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Klimaphänomen besonders stark Experten warnen vor El Niño

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El Niño sorgt für extreme Wetterlagen. Die einen leiden unter Überschwemmungen, wie auf dem Bild in Nordbolivien. Woanders kommt es zu schlimmen Dürren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie nennen ihn "El Niño", "das Christuskind", doch der schmeichelnde Name peruanischer Fischer bezieht sich nur auf den Beginn des globalen Wetter-Phänomens in der Weihnachtszeit. In diesem Jahr sollen seine Auswirkungen besonders schlimm sein.

Nach Einschätzung von US-Experten könnte sich das unregelmäßig auftretende Wetter-Ereignis El Niño dieses Mal besonders intensiv auswirken. Der Vize-Direktor des Klimavorhersagezentrums der Nationalen Meeres- und Atmosphärenbehörde, Mike Halpert, sagte bei einer Pressekonferenz in Washington, sein Zentrum rechne damit, "dass dieser El Niño zu den stärksten El Niños der bis 1950 zurückgehenden Aufzeichnungen zählen könnte".

Der aktuelle El Niño war im März aufgetreten und wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2016 anhalten. Bei dem Klimaphänomen handelt es sich um eine deutliche Erwärmung der Meeresoberfläche am Äquator, die je nach Region heftige Regenfälle oder Dürren auslösen kann. Dass El Niño dieses Mal besonders stark ist, leiten die US-Wissenschaftler davon ab, dass die Temperaturen der Pazifikoberfläche am Äquator Prognosen zufolge mindestens zwei Grad höher als sonst sein werden. Eine solche Erwärmung sei erst drei Mal in den vergangenen 65 Jahren gemessen worden: 1972/73, 1982/83 und 1997/98.

Für Kalifornien hat El Niño wohl ein Geschenk parat

1997/98 hatte der bislang stärkste El Niño sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen in Peru, Ecuador, Chile und dem US-Bundesstaat Kalifornien verursacht. Im Gegenzug litten Indonesien und Papua-Neuguinea unter einer Rekorddürre und großflächigen Waldbränden.

Der aktuelle El Niño dürfte laut Halpert stärkere Regenfälle im Süden der USA verursachen, unter anderem in dem unter extremer Trockenheit leidenden Bundesstaat Kalifornien. Dies werde aber wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Trockenheit der vergangenen vier Jahre wettzumachen, warnte Halpert.

Die Sturmsaison an den Atlantikküsten dürfte wegen El Niño den Prognosen zufolge deutlich schwächer ausfallen. Dafür ist im Osten und Zentrum im Pazifik mit intensiveren Stürmen zu rechnen.

Zuletzt hatte ein El Niño vor fünf Jahren weitreichende Folgen: Er löste heftige Monsunregen in Südostasien aus, Dürren im Süden Australiens, auf den Philippinen und in Ecuador, enorme Überschwemmungen in Mexiko und Hitzewellen in Brasilien.

Quelle: n-tv.de, dka/AFP

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