Leben

Vermieter-Lobby und endlose Gier Miethaien müssen die Zähne gezogen werden

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Gegen Miethaie: Wir brauchen dringend einen Wohnungs-TÜV.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Das scheint der Immobilien-Lobby egal zu sein. Sie hat die Wohnungspolitik fest im Griff. Das Nachsehen hat - wie so oft - der Mieter, dessen Schutz immer mehr aufgeweicht wird. Das Melken des Mieters muss endlich aufhören!

Der Wohnungsmarkt in deutschen Großstädten ist hart umkämpft, nicht zuletzt aufgrund der akuten Knappheit an Wohnraum und zu wenig Neubau. Allein in Berlin haben sich die Mieten seit 2011 verdoppelt. Durchschnittsverdiener sind deshalb bei der Wohnungssuche inzwischen in einer Bredouille. Ohne bezahlbaren Wohnraum müssen sie nehmen, was sie bekommen können.

Im Netz findet man gelegentlich Angebote von Vermietern, die Wohnungen für "Bastler und Handwerker mit Geschick" anbieten. Ziehen Eigentümer in ihre neue Wohnung, steht ihnen meist ein Sachverständiger zur Seite, der die Endabnahme überprüft - ein neutraler Gutachter, der genau schaut, ob sauber gearbeitet wurde. Das Spektrum dieses Gutachtens umfasst: Prüfung der Fenster, Wände, Heizkörper, sanitären Anlagen und vieles mehr.

Die Mieten steigen und steigen

Ein Gutachten ähnlich eines Wohnungs-TÜVs sollte längst auch für Mietwohnungen verpflichtend sein. Natürlich sind nicht alle Vermieter sogenannte Miethaie, doch obschon es unter vielen schwarzen Schafen auch durchaus seriöse gibt, ist ihr Image mehr als nur angeschlagen. Die Mieten steigen und steigen. Natürlich geht es immer um Angebot und Nachfrage, aber wenn Mieten vollkommen unverhältnismäßig zur Wohnungsausstattung sind, läuft gewaltig etwas schief, wenn nicht gar vollkommen aus dem Ruder. Vermieter haben eine große Lobby, Mieter den Mieterschutzbund. Überteuert vermieten, ohne in die Instandsetzung der Immobilie zu investieren - mit dieser Methode auf Kosten der Mieter machen viele Vermieter horrende Gewinne.

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Die deutsche Wohnungspolitik sollte, um in den kommenden Jahren ihrer viel gepriesenen sozialen Verantwortung auch nur ansatzweise gerecht zu werden, einen Wohnungs-TÜV für Mietwohnungen einführen. So könnten Mauscheleien, etwa bei der Angabe der Quadratmeter, dem Verschleiern von eventuell verbauten Schadstoffen bis hin zur Abzocke bei Instandhaltungskosten, vorgebeugt werden. Damit Wohnen wieder gerecht wird und Mieten die bewohnte Immobilie widerspiegeln. Denn auch Mieter könnten eine Lobby gebrauchen.

Gerechte Mieten, Wohnungs-TÜV und Immobilien als Goldgrube - darüber spricht Verena Dittrich mit Dauergast Hausmeister Ronny in der neuen Folge des ntv-Podcasts "Ditt & Datt & Dittrich".

Quelle: ntv.de, chr

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