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Premiere in 23-Stunden-OP Ärzte transplantieren Gesicht und Hände

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Joe DiMeo (M.) zusammen mit seinen Eltern fünf Monate nach der erfolgreichen Operation.

(Foto: AP)

Die komplizierte Operation ist zuvor noch keinem Ärzteteam gelungen: Erstmals transplantieren Mediziner gleichzeitig das Gesicht und beide Hände eines Spenders. Mit Erfolg - der operierte Patient schmiedet schon sportliche Pläne für die Zeit nach dem Krankenhaus.

Am New Yorker Universitätskrankenhaus ist erstmals die gleichzeitige Transplantation des Gesichts und der beiden Händen eines Spenders bei einem Unfall-Patienten gelungen. Der 22-jährige Joe DiMeo dankte dem unbekannten Spender bei einer Pressekonferenz für die "zweite Lebenschance", die er ihm verliehen habe.

Die 23-stündige Operation, an der sich sechs Chirurgen-Teams beteiligten, wurde bereits am 12. August vorgenommen. Das Ärzte-Team unter Leitung von Eduardo Rodríguez wollte erst den dauerhaften Erfolg der komplizierten Operation sicherstellen, bevor es an die Öffentlichkeit ging. Es gab zuvor schon mehrere Transplantationen, bei denen gleichzeitig das Gesicht und die Hände von einem Spender auf einen Patienten übertragen wurden. Diese waren aber fehlgeschlagen.

Joe DiMeo hatte schwere Verbrennungen erlitten, nachdem er im Juli 2018 am Steuer seines Wagens eingeschlafen war, der dann in Brand geriet. Der damals 20-Jährige büßte seine Lippen und seine Augenlider ein. Analysen des Immunsystems ergaben, dass DiMeo Transplantate mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent abstoßen würde. Mithilfe der Vereinigung Gift of Life wurde aber ein passender Spender gefunden. Bevor die Transplantation vorgenommen wurde, lag DiMeo fast zweieinhalb Monate in einem künstlichen Koma.

"Am Ende des Tunnels ist immer Licht", sagte DiMeo bei der Pressekonferenz. Rodríguez bezeichnete ihn als "den am höchsten motivierten Patienten", den er jemals gehabt habe. Die feinmotorischen Bewegungen bei DiMeo verbesserten sich weiter, ergänzte Rodríguez. Er wolle wieder Sport treiben und liebe das Golfspiel. DiMeo verglich den Gebrauch der neuen Hände mit dem Lernen von Babys, die erstmals nach Gegenständen greifen. "Das Schwierigste ist, dass ich weiß, dass ich es kann, aber meine Hände spielen noch nicht mit - ich muss weitermachen."

Quelle: ntv.de, jhe/AFP

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