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Glitzerbild aus dem All Hier werden Sterne geboren

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Astronomen können in der riesigen Aufnahme unterschiedliche Phänomene entdecken: Sie sehen kosmischen Staub und Gaswolken, die das Licht heißer, junger Sterne reflektieren, absorbieren und wieder abstrahlen.

(Foto: ESO/M. Kornmesser)

Ein herrliches Funkeln hat eine Kamera da eingefangen: Sie knipste einige Jungspunde unter den Sternen. Höchstens zwei Millionen Jahre sind sie alt. Forschern verraten sie einiges darüber, wie Sterne entstehen und welches Chaos sie dabei anrichten.

Mit einer Kamera am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile ist das glitzernde Bild eines "Sternenkindergartens" gelungen. Die Region "Sharpless 29" ist rund 5500 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Schütze und hält viele astronomische Besonderheiten parat - darunter die sehr aktive Sternfabrik NGC 6559, die man als Nebel in der Mitte des Bildes sieht.

Obwohl der Durchmesser dieses Nebels nur wenige Lichtjahre beträgt, zeigt er, was für ein Chaos Sterne verursachen können, wenn sie sich in einer interstellaren Wolke bilden: Die heißen, jungen Sterne auf diesem Bild sind nicht älter als zwei Millionen Jahre und geben hochenergetische Strahlung ab. Diese Energie erhitzt den umgebenden Staub und das Gas, während die Sternwinde ihr Übriges tun und den Geburtsort der Sterne auf spektakuläre Weise selbst mitgestalten. So enthält der Nebel zum Beispiel eine deutliche Aushöhlung, die durch ein energiereiches Doppelsternsystem entstanden ist. Dieser Hohlraum dehnt sich aus, interstellare Materie häuft sich rundherum an und das Ergebnis ist der auffällige rötliche Bogen leicht unterhalb der Bildmitte.

Bunt dank Wasserstoff und Staub

Werden interstellarer Staub und Gas von heißen, jungen Sternen mit ultraviolettem Licht bestrahlt, beginnen sie durch diese Energie intensiv zu leuchten. Das diffuse rote Leuchten im Bild entsteht durch die Emission von Wasserstoff, während das schimmernde blaue Licht durch die Reflexion und Streuung kleiner Staubteilchen zustande kommt. Neben Emission und Reflexion findet in dieser Region auch Absorption statt: Staubansammlungen blockieren das Licht auf seinem Weg zu uns und behindern so den Blick auf die Sterne dahinter, während kleinere Staubwindungen die dunklen, fadenartigen Strukturen innerhalb der Wolken erzeugen.

Junge, massereiche Sterne führen ein rasantes Leben und sterben früh. Sie enden in einer Supernova-Explosion, wobei Reste aus Gas und Staub das Ereignis überdauern. In einigen zehn Millionen Jahren werden diese Überreste weggefegt sein. Dann bleibt nur ein offener Sternhaufen übrig.

Quelle: n-tv.de, asc

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