Leben

Aus der Schmoll-Ecke Die Woche, die Merkel nie erleben wird

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Man kann sich ja leider nur Augen ODER die Ohren zuhalten, geichzeitig geht nicht.

(Foto: AP)

Unser Kolumnist fragt sich seit vier Jahren, wie es möglich ist, dass ein dummdreister Egomane wie Donald Trump abermals zum US-Präsidenten gewählt werden könnte - und wie es wäre, wenn sich Angela Merkel so benehmen würde.

Hier ist die Antwort, die durchaus als "Fake News" bezeichnet werden darf.

Montag: Am Morgen schickt Angela Merkel diverse Tweets. "Wenn der schläfrige Olaf Scholz Kanzler wird, wird es eine Depression geben, wie sie dieses Land noch nie gesehen hat. Scholz will die Bundesrepublik zerstören. Lasst es nicht geschehen!" Und weiter: "Die Leute, die mich kennen und die Geschichte unseres Landes kennen, sagen, dass ich die am härtesten arbeitende Kanzlerin der Geschichte bin. Das weiß ich nicht, aber ich arbeite hart und habe schon in den ersten dreieinhalb Jahren wahrscheinlich mehr erreicht als jeder andere Kanzler in der Geschichte." Alice Weidel twittert: "Ja, ja, der viel zu frühe Atomausstieg. Merkels Narzissmus ist unerträglich. Baut Autobahnen!" Grünen-Chef Robert Habeck schreibt bei Instagram: "Ein Stück Normalität wäre schön. Ich will zu meinen Pferden!"

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Ja das sind Bibi und Tina/ auf Amadeus und Sabrina/ sie reiten geschwind/ weil sie Freu-heun-de sind!

Dienstag: Eine Woche nach ihrer dank Wundermedizin überstandenen Covid-19-Erkrankung und Entlassung aus dem Helmut-Kohl-Militärhospital erklärt sich Merkel für "immun" gegen das Coronavirus. "Ich fühle mich fantastisch. Die Immunität ist für mich wie ein beschützender Glanz." Der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz sagt im ARD-2Morgenmagazin": "Ich freue mich für Frau Merkel und das gesamte Partei-Establishment, zu dem ich als CDU-Chef selbstverständlich nicht gehören werde." Armin Laschet bleibt seiner Rolle als Opportunist treu und lässt über einen Sprecher mitteilen: "Herr Laschet kann bestätigen, dass Herr Merz auch künftig nicht zum Partei-Establishment gehören wird."

Merkel ermutigt ungeachtet eines Rekords an Corona-Neuinfektionen die Menschen, an die frische Luft zu gehen. "Ich hatte es, hier bin ich", sagt sie auf einem mehrfach verschobenen, digitalen CDU-Parteitag. "Wenn wir halb so viel testen würden, wäre die Zahl halb so hoch." Karl Lauterbach twittert: "Das ist Unsinn. Wir müssen nicht nur in Wohnungen, sondern auch in Kellern und auf Dachböden kontrollieren." FDP-Mann Wolfgang Kubicki kontert: "Das ist verfassungswidrig."

Mittwoch: Dieter Nuhr veröffentlicht Ausschnitte aus seinem Kinofilm mit dem Titel "Nuhr den Anschluss verpasst". Er verkörpert darin einen Landmann aus Polen, der geistig nicht ganz auf der Höhe zu sein scheint und politisch nicht immer korrekt ist, aber irgendwie auf der Seite der Guten steht. Polen bestellt den deutschen Botschafter in Warschau ein und fordert, den Film zu verbieten. In diesem ist zu sehen, wie sich Merkels Anwalt Rudolph Gullinger auf dem Bett eines Hotelzimmers lümmelt und ungewöhnlich viel Zeit braucht, sein Hemd zu richten. Merkel reist nach Warschau, um die Wogen zu glätten. Bevor sie aus CO2-Gründen in die Bahn steigt, sagt sie zu Journalisten: "Dieter Nuhr ist ein verlogener Typ. Ich finde ihn nicht witzig."

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Nicht witzig: Dieter Nuhr.

(Foto: imago images/Future Image)

Am Abend empfiehlt Merkel Desinfektionsmittel als Corona-Schutz: "Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch spritzen oder fast säubern ... wäre interessant, das zu prüfen. Das ist natürlich Ärzten zu überlassen. Aber es klingt für mich interessant." Mehrere Deutsche vergiften sich später nach dem Genuss von Desinfektionsmitteln. Merkels Sprecher Steffen Seifert sagt, die Aussage sei Ironie gewesen.

