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Das plötzlich einsetzende starke Bedürfnis, sofort etwas essen zu müssen, kann harmlos sein, dahinter können aber auch krankhafte Ursachen stecken.
Das plötzlich einsetzende starke Bedürfnis, sofort etwas essen zu müssen, kann harmlos sein, dahinter können aber auch krankhafte Ursachen stecken.(Foto: imago stock&people)
Freitag, 09. Juni 2017

Nach Stress in Schwangerschaft: Sind Essstörungen bei Kindern vermeidbar?

Heißhungerattacken sind eine verbreitete Essstörung, hauptsächlich Frauen sind betroffen. Forscher finden heraus: Stress vor der Geburt begünstigt diese Hungeranfälle. Sie untersuchten auch: Kann der Ausbruch der Essstörung beim Nachwuchs verhindert werden?

Heißhungerattacken, die auf Stress während der Schwangerschaft zurückzuführen sind, werden schon im Gehirn des Fötus programmiert. Das führt aber nicht zwangsläufig zum Auftreten der Essstörung, wie das Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie in München mitteilte. Durch Untersuchungen am Mausmodell fanden die Forscher heraus, dass der Ausbruch der Essstörung bei Heranwachsenden durch eine ausgewogene Ernährung verhindert werden kann.

Heißhungerattacken sind eine verbreitete Essstörung, von der bis zu drei Prozent der Bevölkerung betroffen sind, hauptsächlich Frauen. Die Betroffenen nehmen häufig innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Nahrung zu sich. Das Essverhalten ist zwanghaft, die Patienten geben oft an, es nicht unter Kontrolle zu haben.

Viele Betroffene sind übergewichtig und haben dadurch ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen. Häufig leiden sie auch an Depression sowie niedrigem Selbstwertgefühl und neigen vermehrt zu Angststörungen.

Auswirkungen der Lebensumstände der Mutter während Schwangerschaft

Die MPI-Forscher wollten herausfinden, wie sich die Lebensumstände der Mutter während der Schwangerschaft auf das spätere Leben des Nachwuchses im konkreten Fall der Essstörungen auswirken. Sie fanden heraus, dass weibliche Nachkommen von Mäusen, die während der Schwangerschaft gestresst waren, eher Fressattacken entwickelten als weibliche Nachkommen nicht gestresster Mäuse.

Bei den betroffenen Nachkommen waren demnach viele Moleküle im Hypothalamus epigenetisch verändert, also durch nachträgliche Einflüsse. Der Hypothalamus, ein Gehirnbereich im Zwischenhirn, ist eine wichtige Schaltzentrale des menschlichen Körpers. Er koordiniert unter anderem Wasser- und Salzhaushalt sowie Blutdruck, regelt die Nahrungsaufnahme und beeinflusst das Gefühls- und Sexualverhalten.

Die von den Forschern nachgewiesene Programmierung während der Schwangerschaft führt jedoch nicht immer zu gestörtem Essverhalten. Der Ausbruch von Heißhungerattacken konnte unterbunden werden, indem die Forscher den heranwachsenden Mäusen eine ausgewogene Diät verabreichten.

Quelle: n-tv.de

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