Fundsache

Fundsache, Nr. 1312 Museum entdeckt neue Fledermausart im Regal

ACHTUNG_Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung.jpg

Eine Fledermaus Rhinolophus francisi thailandicus, die im Westen Thailands gefunden wurde. Sie ist verwandt mit einer seit 30 Jahren eingelegten Fledermaus im Londoner Natural History Museum, die sich als Vertreterin einer bisher nicht bekannten Art entpuppt hat.

(Foto: The Trustees of the Natural History Museum, London/dpa)

Das Londoner Natural History Museum macht einen überraschenden Fund und entdeckt eine bisher unbekannte Fledermausart. Dabei steht das Tier bereits seit Jahren eingelegt in den eigenen Beständen.

Eine seit 30 Jahren in Alkohol eingelegte Fledermaus eines Londoner Museums hat sich als Vertreterin einer bisher unbekannten Art entpuppt. Sie gehöre zur Familie der Hufeisennasen, teilte das Natural History Museum mit. Die Forscher nannten sie Rhinolophus francisi, zu Ehren von Charles Francis, der das Weibchen im Jahr 1983 in Malaysia gefunden habe.

Mittels Computertomographie hätten Experten das tote Tier mit seinen zerbrechlichen Knochen schonend analysieren können. Zusätzlich untersuchte das Team Fledermäuse in Südostasien und sammelte Genmaterial. Zwei weitere Exemplare, die 2004 in Indonesien gefunden wurden, zählen zur selben Art wie die eingelegte Fledermaus in London.

Ein viertes Tier aus dem Westen Thailands sah fast identisch aus, wies aber genetische Unterschiede zu den anderen auf. Die Forscher beschrieben es als Exemplar der Unterart Rhinolophus francisi thailandicus. Ob diese vielleicht doch eine eigene Art sei, müsse weitere Forschung in den Wäldern Thailands klären, hieß es in der Mitteilung des Museums.

"Neue Arten von Insekten und Fischen werden recht regelmäßig entdeckt, aber neue Säugetiere sind seltener", sagte der Zoologe des Museums, Roberto Portela Miguez. Die neue Fledermausart soll demnächst in der Fachzeitschrift "Acta Chiropterologica" beschrieben werden. Ihren Namen haben die Hufeisennasen von ihren eigentümlich geformten Schnauzen.

Quelle: n-tv.de, apo/dpa

Mehr zum Thema