Frage & Antwort

Frage & Antwort Sollen Erdbeeren gebadet werden?

imago51538116h.jpg

Erdbeeren müssen vorsichtig gebadet werden.

Ich habe gehört, dass man Erdbeeren nicht unter fließendem Wasser abspülen sollte. Stimmt das und wenn ja, warum nicht? (fragt Sabine O. aus Karlsruhe)

Erdbeer-Eisbecher, -Torte oder -Bowle: Die roten Früchte werden vor allem zur Erntezeit vielfältig eingesetzt und schmecken Jung und Alt - aber manchmal lässt das Aroma zu wünschen übrig. Dann sind Erdbeeren einfach nur fad und wässrig im Geschmack. Woran liegt's?

imago71323214h.jpg

Schon beim Transport der frisch gepflückten Erdbeeren ist Fingerspitzengefühl gefragt.

(Foto: imago/Eibner)

Tatsächlich können Erdbeeren wässrig schmecken, weil sie zu lange gewaschen worden sind oder einfach zu lange im Wasser lagen. Erdbeeren sind nämlich empfindliche Früchte, die man nicht unter einem Wasserstrahl waschen sollte, da auf diese Weise nicht nur Schmutz und Stroh von den Früchten gespült wird, sondern auch Aroma verloren geht. Zudem kann ein zu harter Wasserstrahl Druckstellen auf den Erdbeeren verursachen, die wiederum zu Geschmacksverlust führen.

Erdbeeren sind sehr empfindlich

Aus diesem Grund sollten Erdbeeren, die weiterverarbeitet werden sollen, vorsichtig in einer Schale mit kaltem Wasser hin und her bewegt, also gebadet werden. Danach werden die Früchte vorsichtig aus dem Wasser genommen und in ein mit Küchentüchern ausgelegtes Sieb zum Abtropfen gegeben. Erst dann sollten mit einem scharfen Messer die Kelchblätter entfernt und die Früchte in die gewünschte Form geschnitten werden. Die Kelchblätter der Früchte sollten immer erst nach dem Spülen entfernt werden, denn sonst saugen sie sich auch beim kurzen Baden schneller mit Wasser voll.

Erdbeeren, die nicht gleich gegessen oder verarbeitet werden, sollten auch nicht gewaschen werden. Frische Früchte können ein, höchstens zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks, am besten abgedeckt in einer Schüssel, gelagert werden. Sollen die Erdbeeren eingefroren werden, ist es auch für das Aroma besser, sie vorher zu pürieren. Erdbeeren, die eingefroren, mit Schokolade überzogen oder auf einen Kuchen gelegt werden sollen, müssen vorher ganz trocken sein.

Aber nicht nur die Art, die Früchte zu waschen, ist maßgeblich für den Geschmack der Früchte. Die Erdbeeren, die in Gewächshäusern oder in begehbaren Folientunneln wachsen und reifen, haben meistens weniger Aroma, weniger Duft und weniger Nährstoffe als Früchte, die Luft und Sonne abbekommen haben. Aus diesem Grund ist es wichtig, erst einmal eine Nase vom Duft der Früchte zu nehmen und am besten auch zu kosten, bevor man kauft. Erdbeeren, die nur wenig oder gar nicht duften, haben auch kein volles Aroma. Das betrifft vor allem Früchte, die außerhalb der heimischen Erdbeersaison im Angebot sind. Diese sollten ohnehin nur für dekorative Zwecke gekauft werden.

Auch die Farbe prüfen

imago71323208h.jpg

Erdbeeren mit gelben oder grünen Stellen sind noch nicht reif.

(Foto: imago/Eibner)

Aber nicht nur der Geruch der Früchte gibt Auskunft über Qualität und Aroma, sondern auch deren Aussehen. Erdbeeren sollten gleichmäßig rot sein. Das muss nicht immer tiefrot sein, denn es gibt auch helle Sorten, die überaus gut schmecken. Zudem sollten sie glänzend und knackig sein. Früchte mit grünen oder gelben Stellen sind einfach zu früh geerntet worden und schmecken nicht. Unreife Erdbeeren reifen übrigens nicht nach. Ein weiteres Merkmal einer reifen Erdbeere ist, dass sich Stiel und Kelchblätter leicht entfernen lassen.

Nicht nur zu früh, sondern auch zu spät geerntete Erdbeeren sind zu meiden. Überreife oder überlagerte Erdbeeren sind matschig oder wie Gummi und schmecken oftmals gärig. Sie haben meistens eine matte Oberfläche und Druckstellen. Die Kelchblätter der überreifen Früchte sehen kraftlos aus und sind an- oder sogar schon vertrocknet.

Eine reif geerntete Erdbeere sollte deshalb so schnell wie möglich beim Verbraucher ankommen, dort gegessen oder weiterverarbeitet werden. Die empfindlichen Früchte verlieren nicht nur durch das Waschen, sondern auch durch die Zeit, die für Transport und Zwischenlagern benötigt wird, an Aroma. Im Durchschnitt verzehrt jeder Deutsche rund drei Kilogramm der schmackhaften Früchte.

Übrigens: In Deutschland reicht die Erdbeersaison von Mitte Mai bis in den August. Nach der Hauptsaison gibt es die sogenannten Monatserdbeeren mit durchaus schmackhaften Früchten. Die Pflanzen, die bis Mitte Oktober oder sogar bis zum ersten Frost, Früchte tragen, benötigen mehr Pflege als normale Erdbeerpflanzen und sind deshalb zumeist in (Klein-)Gärten zu finden. Monatserdbeeren gelangen nur selten in den Verkauf, weil sie insgesamt weniger und kleinere Früchte tragen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema