Frage & Antwort

Frage & Antwort Warum muss Salz in die Nasenspülung?

imago51397654h.jpg

Nasenspül-Geräte gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Um Haut und Haare vorm Austrocknen zu schützen, sollte man ja nach dem Baden im Meer duschen, um das Salz abzuspülen. Bei einer Nasenspülung hingegen sollte man dem Wasser Salz zufügen, um die Schleimhäute zu schützen. Widerspricht sich das nicht? (fragt Constanze M. aus Wuppertal)

Über Nasenspülungen und dem, was sie zutage befördern können,  spricht man nur ungern. Doch der aus dem Yoga stammenden Reinigungsmethode wird nachgesagt, Beschwerden lindern und die Gesundheit stärken zu können. Viele Pollenallergiker und Menschen, die oft an Nasen- und Nebenhöhlen-Entzündungen leiden, schwören mittlerweile darauf. Und selbst nach Operationen im Bereich der Nase werden Nasenspülungen zur Therapie von Ärzten verordnet.

Nasenduschen können bei Beschwerden tatsächlich Linderung bringen, allerdings nur, wenn man auch mit der richtigen Lösung spült. "Zu jeder Nasenspülung gehört eine gewisse Menge Salz", sagt Lars Löwe, Sporttherapeut und Salz-Experte. "Die Lösung, mit der man die Nase spült, sollte unbedingt isotonisch sein, das bedeutet, einen Salzanteil von 0,9 Prozent haben", erklärt Löwe weiter. Dieser Anteil entspricht nämlich dem Salzgehalt im menschlichen Körper, zum Beispiel in der Tränenflüssigkeit oder im Blutplasma. Zudem wirkt das Salz in der Lösung entzündungshemmend.

Auch wenn der Salzanteil im Spülwasser relativ gering ist, verhindert er, dass die Schleimhäute anschwellen. Das wäre nämlich der Effekt, wenn man ganz ohne Salz, also mit Wasser aus dem Hahn, die Nase spült. Der Körper versucht das Konzentrationsgefälle auszugleichen, Wasser gelangt in die Zellen in der Nase. Ein Salzgehalt über diesem Wert wiederum reizt die Schleimhäute in der Nase und kann brennende Schmerzen auslösen. Kommen die Schleimhäute mit salzigerem Wasser in Kontakt, dann wird den Zellen Salz entzogen. Das kann zum Austrocknen der sensiblen Schleimhäute führen. Besteht dieser Kontakt über einen längeren Zeitraum immer wieder, kann das sogar zu dauerhaft ungünstigen Veränderungen in der Nase führen. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, das Salz von den Schleimhäuten nach dem Bad im Meer zu waschen, denn der Salzgehalt liegt bei der Mehrzahl der Meere weit über 0,9 Prozent. Nur die Ostsee macht eine Ausnahme. Hier schwankt der Salzanteil im Wasser zwischen 0,3 Prozent an den Küsten von Schweden und Finnland und 1,8 Prozent vor Schleswig-Holstein.

Die richtige Mischung macht's

Menschen, die Nasenspülungen praktizieren, wissen, dass es mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, bevor man loslegen kann. Anbieter von Nasenduschen bieten deshalb Portionspackungen mit einer bestimmten Menge Salz an. Diese sollen helfen, schnell die richtig Mischung von Wasser und Salz zu bekommen. Anwender müssen dann nur noch aufpassen, dass die Nasendusche auch bis zum angegebenen Rand gefüllt ist, damit das Mischungsverhältnis stimmt.

Wem diese Salze zu teuer oder zu verpackungsintensiv sind, der kann sich auch selbst die richtige Mischung herstellen. Dafür benötigt man einen Teelöffel Salz, das möglichst ohne Zusätze wie Jod, Fluor oder Rieselhilfe ist, und einen halben Liter Wasser. Aber Achtung! Nasenspülungen sollte man nicht mit kaltem, sondern immer mit lauwarmem, am besten frisch abgekochtem Wasser durchführen. Kaltes Wasser reizt die Schleimhäute zusätzlich. Zudem löst sich im warmen Wasser das Salz schneller auf. Die Mischung für die Nasendusche sollte immer frisch zubereitet werden.

Schleimhäute feucht halten

Wem das Nasenduschen unangenehm ist, der kann auch mit Meerwasser-Nasensprays seinen Schleimhäuten etwas Gutes tun. Auch diese haben einen Salzanteil von 0,9 Prozent und spülen weniger, sondern befeuchten die Nasenschleimhäute. Das ist vor allem in der kalten Jahreszeit wichtig, denn in beheizten Räumen trocknen die Schleimhäute schnell aus, verlieren dadurch die Fähigkeit zur Selbstreinigung und Erreger haben leichtes Spiel.

Menschen mit gesundheitlichen Problemen im Nasen-, Rachen- oder Ohrenbereich sollten vor dem Gebrauch einer Nasendusche oder Nasensprays mit ihrem behandelnden Arzt sprechen.

Übrigens: Über den Nutzen von täglichen Nasenspülungen gehen die Meinungen unter Medizinern auseinander. Zudem fehlt es an Langzeitstudien. Lungenärzte raten beispielsweise von täglichen Nasenspülungen ab, denn sie führten dazu, dass auch wichtige Immunzellen, die sich in der Nasenschleimhaut befinden, weggespült würden. Nur bei akuten Infektionen solle man auf die Reinigungstechnik zurückgreifen, dann allerdings höchstens eine Woche lang.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema