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Andockmanöver im Weltraum "Cygnus" erreicht die ISS

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Der Greifarm der ISS ist ausgefahren und bereit: "Cygnus" auf den letzten Metern seiner Reise zur Internationalen Raumstation.

(Foto: AP)

Der erste Teil der Reise ist geglückt: Hoch oben in der Umlaufbahn kann die Besatzung der Raumstation den Raumtransporter "Cygnus" in Empfang nehmen. Nach Ende der Mission soll die Kapsel gezielt in Brand gesetzt werden.

Der private Raumfrachter "Cygnus" hat die Internationale Raumstation ISS erreicht und erfolgreich angedockt. Beladen ist "Cygnus" mit mehreren Tonnen Nachschub für die Besatzung der Raumstation, darunter Lebensmittel, Bekleidung, wissenschaftliche Experimente und Ersatzteile. Dazu zählen ein neuartiger 3-D-Drucker und ein Instrument zur Untersuchung der chemischen Zusammensetzung von Meteoren, die in die Erdatmosphäre eintreten.

Tests zum Brandschutz

Insgesamt bringt der Raumfrachter rund 3500 Kilogramm zur ISS, wo er bereits sehnlich erwartet wird. Nach dem Entladen von "Cygnus" auf der ISS soll die Raumkapsel noch bis Mai dort bleiben. Dann soll sie mit Müll von der ISS beladen werden und abdocken. In sicherer Entfernung zur ISS wollen Nasa-Ingenieure zu Forschungszwecken einen Großbrand in der Raumkapsel entfachen.

Der Test soll laut US-Weltraumbehörde "der Sicherheit derzeitiger und künftiger Missionen" durch die darauf gründende Entwicklung neuer Brandschutzanlagen dienen. Demnach soll untersucht werden, wie groß die Flammen werden, wie schnell sich das Feuer ausbreitet, wie heiß es wird und welche Menge an schädlichen Gasen entsteht. Die Nasa hatte in der Vergangenheit schon kleinere Feuer im All entfacht, aber noch nie die Entwicklung von Großbränden erforscht.

Der Flug ist der erste von drei Nachschublieferungen in schneller Folge. "Cygnus" war am Dienstagabend (Ortszeit US-Ostküste) an der Spitze einer Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. In wenigen Tagen soll vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus eine russische Versorgungskapsel bei der ISS andocken. Kurz darauf folgt ein weiterer Versorgungsflug von dem privaten Weltraumunternehmen SpaceX.

Neue Besatzung

Erst vor einer Woche hatte eine russische Sojus-Kapsel eine neue Besatzung zur ISS gebracht. An Bord befanden sich zwei russische Kosmonauten sowie der US-Astronaut Jeffrey Williams. Sie werden als neue Langzeitbesatzung die nächsten Monate auf dem Außenposten der Menschheit arbeiten.

Seit der Stillegung der Shutte-Flotte der US-Weltraumbehörde Nasa bilden kommerzielle Raumfrachter wie "Cygnus" das Rückgrat der ISS-Versorgung. Zwei private US-Firmen, SpaceX und Orbital ATK, organisieren die Lieferung von Nachschub zur Raumstation. Dabei gab es mehrere Rückschläge.

Die derzeitige "Cygnus"-Mission ist der zweite Transport zum ISS des privaten Nasa-Partners Orbital ATK, seit im Oktober 2014 eine Orbital-Rakete kurz nach dem Start explodiert war. Damals wurde tonnenweise Ausrüstung für die ISS zerstört. Im vergangenen Sommer musste SpaceX bei der Explosion eines Raumfrachters vom Typ "Dragon" ein ähnliches Debakel hinnehmen.

Orbital ATK soll im Rahmen eines 1,9 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) schweren Vertrags mit der Nasa dieses Jahr noch zwei weitere Transporte zur ISS übernehmen. Der nächste ist für den Frühsommer vorgesehen. Bereits am 8. April soll eine "Dragon"-Raumkapsel des Konkurrenten SpaceX für die Nasa zur ISS starten.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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