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Wilder Touchdown auf "Tschuri" "Philae" hopste zweimal zurück ins All

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Panorama-Blick: Philae hat erste Fotos von seinem neuen Zuhause geschickt.

(Foto: dpa)

"Philae" hat es geschafft. Sein Rendezvous mit dem Kometen "Tschuri" ist in vollem Gange. Doch wie spielte sich die Landung ab? Neue Erkenntnisse belegen, dass der Kometen-Krimi richtig spannend war - und es auch weiter bleibt.

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Am 12. November 2014 schreibt Europas Kometenmission "Rosetta" Geschichte. Es ist 17.03 Uhr, als erstmals ein Raumschiff auf einem durchs Weltall jagenden Kometen aufsetzt. Nach einem siebenstündigen Abstieg kommt der kleine Lander "Philae" auf "Tschuri" an. Das größte und wichtigste Raumfahrt-Unternehmen seit der ersten Mondlandung vor 45 Jahren ist vollbracht.

Doch die Landung auf dem Vier-Kilometer-Brocken aus Eis, gefrorenem Gas und Staub verlief nicht ohne Probleme. Denn wie bereits zuvor von den Wissenschaftlern befürchtet, funktionierten die beiden Harpunen, die "Philae" auf "Tschuri" festhalten sollten, nicht. Und so stand am Abend nicht fest, ob der Lander sich wie erhofft in die Oberfläche des Kometen gebohrt hatte. Nach bangen Stunden ohne Kontakt zum Landegerät brachte erst der Morgen danach die erhoffte Erleichterung. Die Wissenschaftler stellten endlich wieder Funkkontakt zu "Philae" her und überraschten mit neuen Erkenntnissen. Demnach hopste "Philae" bei seinem Landeversuch nicht nur einmal wieder ins All zurück, sondern mindestens noch ein zweites Mal.

Nach dem ersten Abprall habe der Lander viel Energie verloren und durch die eingebauten Dämpfer seine Geschwindigkeit stark gedrosselt, erklärte Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im ZDF. "Danach ist er für zwei Stunden wieder ins All hinausgegangen, hat dann aber doch wieder umgedreht, kam wieder zum Kometen zurück und ging noch einmal für sieben Minuten raus."

Bohren - oder nicht?

Nach dem wilden Ritt gehen die Wissenschaftler anhand der derzeit ausgewerteten Daten davon aus, dass "Philae" nun aber seine Ruhe gefunden hat. Nach bangen Stunden könne nun wirklich gesagt werden: "Ja wir sind mit "Philae" auf Tschurjumow-Gerassimenko", so Wörner im ZDF.

Wo genau "Philae" auf dem Kometen zur Ruhe gekommen ist, wissen die Wissenschaftler allerdings noch nicht. Da sie die Oberfläche von Tschuri nicht genau kennen, können sie auch nicht errechnen, wo "Philaes" Reise nach seinem Doppelabprall endete. Wörner zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass auch diese Frage in den nächsten Stunden beantwortet werden kann.

Nach der Landung stehen nun jede Menge Experimente an. Fraglich ist allerdings, ob sich die Wissenschaftler auf Bohrungen einlassen werden. Diese könnten neue Kräfte auslösen und "Philae" womöglich wieder abheben lassen. "Diese Mission ist immer noch hochspannend", sagt Wörner.

Quelle: ntv.de