Mittwoch, 30. September 2020Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:30 Uhr

Das war Mittwoch, der 30. September 2020

Während Deutschland sich auf die zweite Corona-Welle vorbereitet, ist sie in vielen Regionen Europas längst angekommen. Vielerorts übertreffen die Infektionszahlen die vom Frühling. Die spanische Zentralregierung beschließt die Abriegelung der Hauptstadt Madrid. Tschechien und Slowakei rufen den Ausnahmezustand aus.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert mit einem emotionalen Appell die Bevölkerung zum Durchhalten auf. "Wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben", warnt Merkel. Mehr dazu lesen Sie hier.

Was war heute sonst wichtig:

Ich verabschiede mich in den Feierabend und wünsche Ihnen eine gute Nacht! Bis morgen!

22:02 Uhr

Trump erklärt seinen Aufruf an rechtsradikale "Proud Boys"

US-Präsident Donald Trump ist nach seinem scharf kritisierten Aufruf an eine rechtsradikale Gruppe, sich "bereit zu halten", zurückgerudert. "Sie müssen sich zurückziehen und die Polizei ihre Arbeit machen lassen", sagte Trump in Washington. Zugleich beteuerte der Präsident, er kenne die gewaltbereite Gruppierung Proud Boys nicht, die er noch am Vorabend namentlich erwähnt hatte: "Ich weiß nicht, wer die Proud Boys sind."

Trump hatte sich am Dienstagabend beim TV-Duell mit seinem Wahl-Herausforderer Joe Biden direkt an die rechtsradikale Gruppe gewandt: "Proud Boys - haltet euch zurück und haltet euch bereit." Der Präsident reagierte damit auf die Frage des Moderators, ob er bereit sei, sich von rassistischen Gruppen zu distanzieren - und löste empörte Reaktionen unter anderem von Bürgerrechtsaktivisten aus. Wofür sich die Proud Boys (Deutsch etwa stolze Jungs) genau "bereit" halten sollten, ließ Trump offen.

21:33 Uhr

Polizei stoppt Mann mit fünf Promille am Steuer

Mit fünf Promille am Steuer - aber zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Die Polizei konnte in Hannover einen stark betrunkenen 38-Jährigen aus dem Verkehr ziehen. Ein Augenzeuge hatte gesehen, wie dieser stark schwankend in sein Fahrzeug gestiegen und losgefahren war.

Ein freiwilliger Atemalkoholtest bei dem Fahrer zeigte fünf Promille an. Die Ergebnisse einer Blutentnahme liegen noch nicht vor.

Mehr als drei Promille Blutalkohol können generell auch tödlich sein. Der Betrunkene musste Autoschlüssel und Führerschein abgeben, ihn erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.

21:00 Uhr

Nebenklage sieht Markus H. als Mittäter bei Lübcke-Mord

Die Nebenkläger im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen davon aus, dass der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. als Mittäter anzusehen ist.

  • Holger Matt, der Anwalt der als Nebenkläger auftretenden Hinterbliebenen des CDU-Politikers, sagte, nach dem bisherigen Prozessverlauf und der Beweissicherung komme die Nebenklage zu der Beweiswürdigung, "dass beide Angeklagte den Mord gemeinschaftlich geplant und begangen haben."
  • In dem Prozess vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt muss sich der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst wegen Mordes verantworten, Markus H. ist wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben.
  • Am Tatort wurden keine Spuren von H. gefunden. Nach Angaben Ernsts in der Hauptverhandlung war er vor Ort. Zuvor hatte Ernst in Vernehmungen zwei andere, zwischenzeitlich widerrufene Tatversionen geschildert.
20:16 Uhr

Chaotisches TV-Duell führt zu Regeländerung

Nach dem chaotischen TV-Duell zwischen Trump und Biden hat die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission Regeländerungen für das nächste Aufeinandertreffen der Kontrahenten angekündigt. "Die Debatte von gestern Abend hat deutlich gemacht, dass zu dem Format der verbleibenden Debatten zusätzliche Struktur eingeführt werden sollte, um eine geordnetere Diskussion über die Themen sicherzustellen", erklärte die Kommission. Geplant seien "zusätzliche Instrumente, um die Ordnung aufrecht zu erhalten", hieß es weiter. Die Regeländerungen würden "sorgfältig" geprüft und in Kürze bekanntgegeben.

