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Von Norwegen nach Kanada Polarfüchsin stellt Wanderrekord auf

Eine Polarfüchsin startet in Norwegen und kommt nach mehr als 3500 Kilometern in Kanada an. Per Ortungshalsband können Forscher Tempo und Strecke nachverfolgen. Am Ende steht fest: Die Reise ist rekordverdächtig.

In nur 76 Tagen hat eine Füchsin eine Strecke von mehr als 3500 Kilometern von Norwegen nach Kanada zurückgelegt. Das berichten Wissenschaftler des Norwegischen Polarinstituts NINA in einem Artikel der Zeitschrift "Polar Research".

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Das Tier war im Juli 2017 mit einem Satellitenortungssystem versehen worden. Anhand der übermittelten Daten konnten die Forscher sehen, dass das Tier am 26. März 2018 das norwegische Spitzbergen verließ. 21 Tage später kam die Füchsin in Grönland an. Bis zum 16. April 2018 hatte das Tier mehr als 1500 Kilometer auf dem Eis zurückgelegt. Von dort aus ging es weiter nach Ellesmere Island in Kanada. Dort traf die Füchsin am 1. Juli ein.

"Wir haben zuerst nicht geglaubt, dass es wahr ist", sagte Eva Fuglei, die die Wanderung des Fuchs-Weibchens verfolgte. Das Ortungshalsband übertrug täglich drei Stunden lang Daten. Daraus konnten die Wissenschaftler entnehmen, dass das Tier mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46,3 Kilometern am Tag unterwegs war. An einem Tag legte es sogar 155 Kilometer zurück. "Dies ist unseres Wissens die schnellste Bewegungsrate, die jemals für diese Art verzeichnet wurde", sagt Fuglei, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Arnaud Tarroux forscht.

Das Eis der Arktis ist den Forschern zufolge eine transkontinentale Brücke. Die Füchsin benutzte es wie ein Verkehrsmittel. Zuvor war bekannt gewesen, dass Polarfüchse auf der Suche nach Nahrung über die Arktis ziehen. Die Länge und Schnelligkeit der Wanderung verblüffte die Forscher aber. Außerdem ist es das erste Mal, dass Forscher die Migration von Spitzbergen nach Kanada dokumentieren konnten.

Wie es der Füchsin in Kanada ergangen ist, darüber können die norwegischen Forscher nur spekulieren. Denn seit Februar 2019 liefert das Ortungshalsband keine Daten mehr. "Aber sie wird definitiv ihre Ernährungsgewohnheiten ändern müssen", sagt Fuglei. Die Polarfüchse auf Ellesmere Island fressen hauptsächlich Lemminge, während die in Spitzbergen ihre Nahrung überwiegend im Meer finden.

Quelle: n-tv.de, sba

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