Technik

iPhone, Segway und Walkman Die wichtigsten Gadgets aller Zeiten

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Das iPhone ist laut "Time"-Magazin das einflussreichste Gadget aller Zeiten.

(Foto: reuters)

Technik verändert unser Leben. Doch welche Geräte waren besonders prägend? Das "Time"-Magazin listet die 50 einflussreichsten Gadgets auf. Ganz vorne mit dabei sind Apple und Sony.

Wie arbeiten wir heute? Wie denken, spielen leben wir? Wie denken wir? Dass moderne Technik einen entscheidenden Einfluss auf unser tägliches Leben hat, wird wohl niemand bestreiten. Aber neben den zahllosen und längst vergessenen Gadget-Zwischenstationen und den persönlichen Lieblingen gibt es auch die Ikonen - Geräte, die neue Türen aufstoßen, die ganze Generationen prägen, die neue Vokabeln in den Wortschatz einführen und die unser Leben für immer verändern. Das "Time"-Magazin hat nun die 50 wichtigsten gekürt - die einflussreichsten Gadgets aller Zeiten.

In der Liste finden sich einige hier unbekannte Geräte, was wohl auch daran liegt, dass das Magazin aus US-amerikanischer Sicht gewichtet und argumentiert. Manche haben es nie nach Deutschland geschafft, andere spielten hier kaum eine Rolle. Doch auf den 50 Rängen finden sich auch einige alte Bekannte, längst vergessene Kuriositäten und alte Lieben.

Sony ist überall

So wie Sonys Walkman, der im Time-Ranking auf Platz 4 landet. Tragbarkeit, Einfachheit und Erschwinglichkeit waren die drei Prinzipien, mit denen der Musikspieler die Herzen im Sturm eroberte. Insgesamt verkaufte Sony mehr als 200 Millionen Walkmans. Ebenfalls von Sony kam der Discman. Platz 40 belegt Sonys Walkman-Nachfolger, der 1984 in den Verkauf ging. Das Gerät und seine Nachfolger halfen der CD dabei, in weniger als zehn Jahren die Kassette als dominanten Tonträger in den USA zu verdrängen, so die "Time"-Autoren.

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Die Playstation: eine Kultkonsole.

(Foto: Sony)

Nochmal Sony: Die Playstation belegt Platz 31 der Liste. Sony habe es geschafft, "High-End-Technik in kleine und erschwingliche Kästen zu packen" und das System perfekt an die Kunden zu vermarkten, die mit Atari und Nintendo-Spielen aufwuchsen. Apropos Atari: Der Atari 2600 von 1977 mit seinen grobpixeligen 8-Bit-Spielen brachte für damals 199 Dollar "das Spielhallen-Erlebnis" nach Hause. Mit Spielen wie Space Invaders und Pac-Man ging der Run auf die Konsole richtig los. Nintendos Gameboy belegt Platz 16 - trotz oder gerade wegen seines kleinen 2,6-Zoll-Displays und dem "klobigen" Äußeren. Auf Platz 15 folgt das Nintendo Entertainment System (NES), gestartet 1983 und mit seinen Spielen der "Archetyp jeder Heim-Konsole". "Das NES war für Video-Spiele, was die Beatles für Rock'n'Roll waren", so die "Time"-Autoren. Die Wii landet auf Platz 32. Das Verdienst der interaktiven Konsole aus 2006: ganze Generationen von der Couch runter und zum Spielen zu bringen. 

DVDs, Kindle und Handys  

Eher auf die Couch brachten viele Menschen die DVD-Player. Toshibas DVD-Spieler SD-3000 landet auf Rang 30, es war zum Verkaufsstart 1996 der erste seiner Art und half dabei, VHS-Videokassetten zu verdrängen und durch kleine Silberscheiben zu ersetzen. Apropos VHS: Der erste Videorecorder kam 1972 von Philips. Im "Time"-Ranking landet er aus Platz 12. Ähnliches Format, anderes Medium: Bücher. Amazons E-Reader Kindle half dabei, eine ganze Gerätekategorie populär zu machen. 2010 war es das meistverkaufte Produkt bei Amazon, in der "Time"-Liste landet der Kindle auf Platz 28.

Motorolas Dynatac 8000x (Platz 37) war 1984 das erste wirklich tragbare Handy - es wog fast 1 Kilogramm und kostete fast 4000 Dollar. Wesentlich bekannter ist das Nokia 3210. Die Handy-Ikone wurde 1999 herausgegeben und sollte zum Bestseller werden. Es war das erste Handy mit interner Antenne und vorinstallierten Spielen wie dem kultigen Snake. Als Smartphone-Meilenstein listet das "Time"-Magazin das Motorola Droid auf Rang 20 - es verhalf 2009 dem Android-System zum Durchbruch. Der Palm Pilot 1000 (Platz 36), ein kleiner Handheld-Computer mit Touchscreen und Eingabestift, der 1996 vorgestellt wurde, "ebnete den Weg für Blackberry und letztendlich für die Smartphones von heute", so die "Time"-Juroren.

Segways, Drohnen, Raspberry

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Kurioses Gadget: die Segways.