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20:00 Uhr
19:33 Uhr

Krebs ist zurück: Shannen Doherty will Abschiedsbriefe schreiben

Die ehemalige "Beverly Hills, 90210"-Darstellerin Shannen Doherty kämpft gegen ein fortgeschrittenes Stadium von Brustkrebs. Nachdem die Schauspielerin den Krebs bereits einmal besiegt hatte, kehrte er zurück, wie Doherty im Februar 2020 bekannt machte. Metastasen hatten sich in der Wirbelsäule gebildet. Die Krankheit wird sich höchstwahrscheinlich auf Dohertys Gehirn, Lunge, Leber oder eine Kombination davon ausbreiten. Wie viel Zeit ihr bleibt, ist unklar. Im Interview mit dem "Elle"-Magazin sprach sie nun über die Diagnose, die sie trotzdem weiter kämpfen lässt.

  • Sie fühle sich sehr gesund und in diesem Zustand fühle es sich schwer an, sein Ende zu regeln, wenn man das Gefühl habe, man werde noch zehn oder 15 Jahre leben, sagt Doherty. "Es ist, als ob man jemanden mit Krebs im vierten Stadium in den Ruhestand schicken möchte. Aber ich bin nicht bereit dafür. Ich habe noch viel Leben in mir."
  • Doherty ist weiter beschäftigt, sie entwickelt derzeit eine Reihe von Projekten, darunter eine neue Fernsehshow, und sucht Möglichkeiten, wie sie ihren Namen nutzen kann, um sich für andere Brustkrebspatientinnen einzusetzen.
  • Doherty kann sich jedoch nicht dagegen wehren, sich mit ihrem möglichen Tod auseinanderzusetzen. Sie habe bereits darüber nachgedacht, welche Personen ihre Besitztümer erhalten sollen. Zudem werde sie Abschiedsbriefe schreiben. Auch an Abschiedsvideos habe sie bereits gedacht, habe es aber bis jetzt nicht übers Herz gebracht, diese zu drehen. "Es fühlt sich dann endgültig an. Es fühlt sich so an, als ob man Schluss macht, aber ich mache nicht Schluss."
18:45 Uhr

"Borat"-Fortsetzung erscheint noch vor US-Wahl

Vor 14 Jahren tanzte Sacha Baron Cohen im leuchtend grünen Stringtanga-Badeanzug über die Leinwand und schaffte mit Borat eine Kultfigur. Während der Corona-Pandemie filmte der Komiker still und heimlich eine Fortsetzung um den kasachischen Reporter. Wie das US-Magazin "Variety" berichtet, soll dieser zweite Teil noch im Oktober weltweit auf Amazon Prime erscheinen.

Laut einem Bericht des Online-Magazins "Deadline" ist es Cohen ein großes Anliegen gewesen, seine sozialkritische Satire noch vor den US-Wahlen Anfang November zu veröffentlichen. Dass der derzeitige Präsident Donald Trump eine größere Rolle im neuen Film spielen dürfte, deutete ein mögliches "Borat"-Promo-Video auf Twitter an.

Am Dienstag veröffentlichte der kürzlich erstellte Account "Republic of Kazakhstan" einen Clip, in dem Trump bereits vor der Präsidentschaftsdebatte auf ironische Weise zu dem Sieg gratuliert wurde. Darin wird mehrmals betont, dass der Präsident keinen Schlaganfall gehabt habe und sich für Frauen einsetze. Am Ende ist "Diese Werbung könnte falsche Aussagen beinhalten" zu lesen.

