Frage & Antwort

Frage & Antwort Ist Sport am Morgen besser?

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Für viele Frühaufsteher ist Sport am Morgen eine echte Wohltat.

(Foto: imago/Westend61)

Schon der Gedanke an Frühsport tut vielen weh. Kaum vorstellbar, kurz nach dem Aufstehen loszurennen oder Gewichte zu stemmen. Dabei wird immer wieder zu Training am Morgen geraten. Aber warum?

Viele Menschen kennen das: Der Wecker klingelt und man fühlt sich, als sei man gerade erst eingeschlafen. Müde und taumelnd gelingt gerade so der Weg ins Bad und zur Kaffeemaschine. In diesem Zustand Sport zu treiben, scheint eine echte Schnapsidee. Dabei wird immer wieder zum Sport am Morgen geraten. Ob es wirklich besser ist, sich gleich zu Tagesbeginn intensiv zu bewegen, beantwortet Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln für n-tv.de.

"Alle Menschen, die weder Frühaufsteher noch Langschläfer sind, haben zwei Leistungshochs am Tag. Das erste ist zwischen 10 und 11 Uhr morgens und das zweite, noch höhere Hoch zwischen 16 und 18 Uhr am Nachmittag", erklärt Froböse. "Trainiert man leistungsorientiert, dann müssen diese beiden Hochs ausgenutzt werden. Für alle anderen Menschen, die sich bewegen wollen, ist es wirklich egal, wann sie sich bewegen, Hauptsache, sie bewegen sich", betont der Experte. Für Breitensportler gehe es ja darum, einen Trainingsreiz zu bekommen und nicht, eine Leistung zu erbringen, so der Experte als Begründung.

Bloß kein extra Stress

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Wer Mannschaftssport liebt, steht morgens allerdings allein da.

(Foto: imago/Photocase)

Bei Freizeitsportlern sollte immer der Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen. Wird der Sport am Morgen zu einem zusätzlichem Stressfaktor, dann wächst das Risiko, dass das wöchentliche Pensum sinkt oder man ganz und gar damit aufhört. Wer durch Sport sein Körpergewicht reduzieren will und denkt, dass Sport am Morgen zu einer höheren Fettverbrennung führt, der täuscht sich. "Bei untrainierten Menschen funktioniert diese Art von Fettstoffwechsel nicht" betont Froböse. "Denn man braucht Kohlenhydrate, damit Fette für die Bewegung zur Verfügung stehen." Eine Trainingseinheit ohne Frühstück sei nur den Körpern von trainierten Menschen zuzumuten, denn die haben einen gut darauf eingestellten Fettstoffwechsel. Untrainierte Körper seien hingegen damit völlig überlastet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Bewegung am Morgen und vor dem Frühstück prinzipiell tabu ist. Eine Morgengymnastik oder ein leichtes Stretching ist jedem zu raten. Die meisten Menschen fangen von sich aus intuitiv sogar noch im Bett damit an. Durch morgendliches Recken und Strecken, Gähnen und tiefes Atmen werden nach dem Schlaf die Lebensgeister geweckt, die Muskulatur wird behutsam in die Länge gezogen und damit aktiviert. Wer dann noch die Gliedmaßen bewegt, der kann gleich noch seine Gelenke "schmieren".

Gute Gründe, für Sport am Morgen

Tatsächlich gibt es aber zwei nicht zu vernachlässigende Faktoren, die dafür sprechen, Sport zu Beginn des Tages zu treiben: In den heißen Sommermonaten ist es kühler als am Abend und damit für die meisten angenehmer, sich zu bewegen. Zudem ist sowohl die Schadstoff- als auch die Ozonbelastung am Morgen geringer als am Abend.

Für alle, die keine Probleme mit morgendlichem Sport haben, ist es ratsam, nicht gleich kurz nach dem Aufstehen mit dem Training zu beginnen, sondern vorher etwas Morgengymnastik zu machen, um Muskulatur und Gelenke auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten.

Übrigens: Sport am Abend kann bei manchen Menschen zu Einschlafstörungen führen. Der Körper benötigt nämlich mindestens zwei Stunden, um vom Trainingszustand zum Ruhezustand zu wechseln. Erst dann kann man einschlafen.

Quelle: n-tv.de

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