Technik

Kurz und knackig Die Technik-Tipps der Woche

In den Technik-Tipps der Woche stellt n-tv.de kurz und knackig Produkte vor, die es ausprobiert und für gut befunden hat. Diesmal geht Apple-Fans ein Lade-Licht auf, wir richten ein WLAN-Nest ein und aus Großbritannien gibt's ganz toll was auf die Ohren.

Google Nest Wifi

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Router und Zugangspunkt sind etwa so groß wie eine Grapefruit.

(Foto: Google)

Das Nest Wifi ist der Nachfolger von Google Wifi, das im Test durch seine Unkompliziertheit überzeugen konnte, aber eher ein etwas engmaschiges Mesh-Netz aufspannte. Inzwischen sind zweieinhalb Jahre vergangen und Google hat seine Hausaufgaben gemacht. Zwar kommunizieren Zugangspunkte (Access-Points) und Router nach wie vor nicht über einen dritten Kanal, was unter Umständen verbundene Geräte ausbremst. Doch Geschwindigkeit und Reichweite sind deutlich angewachsen und die Übergabe zwischen Zugangspunkten klappt noch flotter als bei den Vorgängern.

Das liegt zum Teil daran, dass es keine gleichberechtigten Access-Points mehr gibt, von denen jeder mit dem Modem verbunden werden kann. Beim Nest Wifi wird zwischen Router und Zugangspunkten unterschieden. Der Router ist leistungsstärker und hat neben dem Modem-Anschluss eine zweite LAN-Buchse auf der Rückseite. Die Zugangspunkte funken zwar nicht ganz so kräftig wie der Router, sind dafür aber gleichzeitig vollwertige Google-Lautsprecher mit digitalem Assistenten. Der Klang geht als Küchenradio in Ordnung, die Mikrofone können per Schalter deaktiviert werden.

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Die Home-App ist aufgeräumt und bietet viele Einstellungsmöglichkeiten.

(Foto: Google)

Die Einrichtung ist extrem einfach. Man verbindet den Router mit Modem und Steckdose, für den Rest folgt man in der Google-Home-App einfach den klaren Anweisungen. Das kriegt jeder hin, vielleicht sollte Google aber noch darauf hinweisen, dass man nach dem Router den Zugangspunkt gesondert hinzufügen muss.

Flotte Datenraten

Die Verbindung ist sehr stabil, über 15 Meter und durch vier Rigips-Wände hindurch maß ntv.de mit einem Google Pixel 4 XL noch fast 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) am Zugangspunkt. Wurde er in direkter Nähe des Routers platziert, stiegen die Datenraten auf bis zu 350 Mbit/s. Der Router erreichte in der Test-Umgebung mit vielen Störquellen rund 100 Mbit/s mehr. Zur Kontrolle wurden die Messergebnisse in der Home-App mit der Fritz-WLAN-App überprüft.

Das sind gute Werte, vor allem aber die Reichweite ist erfreulich nahe an Googles Werten: Ein Router soll bis zu 120 Quadratmeterabdecken, ein Zugangspunkt bis zu 90 abdecken können. Hat man noch ein altes Google-Wifi-System, kann man dessen Geräte einbinden, sie sind kompatibel.

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Die Home-App bietet vom Jugendschutz bis zum Gästenetz viele Möglichkeiten. Man sieht in ihr auch, dass Nest Wifi für die Zukunft gerüstet ist. So kann man die WLAN-Verschlüsselung WPA3 aktivieren oder Googles neuem Spiele-Streaming Stadia den Vortritt lassen. Schließlich wartet noch ein Netzwerkprotokoll (IEEE 802.15.4 Thread) für die Steuerung von Smart-Home-Geräten auf die Aktivierung.

Google Nest Wifi ist unkompliziert, schnell und zukunftssicher. Wenn man zu Hause noch nichts außer einem schlichten Router oder gar nur ein Modem hat, ist es eine sehr gute Mesh-Lösung. Mit rund 260 Euro für das Starter-Set ist das System allerdings nicht günstig. Der Router alleine kostet 160, ein Zugangspunkt 140 Euro. Steht eine jüngere Fritzbox im Haus, ist man mit AVM-Repeatern besser bedient.

Bowers & Wilkins PX7

Wer einen Bluetooth-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung sucht, der nicht nur ausgezeichnet klingt, sondern auch eine sehr gute aktive Geräuschunterdrückung (ANC) bietet und extrem stylish ist, sollte sich mal den neuen PX7 von Bowers & Wilkins aufsetzen. Er ist die Neuauflage des PX, der vor fast zwei Jahren n-tv.de schon viel Vergnügen bereitet hat.