 

18:20 Uhr

Dax-Anleger bleiben auf der Hut

Dax
Dax 12.622,52

Der deutsche Aktienmarkt schließt nach volatilem Verlauf mit Abgaben. Im Blick stand das erste Fernsehduell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden. Dieses wurde von Analysten als chaotisch beschrieben. Die Aktienmärkte reagierten teilweise mit deutlicheren Abgaben, konnten einen Teil der Verluste aber wieder aufholen. Der Dax schließt mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 12.761 Punkten. Im Tagestief stand der Index bei 12.698.

Covestro gaben 7,2 Prozent nach. Das Unternehmen verstärkt sein Geschäft mit Lacken, Klebstoffen und Spezialprodukten mit der Übernahme eines Bereichs des niederländischen Wettbewerbers DSM. Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen zahlt 1,61 Milliarden Euro für die DSM-Sparte Resins & Functional Materials. Das übernommene Geschäft erzielte 2019 rund 1 Milliarde Euro Umsatz und einen operativen Gewinn (EBITDA) von 141 Millionen Euro.

Nach vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal ging es für Fielmann um 2,6 Prozent nach oben. Diese untermauern nach Ansicht der Baader-Analysten, dass die Wachstumstreiber Demografie und der Trend hin zu Kontaktlinsen weiterhin intakt sind.

S&T verloren trotz einer Prognosebestätigung 5,7 Prozent. Grund des neuerlichen Kursrückgangs soll eine Short-Empfehlung eines Hedge-Fonds sein, hieß es im Markt.

Mehr börsenrelevante Meldungen finden Sie im Börsen-Tag.

18:01 Uhr

Genfer Schule zwang Kinder, "T-Shirt der Schande" zu tragen

Nach den Sommerferien hatte eine Schule in Genf zwei Jungen und zehn Mädchen gezwungen, ein knielanges "T-Shirt der Schande" über als unpassend beanstandete Kleidung zu ziehen, auf dem "Ich trage angemessene Kleidung" zu lesen war.

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Wer bauchfrei in der Schule erscheint, muss ein "T-Schirt der Schande" tragen.

(Foto: imago/photothek)

Die Geschichte wurde bekannt, nachdem die Mutter von einem der Mädchen sich bei den Genfer Schulbehörden beschwert hatte. Nach Medienberichten warf sie der Schule vor, "ihre Macht zu missbrauchen, um junge Mädchen zu erniedrigen, zu demütigen und zu stigmatisieren".

Heute protestierten Hunderte Schüler in der Schweizer Stadt gegen "erniedrigende" Regeln und "sexistische" Kleiderordnungen an weiterführenden Schulen. Als unpassend gelten nach einem Bericht von "Telebasel" zum Beispiel bauch- oder schulterfreie Kleidungsstücke, Röcke oder Shorts, bei den die Oberschenkel zu sehen sind oder solche mit anstössigen oder obszönen Botschaften.

17:20 Uhr

Gratis-Tankaktion sorgt für Verkehrskollaps in Nürnberg

Gratis tanken, wer kann da nein sagen? Eine Tankstelle in Nürnberg versprach allen Kunden zwischen 13.00 Uhr und 14.00 Uhr 20 Liter Kraftstoff kostenlos abzugeben. Womit die Betreiber nicht gerechnet haben - die Aktion löste ein Verkehrschaos aus und musste von der Polizei vorzeitig beendet werden.

Wegen des großen Andrangs kam der Verkehr auf anliegenden Straßen gleich zum Beginn zum Erliegen. Die Verkehrsbehinderungen wirkten sich nach Polizeiangaben "auf das gesamte östliche Nürnberger Stadtgebiet" aus. Auch der öffentliche Personennahverkehr war zeitweise eingeschränkt.

Mehrere Polizeistreifen waren damit beschäftigt, den Verkehr zu regeln. Letztlich entschieden die Beamten in Rücksprache mit dem Tankstellenbetreiber, die Aktion früher als geplant zu beenden. Der Verkehr normalisierte sich dann schnell wieder.

