Fußball

So läuft der 18. Spieltag FC Bayern eröffnet Jagd, BVB im Kampfmodus

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Gute Laune und Selbstbewusstsein pur: Also alles wie immer beim FC Bayern?

imago/DeFodi

Wir werden deutscher Fußballmeister, heißt es beim FC Bayern zum Rückrundenstart. Was sagt der Tabellenführer dazu? Der BVB bestärkt den Konkurrenten. Derweil kommt Trainer Peter Bosz nach Leverkusen, um länger zu bleiben. Und Mario Gomez lädt zur Mathestunde.

Was macht der FC Bayern?

"Es gibt keinen hier", behauptet der deutsche Nationalspieler Niklas Süle, "der nicht davon überzeugt ist, dass wir Meister werden". Dann ist das also geklärt, bevor der FC Bayern an diesem Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) den 18. Spieltag eröffnet und als Tabellenzweiter mit sechs Punkten Rückstand auf die Dortmunder Borussia in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga startet. Trainer Niko Kovac sagt vor der Partie bei der TSG Hoffenheim: "Ich merke, dass die Jungs die Verfolgungsjagd annehmen und den Druck erhöhen wollen. Im Finish kommt zusätzlicher Druck auf und dann entscheidet sich, wer die besseren Nerven hat." Die Münchner haben sich viel vorgenommen in der Winterpause.

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Jagd geht auch lässig, beweist Niko Kovac.

(Foto: imago/Xinhua)

Die verbrachten sie ungeachtet der Menschenrechtsverletzungen in Katar zum neunten Mal in Folge in dem Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel. Für Schlagzeilen gesorgt hat aber vor allem Franck Ribéry mit seinem goldenen Steak. Und damit, wie er auf die Kritik daran reagierte. Für seine verbalen Ausraster bestrafte der Klub seinen Staroldie mit einer "hohen Geldstrafe". Kurze Zeit sprach Sportdirektor Hasan Salihamidzic davon, dass der Franzose den Münchnern nach seiner Karriere doch erhalten bleiben möge. War wohl alles nicht so schlimm. Und sportlich? Hat der FC Bayern just zum fünften Mal ein Turnier mit 45 Minuten kurzen Partien namens Telekom Cup gewonnen. Geschenkt.

Ribéry jedenfalls, der die jüngsten drei der vier Ligatore schoss, wird wie Arjen Robben in Sinsheim verletzt fehlen. Kingsley Coman könnte einspringen - oder Serge Gnabry, der beim 100. Bundesligaspiel seines Ex-Trainers Julian Nagelsmann zugegen ist. Sollte der FC Bayern drei Punkte mitnehmen, reißt beim Gegner eine Serie: Die Hoffenheimer sind seit zehn Spielen ungeschlagen. Da kann kein Klub mithalten. Tipp: 1:2

Wie geht's dem BVB?

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"Dortmund wird Meister", sagt der Franz Beckenbauer. "Falls sie nicht noch einbrechen." Ach nee, sagen wir. Bei sechs Punkten Vorsprung auf die Bayern müsste der BVB ab und an patzen, um in Gefahr zu geraten.  Doch die Rollen sind verteilt: Bayern provoziert als Jäger und strotzt vor Selbstbewusstsein à la Süle. Die Borussia aus Dortmund weist alle Vormachtstellung von sich. Auf die Frage, ob der BVB der Titelfavorit ist, sagt Trainer Lucien Favre schlicht: "Nein, nein, nein." Getreu dem Motto seines Sportdirektors Michael Zorc: "Es gibt keinen Grund, irgendetwas an unserer Herangehensweise zu ändern, wir sind ja nicht den ersten Tag Tabellenführer."

Das will der BVB auch sportlich beherzigen: "Wir brauchen den gleichen Ansatz wie in der Hinrunde: Es darf kein Weg zu weit sein", sagt Zorc. "Raus aus dem Trainingsmodus - hinein in den Kampfmodus." Der erste Kampfgegner ist gleich richtungsweisend - RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick sagt: "Wir sind eine der heimstärksten Mannschaft, deswegen trauen wir uns zu, Dortmund herauszufordern." Erst zum zweiten Mal in dieser Saison wird das Stadion ausverkauft sein, Torwart Peter Gulacsi verspricht den Zuschauern ein "richtiges Spektakel". Potenzial bietet sich massig: Mit Paco Alcácer, Marco Reus sowie Timo Werner spielen drei der vier besten Torjäger der Liga mit. Ja, auch Kapitän Reus, der nach Zerrung und Viruserkrankung laut Favre wieder fit ist. Bei 44 BVB-Toren in der Hinrunde muss sich Gulacsi vermutlich strecken, um seinen Plan zu verwirklichen: "Mein Ziel ist, dass mir keiner einen reinhaut am Samstag. Ich will zu Null spielen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Zur Erinnerung: Das Hinspiel endete mit einer 1:4-Klatsche für RB. Immerhin: Danach musste der Ungar nur weitere 13 Mal hinter sich greifen - und glänzt damit als bester Keeper. Tipp: Es wird torreich, 2:3.

