Ratgeber
Freitag, 11. Dezember 2015

Neue Düsseldorfer Tabelle: So viel Unterhalt muss ab 2016 gezahlt werden

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate müssen getrennt lebende Eltern für ihre Kinder tiefer in die Tasche greifen. Und kaum sind die Beträge für das neue Jahr genannt, wird auch schon ein Nachschlag für 2017 benannt.

Die Düsseldorfer Tabelle umfasst nur regelmäßige Zahlungen für den allgemeinen Lebensbedarf.
Die Düsseldorfer Tabelle umfasst nur regelmäßige Zahlungen für den allgemeinen Lebensbedarf.(Foto: picture alliance / dpa)

Getrennt lebende Väter oder Mütter müssen ihren Kindern mehr Unterhalt zahlen. Das ergibt sich aus der neuen Düsseldorfer Tabelle, an der sich die Familiengerichte bei der Festsetzung des Unterhalts orientieren. Zum 1. Januar 2016 wird diese nun geändert.

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder beträgt dann ab dem 1. Januar 2016 bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres (1. Altersstufe) 335 Euro statt bisher 328 Euro, für die Zeit vom siebten bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres (2. Altersstufe) 384 Euro statt bisher 376 Euro und für die Zeit vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit (3. Altersstufe) 450 Euro statt bisher 440 Euro monatlich.

Anrechnung des Kindergeldes

Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen. Dieses beträgt ab dem 1. Januar 2016 für das erste und zweite Kind 190 Euro, für ein drittes Kind 196 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 221 Euro. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen. Der sich genau ergebende Betrag ist aus den Tabellen im Anhang der "Düsseldorfer Tabelle" ablesbar.

Ebenfalls zum neuen Jahr wird auch der Bedarfssatz eines studierenden volljährigen Kindes, das nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, angehoben. Er beträgt dann 735 Euro, darin enthalten ist ein Wohnkostenanteil von 300 Euro. Der bisherige Bedarfssatz von 670 Euro war seit dem 1. Januar 2011 unverändert. Der Betrag von 735 Euro orientiert sich an dem Höchstsatz nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög), der im Herbst 2016 gleichfalls auf 735 Euro steigen soll.

Ab dem 1. Januar 2017 steigt der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder nach der Mindestunterhaltsverordnung in der ersten Altersstufe auf 342 Euro, in der zweiten Altersstufe auf 393 Euro und in der dritten Altersstufe auf 460 Euro. Dies wird dann zu einer erneuten Änderung der "Düsseldorfer Tabelle" führen.

Diese umfasst nur regelmäßige Zahlungen für den allgemeinen Lebensbedarf. Unvorhersehbare Aufwendungen müssen gegebenenfalls extra geleistet werden.

Quelle: n-tv.de

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