Wissen

Meeresspiegelanstieg um einen Meter Nasa prophezeit gigantische Überflutungen

imago_st_0824_10100004_52415869.jpg5644314982739835950.jpg

Ursache des Meeresspiegelanstiegs ist vor allem das Abschmelzen der Gletscher.

imago stock&people

Die Ozeane sind seit 1992 im Schnitt um 7 Zentimeter gestiegen, zum Teil sogar um 23 Zentimeter. Neuen Nasa-Daten zufolge wird der Anstieg in nicht allzu langer Zeit mindestens einen Meter betragen - ganze Großstädte und Inseln würden dann versinken.

Das am stärksten von Hochwasser betroffene Land ist mit Abstand Indien. Deutschland liegt in der Liste auf Position 33.jpg

Es ist sogar ein Anstieg des Meeresspiegels um drei Meter in den kommenden 100 bis 200 Jahren denkbar, so die Forscher.

(Foto: dpa)

Ein Anstieg der Meeresspiegel um mindestens einen Meter ist neuen Forschungsdaten zufolge in den kommenden 100 bis 200 Jahren unvermeidlich. Damit drohten niedrig gelegene Landstriche, darunter ganze Inselstaaten und Großstädte wie Tokio und Singapur, zu versinken, sagte der Leiter der Abteilung für Erderforschung der US-Weltraumbehörde Nasa, Michael Freilich. "Mehr als 150 Millionen Menschen, die meisten von ihnen in Asien, leben innerhalb eines Meters des gegenwärtigen Meeresspiegels", führte der Wissenschaftler aus.

Freilich stellte neue Satellitendaten zu der Entwicklung der Meeresspiegel vor. Die Nasa und die französische Weltraumbehörde CNES hatten 1992 mit den Messungen aus dem All begonnen. "Die Instrumente sind so sensibel, dass sie auf ein Linienflugzeug in einer Höhe von 40.000 Fuß (1200 Metern) montiert die Erhebung ausmachen könnten, die ein flach auf dem Boden liegendes Zehncentstück verursacht", schilderte Freilich die Präzision der Messungen.

Gigatonnen Eis gingen verloren

Demnach sind die Ozeane seit 1992 im Schnitt um 7,6 Zentimeter gestiegen, mancherorts sogar um mehr als 23 Zentimeter. Für den Anstieg sorgt insbesondere das Abschmelzen der Eisgletscher, aber auch die Erwärmung der Ozeane, durch die sich das Meereswasser ausdehnt. Die Forscher sind besonders besorgt über das Abschmelzen des Grönland-Eises. Dort schmolzen im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich 303 Gigatonnen Eis pro Jahr. Vom Eis in der Antarktis gingen durchschnittlich 118 Gigatonnen pro Jahr verloren.

"Eine Sache, die wir erfahren haben, ist, dass die Eisflächen schneller schmelzen als zuvor erwartet", sagte der Nasa-Meereskundler Josh Willis. Dieser Prozess drohe sich weiter zu beschleunigen. "Irgendwann in den kommenden 20 Jahren wird es wahrscheinlich einen schnelleren durchschnittlichen Anstieg des Meeresspiegels geben, also müssen wir vorbereitet sein", warnte Willis.

Anstieg des Meeresspiegels um drei Meter denkbar

Eine Unbekannte in dem Prozess sind die Folgen eines völligen Zusammenbruchs von Eisbergen. Nasa-Forscher Tom Wagner sagte, wenn die Eisschichten schnell in sich zusammenfielen, sei sogar ein Anstieg des Meeresspiegels um drei Meter in den kommenden 100 bis 200 Jahren denkbar.

Doch schon die bislang erfolgte Eisschmelze wird die Menschheit den Nasa-Messungen zufolge vor große Herausforderungen stellen. Bereits jetzt zeichne sich ein Meeresspiegelanstieg um mehr als einen Meter ab, "nur auf Grundlage der Erwärmung, die es bis jetzt gab", sagte Nasa-Experte Steve Nerem. Damit sei beispielsweise auch der US-Bundesstaat Florida von der Überflutung bedroht. "Es wird in der Zukunft wahrscheinlich schlimmer", prophezeite Nerem zu den Folgen der Erderwärmung.

Quelle: n-tv.de, Kerry Sheridan, AFP

Mehr zum Thema