Wissen

Kurze, rasche Erwärmungen Mammuts starben wegen Wärmephasen

21561365.jpg

Ein Mammut in Originalgröße mit seinem Jungen wandert durch die nachgebaute Steppenlandschaft im Neanderthal Museum in Mettmann. (Foto von 2011)

(Foto: picture alliance / dpa)

Über den Grund für das Aussterben von Mammuts gibt es viele Vermutungen und wenig wirklich Gesichertes. Neue Untersuchungen zeigen: Den Anfang vom Ende läutete eine plötzliche Klimaerwärmung ein. Der Gnadenstoß aber kam von anderer Stelle.

Vor Tausenden von Jahren zogen die letzten Mammuts über die Erde - die riesigen Elefanten sind vor etwa 11.000 Jahren ausgestorben. Dass das irgendwas mit dem Klimawandel zu tun hatte, wurde schon länger vermutet. Eine neue Untersuchung konkretisiert diese Erkenntnis nun. Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass plötzliche Klimaerwärmungen - ähnlich dem, was wir heute maßgeblich menschengemacht beobachten - in der Vergangenheit der Erde immer wieder eine bedeutende Rolle bei Massensterben großer Tiere gespielt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science".

Die Forscher stellten fest, dass kurze, rasche Erwärmungen, sogenannte Interstadiale, mit den Zeitpunkten von Massensterben übereinstimmten. Bislang gingen die Wissenschaftler eher davon aus, dass extreme Kältephasen für das Aussterben der Tiere während der letzten Kaltzeit verantwortlich gewesen seien. Nach den neuesten Erkenntnissen gibt es eine solche Korrelation bei Phasen extremer Kälte aber nicht.

Welche Rolle spielte der Mensch?

"Diese plötzliche Erwärmung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf das Klima. Die weltweiten Regenfälle haben sich verändert und auch die Vegetationsmuster", sagt der verantwortliche Autor der Studie, Alan Cooper.  Er schließt: "Auch ohne Menschen gab es Massensterben." Denke man sich die Auswirkungen auf die Umwelt aber hinzu, die der moderne Mensch hat, gebe es ernsthaften Grund, sich Sorgen um die Zukunft unserer Umwelt zu machen, sagt Cooper.

Die Menschen werden allgemein als ein wichtiger Faktor beim Aussterben der Mammuts betrachtet. Und davon abrücken wollen die Forscher auch aufgrund ihrer neuen Ergebnisse nicht. "Es ist wichtig, festzuhalten: Die Menschen haben eine wichtige Rolle gespielt, wenn es um die Frage nach dem Aussterben großer Tierspezies geht", sagt der Co-Autor der Studie, Chris Turney. "Die plötzliche Klimaerwärmung hat massive Umweltveränderungen mit sich gebracht und den Anfang vom Ende eingeläutet. Aber das Aufkommen der Menschen hat der ohnehin belastete Population letztlich den Gnadenstoß versetzt."

Quelle: ntv.de, fma