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"Die Erde riecht großartig" Astronaut Gerst landet in Kasachstan

Eine spektakuläre Reise geht glücklich zu Ende: An Bord einer russischen Sojus-Kapsel erreicht Alexander Gerst zusammen mit einem Amerikaner und einem Russen die Erdoberfläche, nach fast 166 Tagen im All. Schon kurze Zeit später meldet er sich - wie gewohnt - via Twitter.

Planmäßige Landung auf dem harten Boden der kasachischen Steppe: Nach fast einem halben Jahr im Weltall ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur Erde zurückgekehrt. Die Sojus-Kapsel mit Gerst und dem Russen Maxim Surajew sowie dem US-Amerikaner Reid Wiseman setzte am Morgen gegen 4.58 Uhr MEZ (9.58 Uhr Ortszeit) in einer dünn besiedelten Region der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan auf.

Bei bewölktem Himmel und frostigen Temperaturen landete die fast drei Tonnen schwere Kapsel von Fallschirmen gebremst in der Steppe. Das russische Staatsfernsehen zeigte, wie sich Dutzende Helfer in Hubschraubern und Geländewagen auf den Weg zum Landeort nahe der Stadt Arkalyk machten, darunter auch Ärzte, die die drei Männer sofort versorgen sollen.

Raumfahrer noch ohne Orientierung

Das russische Staatsfernsehen zeigte, wie Helfer die Rückkehrer aus der engen Sojus trugen. Gerst reckte lächelnd die rechte Faust nach oben. Bei seiner ersten Reise in den Kosmos habe er sich gut gefühlt, sagte er auf Russisch. "Danke an alle für die Unterstützung!" Wenige Stunden später twitterte der Astronaut: "Die Erde riecht großartig. Und mir ist zum ersten Mal das Wort 'Heimatplanet' wirklich klar geworden."

Die Landung gilt als extrem anstrengend für die Raumfahrer, weil ihre Körper nach monatelangem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit geschwächt sind. Die drei Männer hatten seit Ende Mai auf der Internationalen Raumstation ISS rund 400 Kilometer über der Erde gearbeitet. "Die Crew fühlt sich normal", sagte ein Mitglied der Rettungskräfte nach der Landung. "Ihr Orientierungssinn ist noch gestört", verriet ein Arzt.

In Decken gehüllt winkte das Trio in die Kameras. Dann trugen Helfer die Männer in ein Zelt. Kosmonaut Surajew lobte die "tolle Zusammenarbeit" zwischen Russland, den USA und Deutschland. "Jeder sollte vom Beispiel der ISS-Raumfahrt lernen."

"Es war wunderbar"

Deutschlands Raumfahrtchef Jan Wörner zeigte sich erleichtert nach der geglückten Landung. "Man fühlt sich ja verantwortlich für die Menschen. Nun geht es darum, Alexander Stück für Stück wieder an die Schwerkraft heranzuführen", sagte der Leiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Tatsächlich sagte Gerst selbst mit einem Augenzwinkern: "Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Nur die Schwerkraft zieht mich etwas runter".

"Vielen Dank Euch allen, dass Ihr mich in den Weltraum begleitet habt. Es war wunderbar dank all Eurer Unterstützung!", hatte der 38-Jährige zum Abschluss seiner Mission bei Twitter geschrieben. Noch am Montag soll er nach Köln fliegen.

Quelle: n-tv.de, asc/mmo/dpa

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