17:00 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

16:45 Uhr

Er schrieb Hits für Elvis: Mac Davis ist tot

Mac Davis ist tot. Der US-amerikanische Singer-Songwriter und Schauspieler ist in Nashville nach einer vorangegangenen Herzoperation im Alter von 78 Jahren gestorben.

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Schrieb "In the Ghetto" und "A Little Less Conversation": Mac Davis.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Davis erklomm 1972 mit seinem Lied "Baby, Don't Get Hooked on Me" den Thron der US-Charts, hatte Mitte des Jahrzehnts seine eigene "The Mac Davis Show" auf dem US-Sender NBC und war später neben Auftritten in Film und Fernsehen auch am Broadway zu sehen.

Außerdem war Davis für mehre Songs des "King of Rock 'n' Roll", Elvis Presley, verantwortlich. So schrieb der Sänger unter anderem den Elvis-Hit "In the Ghetto" und zusammen mit Billy Strange "A Little Less Conversation" sowie "Memories". Auch "Don't Cry Daddy" stammt aus der Feder von Davis.

16:02 Uhr

Messerangriff in Celle: Polizei brachte Täter zu späterem Opfer

Fast zeitgleich erschüttern am Montagabend zwei Gewaltverbrechen die niedersächsische Stadt Celle. In einem Fall wurde ein 59-Jähriger mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. In diesem Fall wurde ein 20-Jähriger wegen versuchten Totschlags festgenommen.

Im anderen Fall gab es ein Todesopfer: Ein 45-Jähriger erstach seinen Onkel. In diesem Fall wurde heute ein neues Detail bekannt. Ausgerechnet die Polizei soll den Mann zu seinem Onkel gebracht haben. Nach einem Bericht der "Celleschen Zeitung" war der 45-Jährige am späten Nachmittag in der Innenstadt wegen Diebstahls, Beleidigung und Körperverletzung aufgefallen. Da keine Haftgründe vorgelegen hätten und der Mann keinen festen Wohnsitz habe, sollen die Polizisten entschieden haben, ihn zu seinem Onkel zu bringen. Dort soll er betrunken den 54-Jährigen mit einem Messerstich getötet haben.

"Der ist Intensivstraftäter - warum die Polizei den bei meinem Vater vorbeigebracht hat, verstehe ich überhaupt nicht. Der ist hier doch gar nicht gemeldet", sagte der Sohn des Opfers der Zeitung. Der mutmaßliche Täter war demnach erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.

15:44 Uhr

Belarus: Tichanowskaja bildet alternative Führung

Im Kampf gegen Machthaber Alexander Lukaschenko in Belarus hat die Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja aus ihrem EU-Exil heraus mit der Bildung einer alternativen Führung begonnen.

Sie ernannte einen Vertreter für Wirtschaftsreformen in Belarus und einen Menschenrechtsbeauftragten. "Das Regime von Alexander Lukaschenko ist nicht nur illegal, sondern wird auch schon nicht mehr mit seinen Aufgaben fertig", schrieb die 38-Jährige auf Telegram.

Tichanowskaja hatte sich am Dienstag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in ihrem Exil in Litauen getroffen und kommt am kommenden Dienstag in Berlin auch mit Kanzlerin Angela Merkel zusammen. Ziel sei es nun, die demokratischen Kräfte in Belarus zu einen und für eine Neuwahl einzutreten, sagte Tichanowskaja.

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14:29 Uhr

Mann schubst Kind vor Straßenbahn - Polizei fahndet mit Foto

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Dieser Mann soll einen Jungen gegen eine Straßenbahn geschubst haben. Die Polizei sucht ihn.

(Foto: Polizei Bochum)

Rund ein dreiviertel Jahr nachdem ein Mann in Bochum ein Kind gegen eine Straßenbahn geschubst hat, veröffentlicht die Polizei nun ein Fahndungsfoto, das Zeugen von dem mutmaßlichen Täter gemacht haben.