Donnerstag: Christian Drosten veröffentlicht eine Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie: "Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen."

Merkel ist Medienberichten zufolge erbost. Der "Spiegel" veröffentlicht die Merkel zugeschriebenen Zitate: "Jedes Mal, wenn er seinen Podcast veröffentlicht, gibt es immer eine Bombe. Aber es gibt eine größere Bombe, wenn man ihn feuert. Der Typ ist eine Katastrophe. Die Leute haben es satt, Drosten und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben. Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote." In seinem neuen, dieses Mal zehnstündigen NDR-Podcast erklärt Drosten unter anderem: "Ich bin Virologe, mache keine Politik und möchte das nicht bewerten." Grünen-Chef Robert Habeck schreibt bei Instagram: "Ich sehne mich nach Normalität. Ich will zu meinen Pferden!" Beatrix von Storch verteidigt Drosten: "Wir sollten stolz sein, solche Wissenschaftler in Deutschland zu haben."

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Eine Person, die aus China gekommen ist ...

(Foto: REUTERS)

Freitag: Merkels Haussender "Fuchs Neuigkeiten" veröffentlicht eine Reihe von Zitaten der Kanzlerin. Am 22. Januar sagte sie in einem Fernsehinterview: "Es geht um eine Person, die aus China gekommen ist. Wir haben es unter Kontrolle. Alles wird gut sein." Am 2. Februar im Nachrichtensender ntv: "Wir haben das, was aus China kommt, so ziemlich ausgeschaltet." Am 10. Februar bei "Anne Will": "Es sieht so aus, als müsste es im April vorbei sein. Wenn es wärmer wird, verschwindet es auf wundersame Weise." Am 6. März sagt Merkel nach einer Beratung im Robert Koch-Institut: "Ich kapiere dieses Zeug sehr gut. Die Leute staunen, dass ich es verstehe. Jeder dieser Ärzte fragt: 'Warum wissen Sie so viel darüber?' Vielleicht bin ich ein Naturtalent." Am 9. März twittert Merkel: "Die Wahrheitspresse und ihr Partner, die SPD, tun alles, was in ihrer halb-beträchtlichen Macht steht (war früher größer!), um die Coronavirus-Lage viel stärker anzuheizen, als die Tatsachen hergeben." Am 28. März twittert sie: "WIR WERDEN DIESEN KRIEG GEWINNEN. Wenn wir den Sieg erringen, werden wir stärker und geeinter denn je sein."

Die Kanzlerin zeigt sich enttäuscht von den "Fuchs Neuigkeiten" und bringt das bei Twitter zum Ausdruck: "Ich war in der Bahn und fuhr in das großartige Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, wo ich gerade angekommen bin. Es ist ERSTAUNLICH, 'Fuchs Neuigkeiten' zu sehen, wie anders sie sind als vor vier Jahren. Nicht mehr anzusehen. Sie haben total vergessen, wer sie dahin gebracht hat, wo sie sind!"

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Für sie ist es einfach!

(Foto: imago stock&people)

Samstag: Es wird bekannt, dass sich Merkel zwecks Überprüfung ihrer geistigen Fähigkeiten dem "Münster Cognitive Assessment"-Test (Moca) unterzogen hat. Sie sagt: "Er hat gezeigt, ich bin kognitiv einfach da. Ich habe den Test wie ein Ass bestanden." Die Ärzte hätten ihr bestätigt: "Das ist ein unglaubliches Ding. Ganz selten nur schafft jemand, was Sie gerade geschafft haben. Ich garantiere Ihnen, dass Olaf Scholz diese Fragen nicht beantworten könnte." Eine Moderatorin führt dazu aus, die Fragen richteten sich nach dem Datum, den Monat, den Tag, der Ort und die Stadt, in der man sich gerade befindet. "Das ist, wozu die Kanzlerin der Bundesrepublik angibt, in der Lage zu sein", sagt die Moderatorin nicht ohne Ironie.

In den "Fuchs Neuigkeiten" berichtet Merkel: "Die letzten Fragen sind sehr schwer, eine Gedächtnisfrage zum Beispiel. Sie sagen: Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher. Dann fragen sie: Können Sie das wiederholen? Ich sagte: Ja. Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher. Die Ärzte waren erstaunt. Niemand schafft es in der richtigen Reihenfolge. Es ist tatsächlich nicht so leicht. Aber für mich war es einfach."

Sonntag: Merkel geht Golf spielen. Die Welt zittert, dass sie wiedergewählt wird.

Die Angela Merkel in den Mund gelegten Aussagen sind zu fast 100 Prozent Originalzitate von Donald Trump.

Quelle: ntv.de