(Foto: Segway)

Kurios, aber gar nicht so abwegig ist die Wahl des Segways auf Platz 48 der Liste. Von vielen gehasst, belächelt oder verteufelt, halten sich die merkwürdigen Zweirad-Roller doch hartnäckig überall dort, wo es viele Touristen gibt. Ist es deshalb ein kulturelles Symbol? Für die "Time"-Autoren schon: "Vielleicht ist es eine Metapher für die immer mehr außer Form geratenen Amerikaner." Trotz allen Spotts sei der Segway ein Musterbeispiel für die Verkehrskonzepte zur Überwindung der "Letzten Meile" - "ein elektrischer Roller, der Laufen überflüssig machen soll".

Drohnen sind in aller Munde und dürfen deshalb auch im "Time"-Ranking nicht fehlen. Stellvertretend für die ganze Boom-Branche wählt das Magazin die DJI Phantom auf Platz 46. Die Geräte des chinesischen Herstellers sind bekannt, beliebt und technisch so ausgereift, dass sie längst mehr als nur Spielzeug sind, sondern auch von Profis eingesetzt werden, um zum Beispiel neue Kameraperspektiven zu bekommen oder Dinge aus der Luft zu inspizieren, die vorher unzugänglich waren.

Den Zugang erleichtern, das ist auch die Aufgabe des Raspberry Pi (Platz 45). Der kleine Einplatinencomputer wird in Klassenzimmern weltweit eingesetzt, um Schülern das Programmieren beizubringen. Mit einem Preis von rund 35 Dollar ist der Winzling sehr günstig und für viele zu haben, die sich einen teuren Desktop PC oder Laptop nicht leisten können. Im vergangenen Jahr wurden 8 Millionen Stück verkauft.

Brillen

Die Datenbrille Google Glass ist ebenfalls in der Liste - auf dem letzten Platz. Die Brille bot "wichtige Signale für die Zukunft von tragbarer Technologie", so die "Time"-Juroren. Doch sie zeigte auch, wo (noch) die Grenzen sind. Die Brille wurde 2015 eingestampft, doch an der Idee dahinter, einer "Erweiterten Realität zum Aufsetzen", wird weiter eifrig geforscht - unter anderem von Microsoft mit der HoloLens. Nicht erweitert, sonder virtuell, das ist die Realität von Brillen wie der Oculus Rift (Platz 39). Die VR-Brille bekommt ihren Platz in der Liste, auch wenn sie ein totaler Flop wird. Denn: "Die Rift bringt Leute dazu, sich im Tausch für das Privileg, überzeugend echte imaginäre Orte zu besuchen, merkwürdige Dinge vor den Kopf zu schnallen."   

Apple

Im Sommer 1999 zauberte Jobs das iBook aus dem Hut: Schnell, schön und mit WLAN ausgestattet.

Im Sommer 1999 zauberte Jobs das iBook aus dem Hut: Schnell, schön und mit WLAN ausgestattet. Für 1599 Dollar rissen es ihm die Kunden aus der Hand. Apple machte 1999 satte 600 Millionen Dollar Reingewinn.

Ein Konzern darf im "Time"-Ranking natürlich nicht fehlen: Apple. Der Konzern aus Cupertino ist gleich mit mehreren Produkten in der Liste vertreten und teilt sich damit mit Sony den Titel des einflussreichsten Technikkonzerns. Das bunte und poppige iBook auf Platz 38 war der erste Laptop mit Drahtlosnetzwerk (1999), das iPad auf Rang 25 warf 2010 die Frage auf, ob das Tablet den PC ersetzt. Auf Rang 9 landet der iPod, der für MP3-Player wohl das ist, was der Walkman für tragbare Kassettenrekorder war. Er brachte die Massen dazu, sich von den großen und klobigen Discmans zu verabschieden und auf MP3 umzusteigen. Und, so die "Time"-Autoren, "er machte eine ganze Generation mit Apples einfach zu benutzenden Produkten und dessen geschicktem Marketing vertraut".  

Platz 3 wird belegt von Apples Macintosh, dem Kult-Computer, den Steve Jobs 1984 vorstellte. Eine grafische Benutzeroberfläche, eine einfach zu bedienende Maus und eine "generell freundliche Erscheinung" zeichneten den Macintosh aus, heißt es zur Begründung. Es war Apples Angriff auf IBM und er setzte den Standard für die Art, wie Menschen mit Computern interagieren. Den zweiten Platz muss Apple an Sony abtreten - mit gutem Grund: Der Farbfernseher Sony Trinitron wurde 1968 vorgestellt. Er gilt aufgrund seiner neuartigen Farbbildröhrentechnik als revolutionär und verkaufte sich in der Folge weltweit mehr als 100 Millionen Mal.    

Welches Gerät den ersten Platz belegt, ist kaum überraschend: Apples iPhone, 2007 erstmals vorgestellt, ist für das renommierte Magazin das wichtigste aller Gadgets. Es habe zwar schon lange zuvor Smartphones gegeben, doch "Apple war das erste Unternehmen, das einen wirklich starken Computer in Millionen Taschen gesteckt hat", so die Begründung.  

Quelle: n-tv.de, jwa