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Nicht nur Atemwege und Gefäße Raucher schädigen auch ihr Gehör

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Vielen Rauchern ist nicht bewusst, wie sehr sie sich damit schaden.

(Foto: imago/Westend61)

Raucher wissen, dass sie ihren Körper mit jedem Glimmstängel schädigen. Dass durch den Nikotinkonsum auch das Gehör in Mitleidenschaft gezogen wird, ist dagegen neu. Mit jeder Zigarette steigt das Risiko, einen Teil der Hörfähigkeit zu verlieren.

Rauchen ist eine Sucht. Die inhalierten Stoffe schädigen aber nicht nur Atemwege und Gefäße, sondern auch das Gehör. Das haben Forscher des National Center for Global Health and Medicine in Tokio mit einer großangelegten Studie nun so erstmals nachgewiesen.

Dafür untersuchten sie fast 50.200 Personen, die zu Beginn der Studie zwischen 20 und 64 Jahre alt waren und beim Hörtest normale Ergebnisse hatten. Diese Tests wurden jährlich und bis maximal acht Jahre lang durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass 3532 Probanden einen Hörverlust im hochfrequenten Bereich der Töne und 1575 im Niedrigfrequenzbereich entwickelt hatten.

Wer aufhört, senkt sein Hörverlust-Risiko

Raucher haben also insgesamt ein größeres Risiko, an einem Hörverlust zu leiden, resümieren die Forscher ihre Ergebnisse in der "Nicotin & Tobacco Research". Dieses steige mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten an, könne aber auch nach einer relativ kurzen Zeit durch einen Rauchausstieg wieder normalisiert werden, schreiben die Forscher. Die Forscher sahen das an den Ergebnissen von Probanden, die weniger als fünf Jahre vor dem Beginn der Studie mit dem Rauchen aufgehört hatten.

Die Studie zeigt, dass Rauchen zu Hörminderung oder -verlust besonders in den hochfrequenten Bereichen der Töne führen kann. Da es auch altersbedingt zu Hörverlusten vor allem in diesem Bereich kommt, müssten die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung zu Rauchen und Hörverlust noch durch weitere Untersuchungsergebnisse gestützt werden. Sollte das der Fall sein, dann, so betonen die Forscher, werde zum Schutz des Gehörs eine größere Tabakkontrolle dringend notwendig.

Quelle: n-tv.de, jaz

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