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Frust auf der ISS Die Bolzen sind sperrig

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Reid Wiseman, Steve Swanson und Alexander Gerst gucken Fußball.

(Foto: dpa)

Mehr als sieben Stunden schuften zwei Kosmonauten im Weltall an der Außenhaut der ISS. Wegen festsitzender Bolzen dauert der Einsatz länger als geplant. Am Ende muss die russische Variante her: Bindedraht.

Bei einem Außeneinsatz von fast siebeneinhalb Stunden haben zwei Kosmonauten eine Antenne an der Internationalen Raumstation ISS montiert. Das war eine Stunde länger als geplant. Oleg Artemjew und Alexander Skworzow hätten rund 400 Kilometer über der Erde lange "mit störrischen Bolzen kämpfen" müssen, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Sie hätten sich schließlich mit einem Stück Kupferdraht ausgeholfen. Damit sei die wichtigste Aufgabe des Einsatzes erfolgreich verlaufen - wie die gesamte Mission. Es war für die beiden Russen der erste Ausstieg ins All.

Auf dem Außenposten der Menschheit arbeitet derzeit auch der Deutsche Alexander Gerst. Er veröffentlichte bei Twitter ein Foto mit dem Kommentar: "Alleine in der Nacht. Meine Mannschaftskameraden Oleg und Sascha bei ihrem Weltraumausstieg gestern." Sascha ist die gebräuchliche Abkürzung für Alexander. Die Leitzentrale habe die vor Anstrengung keuchenden Kosmonauten immer wieder zu Pausen aufgefordert, hieß es. "Sie waren zeitweise frustriert, weil es nicht voranging", sagte ein Mitarbeiter. Außer Gerst und den beiden Kosmonauten sind zwei US-Astronauten und ein weiterer Russe an Bord.

Für den Einsatz waren zunächst sechseinhalb Stunden veranschlagt, wie ein Mitarbeiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos erklärte. Der neue Antennenblock diene der Kommunikation mit der Erde über ein Satellitensystem. Durch die Nutzung des neuen Kommunikationswegs wollen die Russen künftig auf US-amerikanische Verbindungskanäle verzichten. Es geht demnach um Leitungen, die Kosmonauten für den Kontakt zu Bodenstationen verwenden, wenn die Raumstation sich außerhalb der Zone des direkten Funkverkehrs bewegt.

Artemjew und Skworzow widmeten ihren Ausstieg dem früheren Roskosmos-Chef Wladimir Popowkin, der vor wenigen Tagen nach schwerer Krankheit in Israel gestorben war. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) würdigte ihn als "verlässlichen, kompetenten und sachorientierten Partner". Popowkin war 2013 nach einer schweren Pannenserie mit russischen Trägerraketen abgelöst worden.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa