Unterhaltung

"Gewalt nie eine Lösung" Pocher-Schläger gibt sich plötzlich reumütig

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Oliver Pocher beim Boxkampf in Dortmund.

(Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto)

Bei einem Boxkampf in Dortmund verpasst ein bis zu diesem Zeitpunkt nahezu unbekannter Tiktoker seinem berühmten Kollegen Oliver Pocher wie aus dem Nichts eine Backpfeife. Nachdem der Schläger seine Aktion zunächst noch verteidigt, rudert er nun zurück. Dafür hat er wohl gute Gründe.

Am 26. März verpasste ein Mann, der sich Fat Comedy nennt, Moderator und Comedian Oliver Pocher am Rande eines Boxkampfs in der Dortmunder Westfalenhalle eine schallende Ohrfeige. Kurz danach befürchtete Pocher "irreparable Schäden" und zeigte den ihm bis dato völlig Unbekannten an. Der verteidigte seinen Angriff zunächst und begründete die Tat damit, dass der 44-Jährige es verdient habe. Nun aber äußert er sich in einem zehnminütigen Youtube-Video plötzlich doch ein wenig anders.

Den Clip hat Fat Comedy, der eigentlich Omar heißen soll, gemeinsam mit seinem Anwalt aufgenommen, womit klar sein dürfte, dass er so auf ein milderes Urteil hofft, wenn es schließlich zum Prozess kommt. "Zunächst einmal möchte ich sagen, dass Gewalt niemals eine Lösung ist. Dass ihr euch alle kein Beispiel daran nehmen solltet", sagt er gleich zu Anfang. "Ich weiß, dass ich viele jüngere Zuschauer habe und an euch speziell: Bitte, ich habe genug andere Aktionen gebracht, von denen ihr euch inspirieren lassen könnt, aber nicht von so was." Dann erklärt er, wie es überhaupt zu der Ohrfeige kam.

Spontane Aktion oder Wunsch nach Fame?

Er sei ganz spontan zum Boxkampf gefahren und habe nicht gewusst, dass Pocher ebenfalls dort sein würde. Irgendwann habe er ihn aber entdeckt. Da er früher aufgrund seines Übergewichts selbst gemobbt wurde, wollte er dem verbal gern austeilenden Pocher zeigen, "dass er selbst nicht unantastbar ist. (...) Ich habe ihn gesehen, alles Revue passieren lassen, und dann habe ich mich von meinen Emotionen leiten lassen. Dann habe ich nicht lange gefackelt." Er habe aber niemanden damit beauftragt, die Aktion zu filmen: "Das war alles sehr spontan." Nicht nur Pocher hatte dem "Möchtegern-Rapper" vorgeworfen, lediglich auf Aufmerksamkeit und Ruhm aus zu sein.

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Fat Comedy kritisiert Pochers "Bildschirmkontrolle", ein Instagram-Format, bei dem sich der Comedian immer wieder andere Promis und Influencer vorknöpft und sie öffentlich kritisiert. Er fände es nicht in Ordnung, dass der Moderator seine Reichweite dazu nutze, um Leute fertigzumachen. "Deshalb habe ich das gemacht, um ihm zu zeigen: hey, bis hier hin und nicht weiter. Vielleicht war das nicht richtig. Nach meinem jetzigen Stand hätte ich das auf jeden Fall anders gemacht. Ich hätte den Christoph Daum gebeten, zu rutschen. Dann hätte ich mich neben ihn gesetzt und das verbal mit ihm geklärt. Aber wie gesagt, ich habe mich in dem Moment von meinen Emotionen leiten lassen."

Laut seinem Anwalt steht Fat Comedy zu seiner Tat und ist einsichtig. Das würde er bei einem persönlichen Aufeinandertreffen mit Pocher vor Gericht gern noch einmal bestätigen. "Ich würde ihm sagen, dass das von meiner Seite aus nicht richtig war. Aber ich würde ihm auch sagen, dass das, was er macht, ebenfalls nicht richtig ist", so der Tiktoker.

Quelle: ntv.de, nan

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