Ratgeber

Ab 100.000 Euro Direktbank ING führt Negativzinsen ein

imago53064116h.jpg

Für Sparer wird die Luft dünner ...

(Foto: imago stock&people)

Größere Summen auf dem Konto können zunehmend ins Geld gehen, denn immer mehr Finanzinstitute bürden Sparern Strafzinsen auf. Nun reiht sich auch die Direktbank ING in die unrühmliche Liste der Geldinstitute ein, welche Belastungen an Kunden weitergibt.

Die Direktbank ING führt Negativzinsen für hohe Spareinlagen ein. Bei neuen Giro-, Basis- und Tagesgeldkonten gebe es ab Februar 2021 ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent für Guthaben von mehr als 100.000 Euro, hieß es am Mittwoch auf der Webseite des Instituts.

Die Änderung gelte für Konten, die ab diesem Mittwoch (4.11.) eröffnet werden. Für Bestandskonten ändere sich nichts, betonte ein ING-Sprecher in Frankfurt. Aktuell gebe es auch keine Pläne, den Freibetrag von 100.000 Euro zu senken. Geschäftsbanken müssen 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank parken. Auch wenn es Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt das für die Branche eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Geldhäuser weiter und berechnen Kunden Negativzinsen - teils ab dem ersten Euro.

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox weisen 149 Banken und Sparkassen Negativzinsen für Privatkunden in ihren Preisverzeichnissen aus. Davon gewährten 38 Institute deutlich weniger als 100.000 Euro Freibetrag, 5 verlangten ab dem ersten Euro Negativzinsen, hieß es.

Kunden sollten Verträge prüfen

ING-Finanzvorstand Norman Tambach hatte der dpa bereits im August gesagt, dass sich die Bank vorbehalte, auf diesen Trend zu reagieren. Das Institut wirbt aber mit Alternativen für die Vermögensbildung wie kostenlose Direkt-Depots und teils kostenfreie ETF-Sparpläne.

Mehr zum Thema

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Geldhäuser nicht ohne Weiteres die Belastungen für bestehende Konten aufrufen dürften. Um solche Verwahrentgelte im Nachhinein einführen zu können, sind nach Meinung von Verbraucherschützern individuelle Vereinbarungen notwendig. Eine Einschätzung, die auch Finanztip-Chef und ntv-Experte Hermann-Josef Tenhagen teilt. Zudem beklagt er an dieser Stelle die Einfallslosigkeit vieler Geldinstitute, die Parkgebühren der EZB einfach an die Kunden weiterzureichen. Vielmehr sollten sich die Geldhäuser überlegen, was sonst noch, für beide Seiten lohnend, mit dem Ersparten der Kunden anzufangen ist.

So klappt der Kontowechsel

Quelle: ntv.de, awi/dpa