Laut Polizeiangaben hatte am 17. Januar ein zwölfjähriger Junge mit zwei Freunden an die Scheibe einer Straßenbahn an einer Haltestelle geklopft, weil er Bekannte grüßen wollte. Als er sich wieder umdrehte, schubste ihn der Mann unvermittelt gegen die anfahrende Bahn. Der Junge stürzte, kam aber mit leichten Verletzungen davon. Der Mann entfernte sich.

Die Polizei bittet unter der Telefonnummer 0234 / 909 8210 (-4441 außerhalb der Bürozeiten) um Zeugenhinweise.

14:15 Uhr

Schichtwechsel

Janis Peitsch verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend, ich übernehme seinen Platz in der Redaktion. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich wünsche Ihnen einen schönen Nachmittag!

14:01 Uhr

Ehemaliger Pfadfinderleiter wegen Vergewaltigung vor Gericht

Vor dem Landgericht Baden-Baden hat der Prozess gegen einen ehemaligen Pfadfinderleiter begonnen. Der heute 64-Jährige soll zwischen 1983 und 1987 als erwachsener Leiter einer Pfadfindergruppe mehrere Jugendliche genötigt haben, ein damals zwischen sieben und elf Jahre altes Mädchen, das ebenfalls Mitglied der Gruppe war, nackt auszuziehen, festzubinden und zu vergewaltigen.

Um die Tat zu vertuschen, soll der Mann die Beteiligten mit einem Pfadfinderschwur zum Schweigen verpflichtet haben. Das Opfer der Tat zeigte den Mann im Oktober 2017 an. Im Rahmen der Ermittlungen traten zahlreiche weitere als Pfadfinderübungen getarnte Missbrauchstaten zu Tage, die wegen Verjährung aber nicht mehr angeklagt werden konnten. Die damals jugendlichen Mittäter aus der Pfadfindergruppe konnten bisher nicht ermittelt werden.

13:33 Uhr

Schild mit KZ-Spruch auf Corona-Demo - Anklage erhoben

Wegen Volksverhetzung bei einer Corona-Demonstration hat die Kölner Staatsanwaltschaft einen 43-Jährigen angeklagt. Der Mann hatte im Mai auf einer Demo in der Domstadt ein Häftlingskostüm und ein Schild mit der Aufschrift "Maske macht frei" getragen, wie Pressefotos zeigen. Da der Mann dem Strafbefehl widersprochen habe, werde der Fall nun im Dezember vor dem Kölner Amtsgericht verhandelt.

"Es geht um die Auslegung der Meinungsfreiheit", sagte ein Sprecher. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist das Verhalten des Mannes nicht davon gedeckt. Den zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei" hatten die Nationalsozialisten an den Toren mehrerer Konzentrationslager angebracht.

13:00 Uhr

Mordakte Olof Palme bleibt geschlossen

Am 28. Februar 1986 wurde der damalige schwedische Regierungschef Olof Palme in Stockholm auf offener Straße erschossen. Mehr als 34 Jahre nach dem Mord hatten die Ermittler Mitte Juni einen mittlerweile gestorbenen Mann als mutmaßlichen Täter benannt. Der zuständige Staatsanwalt Krister Petersson hatte die Ermittlungen deshalb eingestellt.

Alle offenen Fragen zum Palme-Mord konnten somit aber nicht ausgeräumt werden - und werden wohl weiterhin unbeantwortet bleiben. Heute teilte die Staatsanwaltschaft mit, es gebe keine Gründe, den Beschluss zur Einstellung der Untersuchung noch einmal zu überprüfen.

Laut Verfahrensordnung hätte die Staatsanwaltschaft die Entscheidung Peterssons noch einmal überprüfen können. Dafür hätten aber besondere Gründe vorliegen müssen, erklärte Staatsanwalt Lennart Guné.