Worauf muss sich der Tabellendritte aus Gladbach einstellen?

In Leverkusen soll der neue Trainer Peter Bosz die schlechte Hinrunde vergessen machen. Der Niederländer kehrt mit dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) auf die Bühne Bundesliga zurück - 406 Tage nach seiner Entlassung bei Borussia Dortmund. Das ist ein deutlich längerer Zeitraum als die 161 Tage bei den Schwarz-Gelben. "Die Zeit in Dortmund war viel zu kurz. Ich glaube, die Menschen hier haben noch nicht den richtigen Trainer Peter Bosz gesehen. Ich bin noch nicht fertig."

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Gekommen, um diesmal zu bleiben: Peter Bosz.

(Foto: imago/Deutzmann)

Sein Ziel: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Ein Klub wie Bayer hat den Anspruch, in einem europäischen Wettbewerb zu spielen." Vor einer Partie gegen den Tabellendritten klingt das mutig. Allerdings spielten Dieter Heckings Gladbacher vor allem im Borussia-Park formidabel und gewannen in der Hinrunde alle acht Heimspiele. Auwärts hingegen lautet die Bilanz: zwei Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Ist das die Chance für Leverkusen? Mit einer umgekrempelten Mannschaft, die das offensive System von Boszs BVB-Zeit adaptiert und damit alle Vorbereitungsspiele gewonnen hat, könnte sich Bayer "in der Rückserie weiterentwickeln", wie der neue Sportdirektor Simon Rolfes sagt. Und auch die Mönchengladbacher Borussia schlagen? Tipp: Nein, aber zumindest einen Punkt abluchsen, 2:2.

Was ist sonst noch so los?

VfB Stuttgart - 1. FSV Mainz 05: Willkommen zu Marios Mathestunde: "Ich kam vor einem Jahr als Spieler des VfL Wolfsburg, der ein Tor hatte. Jetzt habe ich in der Hinrunde fünf gemacht", sagte Stürmer Gomez, der in der Hinrunde fast die Hälfte der zwölf VfB-Tore erzielt hat. Und was bedeutet das? "Ich bin eigentlich fünf Mal so gut wie letztes Jahr", so der 33-Jährige. Wir stellen jetzt schon mal schwäbischen Kessler-Sekt kalt, denn: Nach acht Toren in der vergangenen Rückrunde müsste Gomez seiner Rechnung zufolge nun die 40-Tore-Marke anpeilen. "Heidanei", werden einige frohlocken - der VfB stellt mit nur zwölf Toren den schwächsten Angriff der Liga. Andere werden nur mit den Augen rollen, denn große Worte vom Tabellen-16. haben sie vor und während dieser Saison schon genug gehört. Doch die Gäste aus Mainz könnten wahrlich gelegen kommen: Der FSV wartet schon seit vier Ligaspielen auf einen Sieg. Und Gomez ist sich sicher: "Bis auf Bayern und Dortmund können wir jedes Spiel gewinnen." Wir glauben an die Trendwende beim VfB und kommen zu folgendem Tipp: 2:1, ein Tor Gomez.

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Der Boden der Tatsachen ist bei der Eintracht derzeit grün.

(Foto: imago/Jan Huebner)

SG Eintracht Frankfurt - SC Freiburg: Und jährlich grüßt das Murmeltier. Wie fast auf den Tag genau vor zwölf Monaten treffen sich die SGE und die Freiburger zum Rückrundenauftakt. Seinerzeit gab's ein 1:1 - ein gewisser Sébastien Haller hatte den Führungstreffer erzielt. Und dem bleibt seitdem das Stürmerglück hold. Mit Luka Jovic bildet er das torgefährlichste Angriffsduo der Liga - 33 Scorerpunkte, davon 21 Tore, gehen auf das Konto der beiden Frankfurter. Doch jüngst ist der Offensivmotor ins Stottern geraten, der Tabellensechste gewann nur eine der jüngsten fünf Partien. Setzt das Überraschungsteam der Hinrunde nun zu einem neuen Höhenflug an? "Wir wollen zumindest so wie in der Hinrunde performen", sagte Haller. Apropos Performance: Für sein USA-Wintertrainingslager hatte sich der Klub in sozialen Medien Ami-wirksam als "SGEagles" betitelt. Wenn's hilft. Der Gegner aus Freiburg bleibt pragmatisch und verlängert wohl mit Christian Streich. Der Trainer hat auch nach dem siebten Jahr noch nicht genug vom Sport-Club - und umgekehrt. Wir freuen uns schon wieder auf unterhaltsame und aufrüttelnde Pressekonferenzen. Tipp: 2:1, Haller kommt wieder in die Spur.

