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Bei Delta-Infektion seltener Forscher kommen Covid-Zehen auf die Spur

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Die Symptome erinnern an Erfrierungen.

(Foto: Academia Española de Dermatología y Venereología)

Hautveränderungen kommen bei Covid-19-Patienten immer wieder vor. Zu den bekannteren gehören rote Flecken an Füßen oder auch Händen. Inzwischen haben Forscher einen Erklärungsansatz, wie sie zustande kommen.

Wissenschaftler haben eine mögliche Erklärung für die sogenannten Covid-Zehen gefunden. Dabei handelt es sich um Hautausschlag an den Gliedmaßen und zum Teil schmerzhaft geschwollene Zehen, ähnlich einer Frostbeule, die mit einer Corona-Infektion einhergehen können. Die betroffene Haut - meist an den Zehen, manchmal aber auch an den Fingern - ist oft rot oder violett gefärbt. Die Symptome können über Wochen und sogar Monate anhalten. Oft haben die Betroffenen keine der klassischen Beschwerden bei Covid-19 wie anhaltenden Husten, Fieber und Verlust oder Veränderung des Geruchs- oder Geschmackssinnes.

Neue Studienergebnisse, die im British Journal of Dermatology veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass zwei Teile des Immunsystems im Spiel sein könnten. Bei beiden handelt es sich um Mechanismen, mit denen der Körper das Coronavirus bekämpft. Eines ist das antivirale Protein Interferon Typ 1, und das andere ist eine Art Antikörper, der fälschlicherweise die eigenen Zellen und das Gewebe der Person angreift, nicht nur das eindringende Virus. Beteiligt sind auch Zellen, die kleine Blutgefäße auskleiden, die die betroffenen Gebiete versorgen.

Für ihre Studie hatten Forscher der Universität Paris Blut- und Hauttests von 50 Menschen herangezogen, die im Frühjahr 2020 mit Verdacht auf Covid-Zehen behandelt wurden. Als Vergleichsgruppe dienten 13 weitere Patientinnen und Patienten mit ähnlichen Frostbeulen-Läsionen, die nicht mit Covid-Infektionen in Verbindung standen, weil sie lange vor Beginn der Pandemie auftraten.

Bei Delta weniger

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Dr. Veronique Bataille, beratende Dermatologin und Sprecherin der British Skin Foundation, sagte der BBC, Covid-Zehen seien in der frühen Phase der Pandemie sehr häufig gesehen worden. In der aktuellen Delta-Variantenwelle seien sie jedoch weniger verbreitet. Als möglichen Grund nennt sie, dass mehr Menschen geimpft sind oder durch eine bereits durchgemachte Corona-Infektion einen gewissen Schutz haben.

Bei Erkrankungen nach der Impfung trete das Symptom viel seltener auf. Die Hautmedizinerin wies darauf hin, dass Covid-bedingte Hautprobleme auch zeitlich versetzt nach der akuten Infektion auftreten können. Deshalb werde bei Menschen, die keine weiteren Symptome haben, der Zusammenhang mit dem Virus manchmal nicht hergestellt, so Bataille.

Quelle: ntv.de, sba

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