12:23 Uhr

Lauter Knall schreckt Einwohner von Paris auf

Was war denn das? Heute Mittag hat in Frankreichs Hauptstadt Paris ein lauter Knall die Bewohnerinnen und Bewohner der Metropole aufgeschreckt. Die Polizei hatte zunächst keine Informationen zur Herkunft des Geräuschs. Sie hätten den Knall aber auch gehört, sagte ein Sprecher der dpa. Das Geräusch war in mehreren Teilen der Stadt deutlich zu hören und zu spüren. Ein dpa-Reporter berichtete von einer Druckwelle im Süden der Metropole. Medien zufolge hörte man das Geräusch auch in den Vorstädten.

Dann die Entwarnung: "Es gibt keine Explosion, es ist ein Kampfflugzeug, das die Schallmauer durchbrochen hat", twitterte die Polizei kurze Zeit später. Sie forderte die Menschen in der Stadt auf, nicht die Notfallleitungen zu blockieren.

11:27 Uhr

Küblböck soll für tot erklärt werden

Vor gut zwei Jahren ist Daniel Küblböck bei einer Kreuzfahrt vor der Küste Kanadas verschollen. Nun könnte der Sänger in Kürze für tot erklärt werden.

Mitte August war nach dem Verschollenheitsgesetz ein entsprechender Antrag beim Amtsgericht Passau gestellt worden. Die Frist, innerhalb der sich der Vermisste melden kann, sollte einer Gerichtssprecherin zufolge bis heute um 24.00 Uhr laufen.

Die Todeserklärung erfolgt aber nicht automatisch mit Fristende. Der Vorgang muss zunächst noch vom Gericht geprüft werden.

Ermittler gehen davon aus, dass Küblböck in Suizidabsicht über Bord sprang und ertrank. Einen Tag nach dem Verschwinden hatte die kanadische Küstenwache die Suche nach ihm - wegen der kurzen Überlebenschance im kalten Wasser - eingestellt.

10:48 Uhr
Breaking News

Merkel in ihrer letzten Generaldebatte: "Wir riskieren gerade alles"

Es ist ein Haushalt in Pandemie-Zeiten: Die Bundesregierung nimmt im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise eine hohe Neuverschuldung in Kauf. Kanzlerin Merkel verteidigt das Vorgehen in einer emotionalen Rede im Bundestag. AfD-Fraktionschefin Weidel übt scharfe Kritik.

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10:44 Uhr

"Twitter-Killer" gesteht neun Morde

An Halloween 2017 machen japanische Polizisten auf der Suche nach einer vermissten Frau eine grausige Entdeckung. In der Wohnung eines Mannes in Tokio entdecken die Beamten Leichenteile und Hunderte Knochenstücke, die in Gefriertruhen und Werkzeugkisten gelagert und teilweise mit Katzenstreu bedeckt sind, um den Gestank zu überdecken.

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Der "Twitter-Killer" bei seiner Festnahme

(Foto: imago/Kyodo News)

Jetzt, drei Jahre später, hat der Mieter der Wohnung ein Geständnis abgelegt. Vor Gericht sagte Takahiro Shiraishi, dass er insgesamt neun Menschen ermordet und zerstückelt habe.

Ermittlungen zufolge soll der 29-Jährige über Twitter gezielt selbstmordgefährdete Menschen kontaktiert und ihnen versprochen haben, er könne ihnen bei der Umsetzung ihrer Suizidpläne helfen. Auf diese Weise soll er neun Opfer im Alter zwischen 15 und 26 Jahren geködert haben. Von den Medien wird Shiraishi deshalb als "Twitter-Killer" bezeichnet.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

09:58 Uhr
Breaking News

Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,847 Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist trotz der Corona-Krise im September um 108.000 im Vergleich zum Vormonat gesunken. Saisonbereinigt waren es 8000 Arbeitslose weniger. Die Zahl liegt bei insgesamt 2,847 Millionen und damit um 613.000 höher als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilt.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:52 Uhr

Neue Fälle von Schweinepest in Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest hat sich in Brandenburg ausgeweitet. Erstmals wurde ein totes infiziertes Wildschwein im Landkreis Märkisch-Oderland außerhalb des bisherigen Gefahrengebiets entdeckt, teilte das Verbraucherschutzministerium mit.

