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Stark, edel, teuer Ist das Nexus 6P ein Google-iPhone?

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Das Huawei Nexus 6P hat ein ultrascharfes Display.

(Foto: kwe)

Das Nexus 6P ist wie das iPhone 6 Plus ein starker Smartphone-Bolide mit ultrascharfem Display, edlem Metallkleid und einer hervorragenden Kamera. Aber ist Huaweis Android-Purist tatsächlich ein ebenbürtiger Gegner des großen Apple-Flaggschiffs? n-tv.de hat's getestet.

Huawei ist ein Android-Smartphone-Hersteller, bei dem es steil nach oben geht. Laut "Kantar Worldpanel" ist der chinesische Konzern in Europa inzwischen die Nummer 2 und mit Geräten wie dem P8 oder dem Ascend Mate S spielt Huawei jetzt auch in der Smartphone-Oberklasse mit. So ist es kein Wunder, dass Google bei den Chinesen zum ersten Mal ein Flaggschiff in Auftrag gegeben hat: das Nexus 6P. n-tv.de hat es getestet.

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Der Rücken des Smartphones ist einzigartig.

(Foto: kwe)

Nachdem man das plastikverkleidete Nexus 5X in der Hand hatte, spürt man beim Huawei-Smartphone sofort, dass dieses Gerät Googles Oberklasse ist. Das schlanke Nexus 6P fühlt sich in seinem flachen Aluminiumkleid äußerst hochwertig an, angeschliffene Kanten machen es trotz seiner Größe sehr griffig. Die Tasten sind ebenfalls aus Metall und sitzen an der rechten Seite perfekt.

Attraktive Wulst

Interessant ist vor allem der Rücken des Smartphones, denn dort hat Huawei Kamera und Antennen in einem Wulst unter einem Streifen Glas untergebracht. Lediglich für den Dual-LED-Blitz wurde eine Aussparung gelassen, da sonst sein Licht zu sehr streuen würde. Mittig sitzt im oberen Drittel der Rückseite der Fingerabdrucksensor, unten ist ein weiterer Bereich für den Antennenempfang mit Kunststoff im Ton der Metallhülle abgedeckt. Das Design ist ungewöhnlich, aber elegant.

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Die Kamera benötigt Platz.

(Foto: kwe)

Auf der Vorderseite hat das Nexus 6P zwischen zwei kräftig klingenden Stereo-Lautsprechern ein 5,7 Zoll großes, von Gorilla Glas 4 geschütztes AMOLED-Display in QHD-Auflösung. Mit 518 ppi Pixeldichte ist der Bildschirm superscharf, stellt Farben sehr schön dar, liefert knackige Kontraste und ist auch im spitzen Winkel noch einwandfrei ablesbar. Vielleicht um den Akku zu schonen, kann er aber nicht so hell leuchten wie beispielsweise das AMOLED-Display des Galaxy S6 oder das LCD des iPhone 6 Plus. Außerdem zeigt der Bildschirm seitlich betrachtet einen leichten Grünstich.

Prima Kamera

Die Kamera ist die gleiche wie beim Nexus 5X und ihre Bilder zeigen daher auch die gleiche hohe Bildqualität. Das Huawei-Nexus ist aber nach einem Doppel-Druck auf den Einschalter noch zackiger schussbereit als das 5X. Es kann auch Zeitlupenaufnahmen mit 240 Bildern pro Sekunde machen. Außerdem hat das Nexus 6P eine für Huawei-Smartphones typisch starke Frontkamera. Sie liefert Bilder mit bis zu 8 Megapixeln und kommt auch gut im Dämmerlicht zurecht: Sie hat fast so große Pixel wie die Rückkamera und eine relativ große Blende f/2.4. Ihre Bilder sind besser als die vieler Hauptkameras.

Die wichtigsten Spezifikationen
  • Prozessor: Qualcom Snapdragon 810, acht Kerne, bis zu 2 Gigahertz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 3 Gigabyte
  • Interner Speicher: 16 oder 32 Gigabyte
  • Display: AMOLED, 5,7 Zoll, 2560 x 1440 Pixel (518 ppi)
  • Kameras: hinten 12,3 Megapixel, vorne 8 Megapixel
  • Akku: 3450 Milliamperestunden
  • Sensoren: Fingerabdrucksensor, Gyroskop, Beschleunigung, Barometer, Näherung/Umgebungslicht, Hall
  • LTE, NFC, Bluetooth 4.2
  • Betriebssystem: Android 6.0
  • Maße: 159,3 x 77,8 x 7,3 Millimeter
  • Gewicht: 178 Gramm

Der Fingerabdrucksensor arbeitet tadellos wie beim Nexus 5X. Abdrücke sind in wenigen Sekunden eingelesen, das Gerät blitzschnell entsperrt. Seine Position ist perfekt gewählt, der Zeigefinger findet den vertieften Sensor schnell und bequem.

Starke Leistung

Auch die Leistung des Nexus 6P ist eines Flaggschiffs würdig. Das Smartphone wird von Qualcomms Prozessor Snapdragon 810 angetrieben, dessen acht Kerne mit bis zu 2 Gigahertz rechnen, der Arbeitsspeicher ist 3 Gigabyte groß. Damit ist das Smartphone auch für anstrengende Aufgaben bestens gerüstet, selbst grafisch anspruchsvolle Spiele bereiten ihm keine Probleme. Das Gerät wird dann zwar an der Rückseite im Bereich des Fingerabdrucksensors spürbar warm, aber nicht unangenehm heiß. Ärgerlich für sparsame Käufer ist allerdings, dass es keinen Platz für microSD-Karten gibt. Intern bietet Google das Nexus 6P mit 32, 64 oder 128 Gigabyte an.

Der Akku hat eine Kapazität von 3450 Milliamperestunden und hält das Smartphone bei zurückhaltendem Gebrauch auch mal zwei Tage am Laufen. Wird der Saft knapp, ist das Gerät dank USB-C-Anschluss mit Schnelladefunktion schon nach wenigen Minuten einige Stunden einsatzbereit. Zehn Minuten sollen für bis zu sieben Stunden reichen, realistisch sind bei Normalbetrieb zwei bis drei Stunden. Apropos USB-C: Im Gegensatz zum 5X liegt beim 6P auch ein kurzes Käbelchen bei, mit dem es an herkömmliche USB-Buchsen angeschlossen werden kann.

Nexus in Hochform

Unterm Strich ist der Android-Purist von Huawei klar das bisher beste Nexus-Smartphone und begegnet mit seinen Qualitäten dem iPhone 6 Plus mindestens auf Augenhöhe. Glanzstücke sind die Kameras, der scharfe Bildschirm und das schmucke Aluminiumkleid. Die Preise für das Smartphone sind angesichts der Euroschwäche wohl durchaus berechtigt. Mit mindestens 649 Euro für die 32 Gigabyte-Version bewegen sie sich aber für viele potenzielle Käufer an der Schmerzgrenze.

Quelle: ntv.de