Optisch hat die englische Edelschmiede nicht viel verändert, sondern das außergewöhnliche Design mit nylonverkleideten Muscheln und Bügel beibehalten. Neu ist vor allem, dass Bowers & Wilkins statt Metall Karbonfaser einsetzt. Das verringert das Gewicht ein bisschen, aber den Unterschied von 335 zu 310 Gramm spürt man nicht wirklich. Bequem ist der PX7 so oder so. Das liegt vor allem an seinen großen, luftigen Muscheln, deren wechselbare Polster mit echtem Leder bespannt sind.

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Mit dem PX7 kann man sich sehen lassen.

(Foto: Bowers & Wilkins)

Zum Glück haben die Engländer auch die unkomplizierte Steuerung über große Tasten beibehalten. Der Daumen findet sie auf der rechten Seite problemlos, selbst wenn man Handschuhe trägt. Um ANC einzustellen gibt's links eine eigene Taste.

Die Geräuschunterdrückung hat B&W stark verbessert. Auf höchster Stufe filtert sie fast auf dem Niveau des Klassenbesten von Sony, außerdem gibt's die Abstufungen Mittel und Niedrig. Neu ist die automatische Anpassung, der man sich problemlos anvertrauen kann, meistens findet sie die richtige Stufe. Möchte man hören, was in der Umgebung los ist, hält man die ANC-Taste etwas länger gedrückt. Wie stark die Außengeräusche durchdringen, kann man in der zugehörigen App stufenlos einstellen. Nimmt man den Kopfhörer ab, pausiert die Wiedergabe automatisch. Das tut sie auch, wenn ein Anruf reinkommt.

Neutral, elegant und selbstbewusst

Erfreulich ist, dass ANC sich nicht mehr hörbar auf den Klang auswirkt. Und der ist bei allen Einstellungen in jeder Hinsicht ausgezeichnet. B&W hat genau an den richtigen Stellschrauben gedreht und die kleinen Probleme des Vorgängers beseitigt. Der Kopfhörer ist bei jedem Musikstil ein Hörgenuss, ohne dass er sich durch irgendeine Überhöhung anbiedert. Er bleibt neutral und elegant und legt größten Wert auf klare Verhältnisse.

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Kräftige Bässe sind für ihn ebenso selbstverständlich wie glasklare Höhen. Dabei weiß er genau, wie wichtig die Mitten sind. Das Ganze präsentiert der PX7 stolz auf einer großen Bühne. Bravo!

Wenn man alles hören möchte, was der Kopfhörer kann, spielt man hochauflösendes Material ab, mit aptX HD geht ihm kein Detail verloren. Außerdem unterstützt der PX7 aptX Adaptive und AAC. Per USB führt er seine hohe Klangkunst kabelgebunden am PC vor.

Auch bei der Laufzeit hat B&W nochmal eine Schippe draufgelegt, der PX7 hält mit ANC bis zu 30 Stunden durch. Sehr lobenswert: Wie beim Vorgänger soll man verbrauchte Akkus in Vertragswerkstätten auszutauschen können.

400 Euro sind viel Geld für einen Kopfhörer, aber der Bowers & Wilkins bietet dafür auch viel. Er klingt famos, bietet sehr effektives ANC, ist ausdauernd und sieht auch noch klasse aus.

Terratec ChargeAir All Light

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Die Terratec ChargeAir All Light sieht gut aus und lädt drei Apple-Geräte gleichzeitig.

Die Terratec ChargeAir All Light ist etwas ganz Spezielles für Apple-Fans, Android-Nutzer können jetzt eigentlich aufhören zu lesen. Denn es handelt sich dabei um eine Schreib- oder Nachttischlampe, die gleichzeitig ein iPhone, eine Apple Watch und Airpods laden kann.

Bis auf die Strippe zur Steckdose geschieht das grundsätzlich kabellos, aber nur beim iPhone und der Apple Watch induktiv- Die Airpods finden in ihrem Case in einer Ladeschale Platz, die am Boden einen Lightning-Stecker hat. Das Smartphone wird mit bis zu 10 Watt betankt, die magnetisch angedockte Apple Watch und die Ohrhörer werden mit 1,75 Watt gespeist. Hat noch irgendein anderes Gerät Durst, gibt's auf der Rückseite zusätzlich einen USB-A-Anschluss.

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Auch die LED-Leuchte hat mehr drauf als An oder Aus. Ihre Farbtemperatur kann in vier Stufen zwischen kalt und warm eingestellt werden, die Helligkeit lässt sich ebenfalls regeln.

Die Terratec ChargeAir All Light ist aus Plastik gefertigt, macht aber keinen billigen Eindruck. Auch die Gelenke am Standfuß und Lampenschirm wirken solide und halten ihre Position.

Die Lade-Lampe für Apple-Nutzer ist keine atemberaubende Erfindung, aber ein praktisches Zubehör, das mit dem Kabelsalat auf oder unter Tischen aufräumt. Im Vergleich zu den Geräten, die sie mit Strom versorgt, ist die ChargeAir All Light mit knapp 70 Euro fast schon spottbillig.

Quelle: ntv.de