Unterhaltung
Und Cincin! Das war's für dieses Jahr bei "Sing meinen Song".
Und Cincin! Das war's für dieses Jahr bei "Sing meinen Song".(Foto: MG RTL D / Markus Hertrich)
Dienstag, 19. Juni 2018

Showdown bei "Sing meinen Song": Prost, Sláinte und Na zdrowie!

Von Kai Butterweck

Bevor Mark Forster, Mary Roos und Co im schönen Südafrika an den letzten Konfettikanonen rubbeln, geht es bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" noch einmal händchenhaltend in Zweiergruppen auf die Bühne. Let's Duette it!

Kurz vor dem gemeinschaftlichen Kofferpacken zieht das sechsköpfige Tauschkonzert-Rudel noch einmal Bilanz. Was war toll? Was war nicht so toll? Und wer hätte gerne auch zu Hause bleiben können? Auf die letzten beiden Fragen gibt es keine Antworten. Selbst Johannes Strate und Rea Garvey, die beiden dauerpieksenden Frotzelkönige der Staffel, tanzen mittlerweile als Blutsbrüder-Paar durch den südafrikanischen Busch. Alle sind sich einig: Es war eine ganz, ganz, ganz, ganz, gaaaaaaaanz tolle Zeit!

Kräuterschnaps, Bier und Wein

Benebelt von Kräuterschnaps, Bier und Wein und umgarnt von neu gespannten Melodiebögen aus den eigenen Archiven, haben es sich Mark Forster, Judith Holofernes und Co wochenlang so richtig gut gehen lassen. Alle Herzen sind offen. Und jeder Kandidat hat fünf neue Telefonnummern in seinem Handy abgespeichert.

Für den Klingklang-Einstieg sorgten Johannes Strate (r.) und Rea Garvey.
Für den Klingklang-Einstieg sorgten Johannes Strate (r.) und Rea Garvey.(Foto: MG RTL D / Markus Hertrich)

Was zum Abschied nur noch fehlt, ist eine finale, musikalische Kollektivumarmung der besonderen Art. Und so torkeln sie noch einmal händchenhaltend in Zweiergruppen auf die Bühne. "Let's Duette it!", johlt Mark ins Mikrofon. Wieder mal steht die dauergrinsende Hit-Maschine aus Winnweiler ganz vorne in der Reihe, wenn es um den First-Gag-Award des Abends geht.

Für den Klingklang-Einstieg drängeln sich die beiden Kuschelrock-Cowboys Johannes und Rea ins Rampenlicht. Das Ergebnis: ein eher schwerfälliger "Supergirl"-Aufguss aus Woche zwei. Es folgen Judith und Mark mit pochenden Herzchen im Gepäck ("Kogong") und Mary und Marian mit fünf Drama-Minuten aus der Alphaville-Gedenkschatulle ("I Die For You Today"), inklusive aufwühlender "Hey, hey"-Dauerschleife.

Marian hat Blut geleckt

Marian, der in seiner Karriere noch nie mit einer Frau gemeinsam auf der Bühne stand, hat Blut geleckt und fordert eine Verlängerung. "Bin dabei", sagt Leslie. Sekunden später tänzeln das Küken und der Bär zu entspannten Soulpop-Vibes ("Song For No One").

Im Anschluss darf sich der "selbstbewusste, gut aussehende Dude mit dem Eselsgesicht" (Johannes) einen Kindheitstraum erfüllen. Hand in Hand mit Mary Roos geht es raus zu allen Spinnern ("Spinner"). Während sich ein kleines südafrikanisches Fleckchen Erde in Jon Bon Jovis Vorgarten verwandelt, liegen sich Judith, Mark und Co hüftschwingend in den Armen. Großes Schmuserock-Kino.

Bevor sich alle ins Land der Lederjacken-Einhörner verabschieden, hauen Leslie und Mark auf den Bitte-Wachbleiben!-Buzzer. Irgendwo auf der Soundbrücke zwischen aufgeplustertem Hip-Pop und lebensbejahendem Wartezimmer-Soul ("I Couldn't Care Less") läuten die beiden die Endphase eines Happenings ein, das bis dato in etwa so viel Feuer versprüht wie die erste Halbzeit des deutschen WM-Auftakts.

Das Runde will nicht ins Eckige

Rea Garvey, Judith Holofernes, Mary Roos und Mark Forster versuchen zu später Stunde zu retten, was noch zu retten ist ("Guten Tag", "Nur die Liebe lässt uns leben"). Aber auch in der Nachspielzeit will das Runde nicht ins Eckige, beziehungsweise der Ton nicht so richtig ins Ohr.

Irgendwann haben auch die Verantwortlichen ein Einsehen. Das permanente Einlaufen neuer Zweiergruppen wird gestoppt. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Nach der gefühlt dreißigsten Kollektivhochzeit von Schlager, Pop und Kuschelrock muss dann auch mal gut sein. Ein letztes Mal dürfen alle an einer Konfettikanone rubbeln. Jeder hebt nochmal sein Glas. "Prost, Sláinte und Na zdrowie!", schallt es durch die Nacht. Wir sind gespannt, wer nächstes Jahr mitträllert. Wir hätten ja mal Lust auf ne kantigere Version mit Campino, Kollegah, Schwester Ewa, Helge Schneider, Stephan Weidner und Helene Fischer. Da wären wir dabei, das wär' prima, oder?

Quelle: n-tv.de