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Mini-Satellit erst der Anfang Österreich schickt Schrott-Schnüffler ins All

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Laut ÖWF soll es in etwa 15 Jahren für viele Unternehmen ganz normal sein, eigene Satelliten im Orbit zu nutzen (Symbolbild).

(Foto: imago images / imagebroker)

Die Zeit von tonnenschweren Satelliten ist wohl vorbei. Klein und leicht müssen die Flugkörper im Weltraum sein. Österreich folgt mit Adler-1 dem Trend. Der Mini-Satellit kann gefährlichen Schrott im All ausfindig machen - selbst wenn er nur die Größe eines Sandkorns hat.

Ein in nur einem Jahr entwickelter Mini-Satellit aus Österreich soll 2021 im All gefährlichen Weltraumschrott aufspüren. Ganz leichte Satelliten seien ein Trend, sagte der Investor Christian Federspiel von der österreichischen Findus Venture GmbH in Linz. "Fünf Tonnen schwere Satelliten, die ein Jahrzehnt Planung, Bau und Milliarden verschlingen, werden von wenige Kilo leichten Kleinsatelliten - sogenannten Small-Sats - mit deutlich kürzerer Entwicklungszeit verdrängt." Der nur 30 Zentimeter lange und 10 Zentimeter breite und hohe Satellit Adler-1 soll mit einem der kommerziellen Anbieter aus den USA, Indien oder auch Russland ins All gebracht werden.

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Er gehe davon aus, dass es in etwa 15 Jahren für viele Unternehmen ganz normal sein werde, eigene Satelliten im Orbit zu nutzen, sagte Federspiel. Viele Menschen würden zum Beispiel die Geburtstagsfotos von Freunden, Kindern und Enkeln auf Satelliten speichern. Partner bei dem Projekt sind das im Silicon Valley beheimatete Unternehmen Spire Global und das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF).

Adler-1 sei als Kleinsatellit erst der Anfang, hieß es. "Wir wollen solche Satelliten fix und fertig inklusive Startfenster und bewilligten Funkfrequenzen bereitstellen", sagte Peter Platzer von Spire Global. Gernot Grömer, Direktor des ÖWF, erklärte, dass zusätzlich zu dem Radargerät von Spire Global, das sandkorngroße Teilchen entdecken könne, das ÖWF ein weiteres Messinstrument für noch kleinere Partikel bauen werde.

Aktuell beruhten die Daten über Verteilung und Größe des Weltraumschrotts meist auf Statistiken und Extrapolationen, so Grömer. Für die Raumfahrt und den sicheren Betrieb von Satelliten sei es wichtig, Position, Geschwindigkeit und Größe von Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn möglichst genau zu kennen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa