Kino

Dreier im Kino Ballern, schöner sterben und 10 Milliarden

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Was, wenn die Pflegerin nicht so witzig ist, der Biomarkt Aldi und das schöne Zuhause ein Plattenbau?

(Foto: dpa)

Drei Filme diese Woche, die Beachtung verdienen, wenn auch nur so viel, dass man einen Film lieber mal sein lässt: Liam Neeson rennt durch die Nacht und tötet, Hilary Swank stirbt hübsch und der Rest der Menschheit verreckt an globaler Hungersnot.

Run All Night

Liam Neeson ist mal wieder in seiner seit Jahren bewährten Rolle zu sehen: als um sich ballernder, rächender, tötender Familienvater. Warum nehmen wir ihm das zum 100. Mal eigentlich nicht übel? Weil es Liam Neeson ist. Und vielleicht muss auch er nur irgendwie Geld verdienen. In "Run All Night" erschießt er einen jungen Mann, aber nur, weil der wiederum seinen eigenen Sohn erschießen wollte. Statt es dabei zu belassen, ruft er allerdings den Vater des Getöteten an (Ed Harris) und informiert ihn. Was jetzt folgt, kann man sich denken, ein ewiges Hin und Her. Es wird viel gerannt, wenig gesagt ("Trinken Sie Kaffee? Dann nehmen Sie heute mal mehr Zucker, es wird 'ne lange Nacht"), dafür böse und vielsagend geguckt. Es bleibt diese eine Nacht, um den Konflikt zu klären, Eminem tönt im Hintergrund und man kann wohl guten Gewissens behaupten, dass dies ein typischer Männerfilm ist. Aber auch für Frauen gut, die sehr auf Herrn Neeson stehen und viel Krawumm. Und besser als "96 Hours - Taken 3" ist der Streifen, den er mit Regisseur Jaume Collet-Serra da hingelegt hat, auf jeden Fall.

 

Das Glück an meiner Seite

Amyotrophe Lateralsklerose - ALS

ALS führt zu Nervenzerstörungen und fortschreitenden Muskellähmungen. Die seltene Krankheit ist tödlich. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Über die genauen Ursachen und Mechanismen der Nervenkrankheit ist noch wenig bekannt.

ALS ist zwar nicht heilbar, aber zu behandeln, wobei sich der Patient darauf einstellen muss, im gelähmten Körper eingeschlossen zu sein. Der Physiker Stephen Hawking lebte dank künstlicher Beatmung jahrzehntelang mit ALS und starb im Alter von 76 Jahren.

Ein Moment kann ein Leben verändern - so weit, so gut. Der Moment, wenn Sie ins Kino gehen und sich "Das Glück an meiner Seite" ansehen, wird jedoch nicht dazu gehören, es sein denn, Sie bewegen sich rückwärts wieder hinaus. Denn obwohl da Oscar-Preisträgerin Hilary Swank als todkranke Pianistin und Emmy Rossum als chaotische Pflegekraft aufeinandertreffen und Josh Duhamel eine gar nicht mal so kleine Sprechrolle hat, ist diese Art von Comedy-Drama doch nur verschwendete Zeit. Es geht um die durch die Ice-Bucket-Challenge sehr bekannt gewordene Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), und wie Hilary Swank so peu à peu die Nerven in jeglicher Hinsicht versagen, hätte ein Gewinn werden können (siehe "Still Alice" mit Julianne Moore und Kristen Stewart) - ist es aber nicht. Da wurde bei "Ziemlich beste Freunde" geklaut und man fragt sich langsam auch, wie es wohl sein mag, an einer tödlichen Krankheit zu verrecken, wenn das ganze Ambiente nicht wie bei "Schöner Wohnen" aussieht. Und ja, okay, wenn Sie auf Taschentuch-Kino stehen, dann ist der Film vielleicht doch gut. Informativ. Ambitioniert. Aber im Original eventuell besser?

 

10 Milliarden - Wie werden alle satt?

Im Jahr 2050 wird die Welt eine Bevölkerung von 10 Milliarden Menschen zu verkraften haben - wie sollen die alle satt werden, wo es uns doch jetzt schon nicht gelingt? In "10 Milliarden" geht es Filmemacher Valentin Thurn darum, aufzuzeigen, was für Alternativen uns bleiben und was wir jetzt schon tun können für künftige Generationen. "Ein Film, der dein Leben verändern wird", verspechen die Macher. Der Regisseur kennt sich aus im "Food"-Genre, sein Film "Taste The Waste" hatte schon für hohe Wellen gesorgt, denn sein Fazit war, dass es aus der Misere der Verschwendung durchaus einen Ausweg gibt. Gibt Denkanstöße für den Alltag, reingehen.

 

Quelle: ntv.de

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