian Bergmann, Wissenschaftler am Allergie-Centrum der Charité, sagt, die Wirkung von Atemschutzmasken sei rein psychologisch. Das gelte sowohl in Bezug auf Feinstaub, als auch für Pollen. Diese haben eine Größe von 10 bis 100 Mikrometern und passen durch einfache Schutzmasken daher locker durch.

Spezielle Masken können schützen

Der gefährliche Feinstaub ist zwischen weniger als 2,5 und 10 Mikrometern klein – und damit nur schlecht filterbar. Er kann tief ins Lungengewebe eindringen, von dort aus in die Blutbahn gelangen und Entzündungsprozesse auslösen. Die Folgeerscheinungen reichten von lokalen Reizungen der Schleimhäute, Atemwege und Bronchien bis hin zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenkrebs, erklärt das Centrum für Reisemedizin (CRM) Frankfurt.

Einzig Staubschutzmasken der Norm EN149, die Partikel bis zur Größe von 0,15 Mikrometern filtern, würden laut CRM tatsächlich helfen. Allergie-Experte Bergmann allerdings bezweifelt, dass sie vollständig schützen. Dazu kenne er keine publizierten Daten. Pollen jedoch kämen durch die EN149-Maske tatsächlich nicht durch.

Das Tragen dieser Spezialmasken wird von Experten während eines längeren Aufenthalts in dicker Luft mit stark erhöhten Feinstaubwerten vor allem für Kinder, Schwangere und Menschen, die bereits Atemwegsprobleme haben,  empfohlen. Ob es sich aber auch in lauer Frühlingsluft lohnt, sich für eine freie Nase eine sperrige Maske über Mund und Nase zu spannen, muss jeder Pollenallergiker selbst herausfinden.

Quelle: n-tv.de

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