Ein Jäger habe das Tier an der polnischen Grenze erlegt. Hinzu kam nach Angaben des Bundesagrarministeriums ein neuer Fall im bisherigen Kerngebiet um die früheren Funde.

Damit steigt die Zahl der infizierten Wildschweine auf 38. Für die Tiere verläuft die Krankheit tödlich - für Menschen ist sie allerdings ungefährlich.

09:14 Uhr

Etwa 900 Beamte bei Razzia im Einsatz

Rund 900 Einsatzkräfte von Zoll und Steuerfahndung sind am Morgen zu einer Großrazzia wegen Schwarzarbeit im Sicherheitsgewerbe ausgerückt. Nach Angaben des Hauptzollamts in Frankfurt am Main richtete sich der Schlag gegen Beschuldigte aus dem Bereich der organisierten Kriminalität, die jahrelang Scheinrechnungen gestellt und den Staat um mindestens dreieinhalb Millionen Euro betrogen haben sollen.

  • Der Schwerpunkt der Aktion lag nach Angaben einer Zollsprecherin in den Städten Frankfurt am Main und Offenbach sowie im umliegenden Rhein-Main-Gebiet.
  • Weitere Razzien gab es demnach in Hamburg, München und Lörrach in Baden-Württemberg.

Bei einem der Hauptverdächtigen handelt es sich demzufolge um einen Mann mit "engen Kontakten" zur Rockergruppe "Hells Angels". Allein ihm wird zur Last gelegt, über Jahre hinweg Scheinrechnungen über 30 Millionen Euro an mehr als hundert verschiedene Abnehmer gestellt zu haben.

09:00 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:18 Uhr

Polizei schießt auf Axt-Angreifer in Thüringen

Bei einem Einsatz von Spezialkräften ist ein 25-Jähriger in Thüringen durch Schüsse verletzt worden.

Laut Polizeiangaben hatte eine Frau aus Lengfeld (Kreis Hildburghausen) die Beamten gerufen, nachdem sie bei Streitigkeiten mit dem Mann leicht verletzt wurde. Dieser hatte sich daraufhin in dem Haus, für das er Hausverbot hatte, verbarrikadiert.

Als sich die Beamten gewaltsam Zutritt zu dem Raum verschafften, wurden sie von dem Mann mit der Axt empfangen. Er wurde nach den Schüssen in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand sei "stabil", teilte die Polizei mit.

08:08 Uhr

Viele Wolken und Nebel

Heute ist es oft länger stark bewölkt oder neblig-trüb und besonders im Westen fällt örtlich etwas Regen. Für die meisten bleibt es aber trocken und von Westsachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern wird es länger sonnig.

Im Tagesverlauf setzt sich auch vom Breisgau bis zum Bodensee recht gut die Sonne durch und auch in anderen Regionen geht die Tendenz hin zu Auflockerungen. Dabei werden 15 bis 21 Grad erreicht. Am wärmsten wird es vom Kaiserstuhl bis ins Markgräflerland sowie zwischen Halle an der Saale und Berlin.

07:25 Uhr

AfD-Chef Meuthen will nicht in den Bundestag

Jörg Meuthen will im kommenden Jahr nicht für den Bundestag kandidieren. Wie die dpa aus Parteikreisen erfuhr, begründete der Vorsitzende der AfD seine Entscheidung damit, er könne auch als Abgeordneter im Europäischen Parlament eine wichtige Aufgabe erfüllen.

  • In der Partei war zuletzt darüber spekuliert worden, ob Meuthen womöglich versuchen könnte, Alice Weidel die Spitzenkandidatur in Baden-Württemberg streitig zu machen.
  • Fraktionschefin Weidel war im vergangenen Februar zur neuen Landeschefin der AfD in Baden-Württemberg gewählt worden.
  • Nicht auszuschließen ist allerdings, dass auch die ständigen Querelen in der Bundestagsfraktion dazu beigetragen haben, dass Meuthen lieber Europa-Parlamentarier bleibt.

