Ratgeber

Ungebetene Gäste aus der Dunkelheit So bleiben Einbrecher draußen

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Nicht nur in der dunklen Jahreszeit gilt es, aufmerksam zu sein.

(Foto: imago/Eckhard Stengel)

In der dunklen Jahreszeit wächst das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden. Nicht, dass die Gefahr nicht ganzjährig besteht - die Zahl der Einbrüche steigt rasant. Doch Bewohner können ihr Heim sicherer machen. Aber nicht alles ist erlaubt.

Der 30. Oktober ist der offizielle Tag des Einbruchsschutzes. Denn mit der Umstellung auf die Winterzeit wird es noch schneller dunkel und bietet so Dieben noch mehr Schutz, unentdeckt zu operieren. Trotz insgesamt deutlich steigender Einbruchszahlen ist die Wahrscheinlichkeit, in den dunklen Monaten ungebetenen Besuch zu bekommen, besonders groß. 

Das bereitet Grund zur Sorge. Besonders wichtig ist es deshalb, das eigene Zuhause mit zum Teil einfachen Maßnahmen zu sichern. Ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitert, wenn Wohnungen oder Häuser durch zum Teil einfache Maßnahmen weniger leicht zu knacken sind. Dabei sind nicht immer teure technische Systeme wie Alarmanlagen notwendig und zum Teil werden die Investitionen, welche die Sicherheit der Immobilie erhöhen, auch vom Staat bezuschusst.

Die Polizei rät zu diesen Maßnahmen, um Diebe fernzuhalten:

Am und im Haus

  • Bewegungsmelder machen es Einbrechern durch Licht schwer, unbemerkt am Hauseingang, Kellerabgang und Gartenweg ins Haus zu gelangen. Dabei sollte die Lichtquellen auch die Hausfront ausleuchten. Die Kriminalpolizei rät zu Halogenscheinwerfern mit mindestens 500 Watt, die sicher vor Sabotage in einer Höhe von mindestens dreieinhalb Metern angebracht sein sollten.
  • Auch eine Alarmanlage vertreibt Einbrecher aus dem Haus. Ebenso wirkungsvoll und dabei noch präventiver sind allerdings Geräusche und Hinweise auf anwesende Bewohner. Diese können bei Abwesenheit mit Hilfe von Zeitschaltuhren via Radio und wechselnder Beleuchtung in den Wohnräumen erzeugt werden.
  • Einbrecher scheuen das Risiko. Gut gesicherte Fenster und Türen zu öffnen, erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand und verursacht Lärm. Davor schrecken auch Profis zurück. Dabei schützt beispielsweise ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Eingangstür.
  • Einfache Kunststoffrollläden bieten keinen besonderen Einbruchschutz. Dennoch sollten sie zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden.
  • Kellerlichtschächte und Kellerfenster sollten mit massiven, gut verankerten Gittern gesichert werden.
  • Auch in der Nachbarschaft sollte bewusst auf verdächtige Situationen geachtet werden. In Verdachtsfällen sollte sofort die Polizei über Notruf 110 verständigt werden.
  • Es sollten keine hohen Hecken oder blickdichte Zäune und/oder Wände Haus oder Wohnung umgeben. Das erschwert Nachbarn und Passanten, Auffälligkeiten zu beobachten - und es ermöglicht Dieben, sich unbeobachtet in den fremden Räumlichkeiten umzusehen.

Türen

  • In die Eingangstür sollte ein einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder eingebaut werden - beides sollte durch einen Schutzbeschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung geschützt werden.
  • Im Mauerwerk verankerte oder verlängerte Schließbleche können das Aufhebeln der Tür wesentlich erschweren. Gegen das Aufhebeln im Bandbereich schützen Hintergreifhaken.
  • Auch ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel sollte eingebaut werden. Dadurch wird auch das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür verhindert.
  • Auch ein Querriegelschloss bietet insgesamt gute Sicherheit.
  • An der Tür sollte ein Weitwinkelspion eingebaut werden. So kann beobachtet werden, wer an der Tür ist.
  • Falls das Türblatt zu schwach ist, sollte es am besten zusammen mit dem Rahmen durch eine geprüfte einbruchhemmende Tür ersetzt werden.
  • Bei Neu- und Umbauten sollten geprüfte einbruchhemmende Türen eingebaut werden.
  • Schlüssel dürfen nicht draußen versteckt werden - Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Bei Schlüsselverlust muss der Schließzylinder ausgetauscht werden.

Fenster

  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren müssen geschlossen werden, auch dann, wenn das Haus oder die Wohnung nur kurz verlassen wird. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Bei Neu- und Umbauten sollten geprüfte einbruchhemmende Fenster bzw. Fenstertüren eingebaut werden.
  • Fenster und Fenstertüren mit sollten mit absperrbaren Zusatzsicherungen aufgerüstet werden (Aufbruchsperren). Vorsicht: Absperrbare Fenstergriffe allein genügen nicht, denn Fenster werden häufig aufgehebelt. Dazu reicht schon ein Schraubenzieher.
  • Auch Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken dürfen bei der Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen und Rankgerüste können als Kletterhilfen dienen.
  • Terrassen- und Balkontüren können auch mit Rollgitter oder Gittertüren gesichert werden.
  • Rollläden sollten zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden. Wichtig ist die Sicherung der Fenster selbst, denn häufig wird gerade tagsüber eingebrochen.

Darüber hinaus gibt es auch ein Reihe von Dingen, die als Einbruchsprävention in der Regel nicht oder nur eingeschränkt erlaubt sind, als da wären:

  • Bei einer vorhandenen Grundstücksmauer dürfen Hausbesitzer diese nicht mit Glasscherben bestücken. Ansonsten kann das potenzielle Opfer schnell zum Täter werden. Verletzt sich jemand beim Übersteigen des Hindernisses, kann dies den Strafbestand der der fahrlässigen oder vorsätzlichen Körperverletzung erfüllen. 
  • Gleiches gilt für die Befestigung von Stacheldraht.
  • Ob die Überwachung des Grundstücks mit einer Kamera zulässig ist, hängt vor allem davon ab, ob diese ausschließlich das eigene Grundstück erfasst. Werden bereits kleinste Teilbereiche eines fremden Grundstücks oder des öffentlichen Verkehrsraum erfasst, ist dies rechtswidrig. Außerdem muss auf einem Hinweisschild kenntlich gemacht werden, wenn ein Gelände oder Objekt videoüberwacht wird. 

Doch trotz aller legalen Maßnahmen gibt es leider keinen 100-prozentigen Schutz vor Einbrüchen. Wenn die Diebe doch zuschlagen, kommt dann die hoffentlich vorhandene Versicherung auf. Den einfachsten Schutz vor allzu großen materiellen Schaden gibt es zum Nulltarif: nämlich dadurch, dass keine keine Wertsachen in Haus oder Wohnung aufbewahrt werden. Bankarten und deren Geheimzahlen sollten immer getrennt voneinander aufbewahrt werden.  

Quelle: n-tv.de

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