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Ja! Friedhelm Funkel bleibt bei der Fortuna.

(Foto: imago/Sven Simon)

FC Augsburg - Fortuna Düsseldorf: Der Düsseldorfer Karneval kann kommen! Zumindest dürften die Fans der Fortuna nach dem Vertrags-Hickhack um Trainer Friedhelm Funkel für jegliche Possen gewappnet sein. Nach dem Schlussspurt mit drei Siegen und nur einem Gegentor in der Hinrunde hat sich der Klub völlig unnötig der Lächerlichkeit preisgegeben. Schlussendlich bleiben Funkel und die Fortuna vorerst ein Paar. Helau! "Wir laufen für unseren Trainer durchs Feuer", sagte Kapitän Oliver Fink. In Augsburg wird sich Funkel allerdings auch mit drei Punkten begnügen. Die Gastgeber sind wahrlich nicht zu Scherzen aufgelegt. "Die Situation ist sehr ernst und gefährlich", stellte Alfred Finnbogason fest. Stimmt. Denn die Augsburger sind nicht nur seit acht Spielen sieglos, sondern auch nur noch einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Sieht alles sehr nach einer zähen Nummer aus. Tipp: 1:2.

Hannover 96 - SV Werder Bremen (alle Samstag, 15.30 Uhr): Sie erinnern sich an den plumpen Versuch von Werder Bremen, das Training der TSG Hoffenheim per Drohne zu filmen? Wie es scheint, hat das Scouting-Team jetzt für die nächste Posse gesorgt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat der Klub beim Gegner Hannover 96 um Testspiel-Mitschnitte aus dem Trainingslager gebeten. Dabei konnte man die Spiele sogar live auf der Website der Niedersachsen verfolgen. Ganz ausgeschlafen wirkt das nicht. Tipp: Zu einem Sieg gegen den Liga-Vorletzten reicht es für die Mannschaft von Florian Kohfeldt dennoch, 0:2

1. FC Nürnberg - Hertha BSC (Sonntag, 15.30 Uhr): Hertha BSC hat sich für die Rückrunde etwas vorgenommen: "24 Punkte habe ich offiziell gesagt, der Traum sind 31. Werden wir sehen", so Trainer Pal Dardai. Die ersten drei sollten drin sein im Spiel beim Tabellenletzten 1. FC Nürnberg. Der Aufsteiger hat in der Hinrunde schon 38 Gegentore kassiert und ist seit elf Spielen ohne Sieg. Jetzt fällt auch noch Verteidiger Robert Bauer lange aus. Auch vorn geht nur wenig: Die letzten vier Bundesliga-Partien blieben ohne eigenes Tor und auch die Testspiele in der Winterpause haben nicht dazu beigetragen, Hoffnung zu schöpfen. Dann macht das vielleicht dieses Fakten-Schmankerl: Herthas heutiger Geschäftsführer Sport leitete den bislang letzten Berliner Sieg in Nürnberg ein. Neben Michael Preetz trafen Thorben Marx und Marcelinho am 16. März 2003 zum 3:0-Erfolg. Lang, lang ist's her - und wird aktuell doch nicht weiterhelfen. Tipp: 0:2

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So gut drauf wie sein Team: Bruno Labbadia.

(Foto: imago/regios24)

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr): Eine Statistik aus der Reihe "Kaum zu glauben": Der VfL Wolfsburg holte in den jüngsten sechs Partien 16 von 18 Punkten. Der ewige Relegationskandidat mauserte sich unter Trainer Bruno Labbadia zu einem Europaliga-Aspiranten, hat also mit dem FC Schalke 04 die Rollen getauscht: Die Gelsenkirchener tauchten in der Versenkung der Liganiederungen unter (Platz 13). Erste-Hilfe-Maßnahmen: Trainer Domenico Tedesco erhält Unterstützung von Co-Trainer Seppo Eichkorn und - deutlich überraschender - Publikumsliebling und Vize-Kapitän Naldo wechselte zur AS Monaco. Glück für die Schalker: Naldos Nachfolger Salif Sané verletzte sich im Testspiel gegen KRC Genk nicht schwer und wird wohl spielen. Tipp: 1:2

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Man konzentriert sich mehr auf den Sport und versucht, die Spielzeit, die man hat, auch zu spielen und nicht so viel zu labern. Das würde dem Fußball auch gut zu Gesicht stehen." Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann ist Fan des Handballs.

Quelle: n-tv.de

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