07:17 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen und Leser,

die vergangene Nacht stand ganz im Zeichen der TV-Debatte zwischen US-Präsident Trump und seinem Herausforderer Biden. Meine Kollegen haben den Schlagabtausch hier und hier für Sie zusammengefasst. Übrigens: Heute feiert die Trickfilm-Serie "Die Feuersteins" ihren 60. Geburtstag. Am 30. September flimmerten die Steinzeit-Geschichten von Fred Feuerstein und seinem Kumpel Barney Geröllheimer erstmals in den USA über die TV-Bildschirme.

Was heute sonst noch auf dem Programm steht:

  • Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen eine Zwischenbilanz zur Eindämmung der Corona-Pandemie ziehen. Geplant ist dazu eine Videokonferenz.
  • Die geplante Verschärfung des Klimaziels für 2030 beschäftigt erstmals die EU-Umweltminister bei einem informellen Treffen in Berlin.
  • Ausgerechnet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellt in Berlin die Biografie von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor. Söder gilt - wie Laschet - als Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Union.
  • Fünf Jahre nach der Aufdeckung des Dieselskandals beginnt die Aufarbeitung vor Gericht. Der frühere Audi-Vorstandschef Rupert Stadler muss sich vor dem Landgericht München verantworten.
  • Die Bundesagentur für Arbeit legt ihre September-Statistik über die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt vor.
  • Ein Polizist steht wegen Betruges und Drogenbesitzes vor dem Amtsgericht Würzburg. Der Angeklagte soll einen krebskranken Mann unter einem Vorwand um mehr als 83.000 Euro gebracht haben.

Bis zum Nachmittag versorge ich Sie im "Tag" mit spannenden Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - gerne eine Mail an janis.peitsch[at]nama.de.

06:45 Uhr

"I am Woman" - Sängerin Helen Reddy ist tot

Mit ihrer feministischen Hymne "I am Woman" feierte sie 1971 einen großen Erfolg. Nun ist die australische Sängerin Helen Reddy in den USA gestorben. Sie wurde 78 Jahre alt.

Die ersten Worte von "I am Woman" - "Ich bin eine Frau, hör mich brüllen" - war in den 1970er Jahren von vielen Feministinnen oft auf Demonstrationen genutzt worden. Reddy war auch Aktivistin und Schauspielerin. Dem kanadischen Radiosender CBC Radio sagte sie einmal, sie wolle in die "Herzen und Köpfe" von Frauen kommen.

In den vergangenen Jahren zog sich Reddy wegen einer Demenzerkrankung immer mehr zurück. Ihr Leben wurde kürzlich verfilmt.

06:18 Uhr

Landes-SPD fordert bundesweites Verbot von Reichsflaggen

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Reichsfahnen sollen aus dem öffentlichen Raum verschwinden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Flaggen des deutschen Kaiserreichs erfreuen sich bei Rechtsextremen und Reichsbürgern großer Beliebtheit. Die SPD in Niedersachsen fordert nun ein bundesweites Verbot dieser historischen Fahnen, die zuletzt auch häufig bei Corona-Demos zu sehen waren.

"Es ist eine Schande, dass der öffentliche Raum für nationalsozialistische und monarchistische Anschauungen missbraucht wird", sagte SPD-Fraktionschefin Johanne Modder in Hannover. "Wir müssen unserer Polizei die rechtliche Handhabe und Sicherheit an die Hand geben, um entsprechende Flaggen im öffentlichen Raum bei Demonstrationen oder Veranstaltungen beschlagnahmen zu können und die Eigentümer bei Verstößen entsprechend mit einem Bußgeld zu sanktionieren."

Vorbild für das Verbot ist übrigens Bremen. Wer Reichsfahnen in dem Bundesland zur Schau stellt, riskiert ein saftiges Bußgeld.